Sie befinden sich hier: Startseite -> Zuwanderung u.a. -> Sachstand 23.10.2005

PKK-Rädelsführer festgenommen.

Der Polizei ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen: Am Darmstädter Hauptbahnhof haben Ermittler einen mutmaßlichen Rädelsführer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK geschnappt. Gegen den 36-jährigen Türken wurde Haftbefehl erlassen.

"Steuern“ für die PKK"

Dem Arbeitsbereich "Finanzen" wird innerhalb der europäischen und deutschen PKK-Struktur eine wichtige Funktion bescheinigt. Er kümmert sich um die Einforderung der sogenannten "Steuern" bei den hier lebenden Kurden. Hierbei werden die rund 500.000 in Deutschland beheimateten Kurden notfalls durch Bedrohung, Freiheitsberaubung, Erpressung und Körperverletzung zur Abgabe dieser "Steuern" gezwungen.

Geldeintreibung nach Mafia-Methode

Rund zehn Millionen Euro werden nach Schätzungen damit Jahr für Jahr hierzulande eingetrieben. Davon fließt ein Teil in die hiesigen Strukturen, das meiste wird in die Türkei geschickt.

Nicht wenige kommen der nach, viele Familien haben schließlich Angehörige im Kampf gegen türkische Sicherheitskräfte verloren. Und wer sich sträubt, macht sich in Augen der PKK-Führer strafbar – und muss auch nach Vorbild der italienischen Mafia bestraft werden. Die Federführend dafür wird dem nun Festgenommenen vorgeworfen.

Guerrillakrieg mit 30.000 Toten

Nach Jahren blutiger Anschläge ist es still geworden um die PKK. Vorbei sind die Zeiten, da die kurdische Arbeiterpartei unter ihrem Führer Öcalan Gewalt auf deutsche Straßen trug. Vor zehn Jahren hielten PKK-Anhänger mit Selbstverbrennungen und Autobahnblockaden Bürger und Polizei in Atem.

Die nach Unabhängigkeit für die Kurden strebende Arbeiterpartei PKK hatte seit 1983 einen Guerrillakrieg gegen die türkische Armee geführt, in dem etwa 30.000 Menschen starben. Mittlerweile ist Öcalan, der die PKK 1978 gegründet hatte, in der Türkei inhaftiert. Wie aktiv die Organisation hierzulande - zumindest im Untergrund - aber immer noch ist, zeigen die immer wiederkehrenden Meldungen von Verhaftungen führender Funktionäre.

Die Spur führt nach Hessen

Bereits in den vergangenen Monaten waren die Behörden in Hessen mehrfach gegen mutmaßliche PKK-Aktivitäten vorgegangen. Ende August verfügte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) ein Verbot gegen die in Neu-Isenburg erscheinende türkisch-sprachische PKK-Zeitung "Özgür Politika", das inzwischen aber vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben wurde.

Mitte August erhob Generalbundesanwalt Nehm Anklage gegen zwei mutmaßliche PKK-Führungsfunktionäre. Einer der Männer soll zeitweise den PKK-Sektor "Süd" geführt haben, zu dem unter anderem die Gebiete Frankfurt und Darmstadt gehören. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt soll am 3. November der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der PKK-Europaführung beginnen, das im Februar auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden war.

 

Quelle: Externer Verweis hr-online.de

 

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