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Der Buddhismus ist die von Buddha im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. im nördlichen Vorderindien gestiftete Religion.
Ausgangspunkt der Lehre des Buddhismus ist der von Buddha in Benares verkündete Grundsatz der »vier edlen Wahrheiten«:
Dieser Heilsweg kann auf 3 Stufen zurückgeführt werden: ethisch-asketische Zucht, Versenkung und erlösende Erkenntnis als »dreifaches Wissen«: Erinnerung an die früheren Geburten, Erkenntnis des Gesetzes vom Karma, Erkenntnis der 4 edlen Wahrheiten. Sie vermag jeden Einzelnen durch völlige Selbstentäußerung aus dem Kreislauf der Geburten (Samsara) zu lösen. Der Zustand des endgültigen Erlöschens, in den der Erlöste eingeht, ist das Nirvana.
Der Buddhismus kennt keine ewigen, unvergänglichen Substanzen, weder Materie noch Seele, weder einen persönlichen Weltenherrn noch ein unpersönliches Absolutes, das den Urgrund der Welt bildet; von Anfang an ist er durch Toleranz geprägt.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde der Buddhismus unter König Aschoka in Indien Staatsreligion; von da an begann eine ausgedehnte Missionstätigkeit. Dabei hat der Buddhismus viele Veränderungen erfahren. Man unterscheidet den südlichen Buddhismus (Hinayana, »Kleines Fahrzeug«) und den nördlichen Buddhismus (Mahayana, »Großes Fahrzeug«). Das Hinayana versprach die Erlösung nur wenigen, das Mahayana wollte alle Wesen zur Erlösung führen und zählte auf tätige Hilfe vieler Buddhas und Bodhisattvas (geistliche Lehrer). Der Buddhismus verbreitete sich über Ostasien. In Indien wurde er durch den Hinduismus verdrängt und begann im 7. Jahrhundert n. Chr. zu erlöschen. In Hinterindien und Sri Lanka blieb er erhalten (Hinayana). In Tibet entstand die Sonderform des Lamaismus, in Japan die des Zen. In neuerer Zeit hat der Buddhismus auch Anhänger in Europa und Amerika gefunden. Weltweit gibt es heute rund 359 Millionen Buddhisten.
Quelle: Brockhaus - Lexikon
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