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Im Kosovo stellt die Bundeswehr Teile einer internationalen Truppe unter NATO-Befehl mit dem Namen KFOR (Kosovo Force).
Nach dem Ende der Kampfhandlungen erhielt KFOR 1999 den Auftrag, im Kosovo ein multi-ethnisches, friedliches, rechtsstaatliches und demokratisches Umfeld mit autonomer Selbstverwaltung aufzubauen und dies militärisch abzusichern. Die territoriale Integrität Serbiens (zu dem Kosovo völkerrechtlich weiterhin zählt) und Montenegros ist dabei zu achten. Dazu muss die Region demilitarisiert und stabilisiert werden. Vor allem aber gilt es, humanitäre Hilfe zu leisten, die Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen zu fördern sowie die Verwaltung und internationalen Hilfsorganisationen zu unterstützen.
KFOR arbeitet eng mit der zivilen Verwaltung (UNMIK) zusammen und unterstützt so die Vereinten Nationen. KFOR und UNMIK kümmern sich unter anderem um die Instandsetzung zerstörter Straßen und Brücken, den Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen und Wohngebäuden, das Aufspüren und Räumen von Minen sowie die ärztliche Grundversorgung der Bevölkerung.
Die Bundeswehr ist seit dem 12. Juni 1999 im Kosovo präsent. Gegenwärtig stehen dort etwa 3.700 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Die Bundeswehr hat dabei erstmals bei einem Einsatz zur Friedenssicherung Verantwortung für einen eigenen Sektor übernommen. Im November 2001 wurde eine deutsch-italienische Multinationalen Brigade Südwest gebildet. Sie ist als gepanzerter Kampfverband ausgerüstet und gegliedert.
Die abwechselnd unter deutscher und italienischer Führung stehende Brigade ist im Südwesten des Kosovo eingesetzt. In dieser Region leben mehr als 620.000 Menschen. Das Hauptquartier der Brigade liegt in der 100.000-Einwohner-Stadt Prizren. Soldaten aus elf Nationen (Aserbaidschan, Argentinien, Bulgarien, Georgien, Italien, Österreich, Rumänien, Schweiz, Spanien und Türkei) unterstehen deutschem Kommando.
Die Chancen für den Aufbau einer multi-ethnischen Gesellschaft und für einen zügigen Wiederaufbau des Kosovo stehen und fallen mit der militärischen Absicherung des Friedensprozesses. Die Normalisierung des öffentlichen Lebens muss sowohl von einer kosovo-albanischen Bevölkerung organisiert werden, die über ein Jahrzehnt lang von der Teilhabe an der amtlichen Regierungs- und Verwaltungsverantwortung ausgeschlossen war, als auch von einer kosovarisch-serbischen Bevölkerung, die nun ihrerseits bedroht und vertrieben wurde.
Die KFOR-Soldaten tun alles, um den Schutz bedrohter Minderheiten sicherzustellen. Die internationale Gemeinschaft ist bemüht, den Weg zu einem friedlichen Kosovo für alle Ethnien in einer gemeinsamen Anstrengung der zivilen Mission der Vereinten Nationen (UNMIK), und der militärischen Absicherung durch KFOR zu ebnen. Es ist zu erwarten, dass sich das latente Gewaltpotential im Kosovo auf absehbare Zeit wohl nur in sehr kleinen Schritten verringern wird. Dabei birgt jede neue Gewalttat das Risiko, eine schwer einzudämmende Spirale aus Gewalt und Gegengewalt auszulösen und mühsam erreichte Fortschritte wieder zunichte zu machen.
Trotz der greifbaren Erfolge liegt ein sich selbst tragender Friedens- und Demokratisierungsprozess und der eigenverantwortliche Aufbau eines multiethnischen Kosovo im Kosovo noch in weiter Ferne.
Quelle: Bundeswehr, Stand: 08.07.2003
Weitere Informationen zum KFOR-Einsatz der Bundeswehr gibt es u.a. auf folgenden Homepage der Bundeswehr
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