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Hannover( jd)
Der Caritasverband in Niedersachsen hat großzügigere Bleiberechtsregelungen für seit langem in Deutschland lebende Ausländer verlangt.
Der Hildesheimer Caritas-Direktor Hans-Jürgen Marcus forderte am Donnerstag in Hannover von Innenminister Uwe Schünemann (CDU), einen sechsmonatigen Abschiebestopp zu erlassen. Solange sich die Innenministerkonferenz nicht auf eine Bleiberechtsregelung geeinigt habe, solle kein in Niedersachsen nur geduldeter Ausländer abgeschoben werden. Nach Caritas-Angaben sind 13000 Menschen im Land von der Abschiebung bedroht. Das Bleiberecht dürfe nicht davon abhängen, ob eine Arbeit aufgenommen wurde oder ob Dritte für die Zahlung des Unterhalts garantieren, sagte Marcus.
Margret Pues, Migrationssozialarbeiterin bei der Caritas in Osnabrück, berichtete, dass in vielen Fällen auch das gesellschaftliche Umfeld mit Unverständnis auf geplante Abschiebungen reagiere und dagegen heftig protestiere. "Wir müssen der Politik die oft unerträgliche Sitution vieler Betroffener deutlich machen", sagte sie.
Marcus und Pues kritisierten den Vorschlag Schünemans für eine Bleiberechtsregelung, wonach Jugendlichen über 15 Jahren die Möglichkeit gegeben werden soll, im Land zu bleiben, während die Eltern ausreisen müssen. "Das widerspricht unserem christlichen Familienbild, wenn Kinder von ihren Eltern getrennt werden", sagte Marcus.
Das Innenministerium hatte dagegen stets eingewandt, dass es sich bei dem Vorschlag um eine freiwillige Regelung handle und niemand gezwungen werde, das Angebot anzunehmen. Ein Ministeriumssprecher sprach sich auf Anfrage unserer Zeitung gegen einen generellen Abschiebestopp aus. Ein Bleiberecht für alle werde auch die Innenministerkonferenz nicht beschließen, betonte er.
Die Caritas will in diesem Jahr mit vielen Aktionen und Initiativen die Integration von Ausländern fördern. "In Deutschland gibt es da großen Nachholbedarf", betonte Marcus. "Wir wollen klar machen, dass das Thema weitergeht, als nur ein guter Gastgeber bei der Fußball-WM zu sein." Zu häufig würden noch immer Menschen, die schon relativ lange bei uns leben, in die Schublade mit der Aufschrift gesteckt: "Der gehört nicht hierher." Dabei werde verkannt, dass die Migranten auch ein "großes Potenzial für die Zukunft unserer Gesellschaft haben".
Quelle:
Neue Osnabrücker Zeitung, 13.01.2005
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