Sie befinden sich hier: Startseite -> Sachstand 04.12.2007

Europäische Kommission

Integration ethnischer Minderheiten

Die Hochrangige Expertengruppe für die Integration ethnischer Minderheiten hat der EU-Kommission acht Strategieempfehlungen vorgelegt. Die wichtigsten Herausforderungen finden sich in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Wohnungswesen und Gesundheitsfürsorge. Die EU-Kommission hatte angesichts der zunehmenden sozialen Spannungen die Gruppe unter dem Vorsitz der früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth im Januar 2006 eingesetzt. Die Aufgabe bestand darin, Barrieren aufzuzeigen, die Angehörige ethnischer Minderheiten an einer vollen Teilhabe am Arbeitsmarkt und an der Gesellschaft im Allgemeinen hindern. Gleichzeitig ging es darum, bewährte Verfahren aus Politik und Wirtschaft herauszustellen.

Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Chancengleichheit, begrüßte den Bericht: „In der Hochrangigen Gruppe kommt ein großes Maß an praktischem und theoretischem Wissen zusammen, sowohl aus der Sicht der Zivilgesellschaft als auch vom Standpunkt lokaler oder nationaler Behörden. Die Spannungen, die wir in jüngster Zeit erlebt haben, kommen nicht von ungefähr. Wir können und müssen tätig werden. Da unsere Gesellschaften durch interne und externe Migrationsströme immer vielfältiger werden, müssen wir Solidarität und sozialen Zusammenhalt hochhalten. Dies bedeutet, dass die Politik auf allen Ebenen den Problemen mehr Aufmerksamkeit widmen muss. Wir müssen unbedingt defätistischen Tendenzen entgegentreten, was das Potenzial zur sozialen Integration ethnischer Minderheiten anbelangt.“

Die Gruppe – zehn Vertreter internationaler Organisationen, der Medien, der Politik, von Gleichstellungsstellen und NGO – machte deutlich, dass nur ein entsprechender Policy-Mix, bei dem ein pragmatischer Ansatz mit einer Betonung der Menschenrechte verbunden wird, nachhaltige Lösungen bieten kann, indem er die Aufgabenbereiche Diskriminierungsverbot, Chancengleichheit und Umgang mit der Vielfalt gleichzeitig angeht. Die Gruppe konnte 14 wichtige Barrieren erkennen, die einer Eingliederung ethnischer Minderheiten auf dem Arbeitsmarkt entgegenstehen. Dazu gehören der Mangel an Qualifikationen, fehlender Zugang zur allgemeinen und beruflichen Bildung, bürokratische Hindernisse, negative Anreize durch Sozialfürsorgesysteme und stereotype Vorstellungen, Vorurteile und Diskriminierungen.

 

defätistisch: sich im Zustand der Mutlosigkeit und Resignation befindend; pessimistisch, ohne Hoffnung.

 

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