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Das berühmteste Mitglied der chaldäischen Kirche war der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis. Außerdem gehören ihr noch etwa eine halbe Mio. weiterer Iraker an. In den USA leben schätzungsweise 150.000 "Chaldäer".
Die Kirche erkennt den Papst in Rom an, hat allerdings einen eigenen Patriarchen in Bagdad. Der 80-jährige Patriarch Raphael Bidawid hat sich bereits mehrfach gegen einen Militärangriff der USA auf Bagdad ausgesprochen. Die chaldäische Kirche gehört seit 1553 zu Rom. Damals hatten sie sich von den Nestorianern abgespalten, die ausschließlich die göttliche Natur, nicht aber auch die menschliche Natur Jesu Christi anerkannten.
Bis heute haben sich die Chaldäer einige Besonderheiten gegenüber Rom bewahrt: Sie halten ihre Gottesdienste in der aramäischen Sprache, der Sprache Jesu Christi. Auch werden noch heute Verheiratete zu Priestern geweiht; Unverheiratete dürfen jedoch nach einer Weihe zum Priester keine Ehe mehr eingehen.
Außerdem gibt es mehrere andere christliche Kirchen im Irak, die Chaldäer blieben in den vergangenen Jahrhunderten aber weitgehend von Verfolgungen verschont. 97 Prozent der rund 22 Mio. Iraker sind Moslems.
Quelle: n-tv.de, 14.02.2003
Geschichtliches:
Anfang des 1. Jahrtausends v. Chr. war Babylonien politisch annähernd
bedeutungslos. Vom 9. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. spielten die Chaldäer
eine wichtige Rolle in der Geschichte Vorderasiens. Einer der
herausragendsten chaldäischen Könige war Merodach-Baladan II. Als nach dem
Tod des assyrischen Königs Assurbanipal um 626 v. Chr. das Reich von den
Medern, Skythen und Kimmeriern bedroht wurde, ernannte sich der Chaldäer
Nabopolassar (Regierungszeit 626-605 v. Chr.) zum König von Babylonien. In
einer Allianz mit den Medern zerstörte er das assyrische Reich.
Quelle: MS-Enzyklopädie Encharta
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