Sie befinden sich hier: Startseite -> Zuwanderung u.a. -> Sachstand 12/2005

Schäuble: Ausländer müssen deutsche Lebensart akzeptieren

Der Innenminister fordert von Migranten eine verstärkte Bereitschaft zur Integration: "Zuwanderer müssen bereit sein, die Verhältnisse hier bei uns zu akzeptieren" oder gehen

Berlin - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat von Ausländern größere Integrationsbereitschaft verlangt. "Zuwanderer müssen bereit sein, die Verhältnisse hier bei uns zu akzeptieren, zum Beispiel, daß Frauen und Männer gleichberechtigt sind, und das nicht nur auf dem Papier", sagte er der "Stuttgarter Zeitung". Wer sich damit nicht abfinden könne, sollte "sich einen anderen Platz auf der Welt suchen".

Schäuble nannte es unerläßlich, daß Zuwanderer, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, auch deutsch sprechen. Daß trotz des seit 1. Januar geltenden Zuwanderungsgesetzes nur wenige hoch qualifizierte Fachkräfte ins Land gekommen sind, liegt nach Ansicht des Ministers nicht am Ausländerrecht, sondern an unattraktiven Rahmenbedingungen. "Unsere Hochschul- und Forschungslandschaft ist überreguliert." Hindernisse würden nun jedoch abgebaut.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sagte, die Anerkennung der deutschen Rechtsordnung sowie der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse seien "normative und materielle Voraussetzung einer gelungenen Integration". Allerdings dürfe man von "den Ausländern nur das erwarten, was wir auch von unseren Landsleuten verlangen", sagte Beck der "Netzeitung".

Nach Ansicht der Migrationsbeauftragten Maria Böhmer (CDU) sollen deutsche Unternehmen im Rahmen des Ausbildungspaktes eine Selbstverpflichtung unterzeichnen, verstärkt Auszubildende mit Migrationshintergrund einzustellen. "Die Wirtschaft ist gefordert, Migrantenjugendlichen eine echte Chance zu geben", sagte die Staatsministerin im Kanzleramt. Geplant ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine Selbstverpflichtung nach französischem Vorbild. Dort hätten sich vor einem Jahr rund 240 Unternehmen auf eine "Charta der Vielseitigkeit" verständigt und sich verpflichtet, gegen die Diskriminierung von Migranten bei der Ausbildung vorzugehen. WELT.de/dpa

Quelle: Externer Link DIE_WELT, 17.12.2005

 

 

[ Inhaltsverzeichnis ]

bobby proved