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Zum Stehlen nach Österreich

Versuch geschleppten Kindern zu helfen.

Wien. (wak/kats) "Die geschleppten Kinder sind die allerärmsten", meint die Jugendrichterin Beate Matsnig angesichts der zahllosen Kinder, die vor allem aus Bulgarien und Rumänien zum Stehlen ins Land gebracht werden. "Im schlimmsten Fall landen sie im Puff, wenn sie es nicht schaffen den Betrag aufzubringen, den sie hätten "verdienen" müssen. Die Kinder sind halb Täter und halb Opfer", erklärt sie.

Norbert Ceipek von der "Drehscheibe Augarten", einem Zentrum für geschleppte Kinder, kann das nur bestätigen: "Sie werden den Eltern von "Onkeln" abgekauft, nach Österreich geschleppt und müssen den Kaufpreis dann abarbeiten." Die Zahl der von der „Drehscheibe“ aufgenommenen geschleppten Kinder ist im vergangenen Jahr um 100 Prozent gestiegen. "2005 kamen 701 Kinder zu uns", berichtet Ceipek. Im Jahr davor waren es noch 356.

Eingeschüchterte Täter

Vor allem Sieben- bis Zwölfjährige würden zum Stehlen gezwungen, da sie von der Polizei nicht eingesperrt werden dürfen. "Das wissen die Schlepper. Und man muss sagen: Die Kinder sind sehr gut instruiert und sehr gut eingeschüchtert," meint Ceipek.

Die Eltern spielen mit: In Rumänien verkaufen sie ihre Kinder an Schlepper und übertragen diesen die Rechte am Kind, erläutert der ehemalige Präsident des Jugendgerichtshofes, Udo Jesionek. In Österreich sei dies verboten, aber bei Familien gelte das Recht des Herkunftslandes. Dadurch erschwere sich der Umgang mit diesen Kindern.

Vorbildlich sind laut den Experten die rumänischen Krisenzentren, die rückgeführte Kinder nachbetreuen, damit sie nicht wieder verschleppt werden.

Quelle: Externer Link Wiener Zeitung, 04.02.2006

 

 

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