Berufseinstieg
Schwieriger Start für junge Türken
Beim Übergang aus der dualen Berufsausbildung in Beschäftigung haben Türken schlechtere Chancen als Deutsche oder
andere Migranten.
Die Arbeitsmarktteilhabe von Migranten wird als wichtiger Schritt für den Integrationserfolg
gewertet. Der Einstieg ins Erwerbsleben gelingt jedoch vielen
jungen Menschen schon lange nicht mehr reibungslos. Der Vergleich von Deutschen,
Türken und anderen Migranten beim Berufsstart nach einer dualen Berufsausbildung
zeigt, dass Unterschiede hauptsächlich beim Übergang selbst und weniger in der Stabilität der ersten Beschäftigungsphase bestehen. Dies belegen Daten von Absolventen des dualen Ausbildungssystems im Jahr 2002.
- Der Anteil ausländischer Auszubildenden
ist seit Mitte der 90er Jahre stetig gesunken: Während er 1996 noch 12 Prozent betrug, lag er 2004 nur noch bei 8 Prozent.
- Junge Türken stehen nicht nur im Vergleich zu Deutschen schlechter da, sondern auch gegenüber anderen Migranten. Insbesondere bei türkischen Frauen erschwert ein
enges Berufsspektrum die Situation: 80 Prozent der Auszubildenden verteilen sich auf nur acht Berufsklassen.
- Fast zwei Drittel aller Deutschen finden direkt nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz. Dagegen
gelingt dies nur gut der Hälfte der jungen Türken. Damit liegt ihr
Arbeitslosigkeitsrisiko mit 40 Prozent rund 10 Prozentpunkte höher
als das der Deutschen.
- Jungen Türken gelingt also der Berufseinstieg deutlich seltener. Ist aber der Übergang in eine Beschäftigung
geschafft, gibt es kaum noch Unterschiede: In den ersten 15 Monaten
nach der Ausbildung ist die Beschäftigungsstabilität der erfolgreichen
Absolventen vergleichbar – unabhängig von der Nationalität.
- Ein gezieltes Beratungsangebot und frühzeitige Sprachförderung könnten die Arbeitsmarktchancen junger Türken verbessern. Auch
Betriebe sollten motiviert werden, die interkulturellen Kompetenzen von Migranten stärker zu nutzen.
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