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Mit Frauen- und Familienthemen hat sie sich profiliert. Nun übernimmt Maria Böhmer eine neue Aufgabe. Sie wird Ausländerbeauftragte der Bundesregierung.
Das war zu erwarten: Maria Böhmer, die 55-jährige Vorsitzende der Frauen-Union, macht in der neuen Regierung Karriere. Seit 2001 steht sie an der Spitze der Frauen in der Union, die für Angela Merkel stets eine sichere Stütze waren. Weil Merkel auch in Zukunft deren Zustimmung braucht, war es konsequent, Böhmer mit einem Regierungsamt zu betrauen.
Zwar hat sich die Pädagogik-Professorin in der Ausländerpolitik noch nicht profiliert, doch es gilt als sicher, dass sich die Abgeordnete aus Frankenthal schnell in ihr Aufgabengebiet einarbeiten wird.
Als Staatsministerin im Kanzleramt erhält der Posten der Ausländerbeauftragten ein höheres Gewicht als in der rot-grünen Regierung. Dort war Marieluise Beck (Grüne) als parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium angebunden.
Fast sechs Jahre lang war Böhmer als stellvertretende Fraktionschefin für Familien- und Frauenpolitik zuständig. Die Katholikin, die selbst keine Kinder hat, engagierte sich besonders für das Problem der steigenden Zahl von Spätabtreibungen und der mangelnden Beratung von Schwangeren. Nicht ideologisch geht Böhmer an solche Fragen heran, aber zielorientiert und mit klarem Wertefundament.
So kümmerte sie sich auch um die Bioethik. Neben Margot von Renesse von der SPD und der Grünen-Politikerin Andrea Fischer war sie maßgeblich am Zustandekommen des Kompromisses zum Import embryonaler Stammzellen beteiligt. Obwohl sie nicht der Enquetekommission zu Ethik in der Medizin angehörte, prägte Böhmer die bioethische Debatte im Bundestag stets entscheidend mit. Auch an der Einsetzung eines wissenschaftlichen Beirats der Unionsfraktion für Gentechnik war sie beteiligt.
JUTTA WAGEMANN, EPD
Quelle: Heidenheimer Zeitung, 23.11.2005
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