"Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e. V." (IGMG) - Ende 2003
Am 17.05.2004 wurde von Bundesinnenminister Otto Schily gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, der Verfassungsschutzbericht 2003 vorgestellt. In diesem Bericht steht u.a. folgendes:
- "Die bei weitem größte islamistische Organisation ist unverändert die "Islamische Gemeinschaft Milli Görüs" (IGMG). Sie betreibt eine faktisch desintegrative Jugendarbeit. Dies und ihre nur vorgeblich auf Integration zielende Politik fördern islamistische Milieus in unserem Land. Die Milli-Görüs-Bewegung ist einem als "Gerechte Ordnung" propagierten umfassenden Regelungssystem verpflichtet, das die westliche Zivilisation, ihren Wertekanon und ihr Demokratieverständnis negiert."
- Die "Islamische Gemeinschaft Millî Görüs e. V." (IGMG) ist als mitgliederstärkste
islamistische Organisation in Deutschland nach wie vor
von besonderer Bedeutung. Die Verbindungen der IGMG zur türkischen
"Partei der Glückseligkeit" (SP), die ebenso wie die Vorgängerparteien
unter erheblichem Einfluss von Necmettin ERBAKAN steht,
besteht fort. Auch 2003 setzte die IGMG ihre faktisch desintegrative
islamische Bildungsarbeit fort, die sich schwerpunktmäßig an türkische
Kinder und Jugendliche richtet. Mit ihrem Gesellschaftsmodell,
dass letztlich auf eine einheitlich religiös formierte Gesellschaft hinausläuft,
fördert sie die Entstehung und Ausbreitung islamistischer Milieus
in Deutschland. Gleichzeitig versucht sie sich als auf dem Boden
der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehende Organisation
darzustellen, die sich um Integration bemühe.
"Islamische Gemeinschaft Milli Görüs e. V." (IGMG)
- gegründet: 1985 in Köln (als "Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa e. V." - AMGT)
- Leitung: Osman DÖRING, (genannt Yavuz Celik KARAHAN)
zuvor war Mehmet Sabri ERBAKAN Vorsitzender
- Mitglieder/Anhänger: ca. 26.500 (2002: ca. 26.500)
- Publikationen: u. a. "Milli Görüs & Perspektive", unregelmäßig
- Der IGMG kommt unter den islamistischen Organisationen sowohl aufgrund der großen Zahl ihrer Mitglieder und Anhänger als auch ihrer zahlreichen Moscheen und Einrichtungen, auch in anderen europäischen Ländern, eine besondere Bedeutung zu. Ihre Anhängerschaft setzt sich im Unterschied zu den meisten anderen islamistischen Organisationen
auch mehrheitlich nicht aus Flüchtlingen oder Asylbewerbern, sondern aus dauerhaft in Europa lebenden Zuwanderern zusammen.
- Die europaweiten Interessen der IGMG spiegeln sich auch im eigenen Organisationsaufbau wider: Der Zentrale (Europaverband) in Kerpen/NRW sind 30 Regionen (Regionalverbände - davon 15 in Deutschland und 15 im europäischen Ausland) mit mehreren hundert örtlichen Moscheegemeinden nachgeordnet.
In Deutschland unterhält die Organisation mehr als 300, europaweit nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Einrichtungen, deren Besucherzahl bei etwa 300.000 Personen liegen soll. Für die Verwaltung
des umfangreichen Immobilienbesitzes der Organisation ist seit 1995 die "Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft e. V." (EMUG) zuständig.
Quelle: Bundesamt für Verfassungsschutz
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