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Im Jahre 1975 gingen zum ersten Mal die Bilder von dicht aneinander gedrängten, ausgehungerten und sonnenverbrannten Vietnamesen um die Welt: Die so genannten Boat People.
Im Vietnamkrieg wurden schätzungsweise zwei Millionen Vietnamesen getötet, drei Millionen verwundet und Hunderttausende von Kindern als Waisen zurückgelassen; etwa zwölf Millionen Menschen verloren ihre Heimat. In den von politischer Repression (Umerziehungslager) und massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten gekennzeichneten Nachkriegsjahren bis 1982 emigrierten über 1 Million Vietnamesen und ließen sich in über 16 anderen Ländern nieder. Etwa 500 000 Vietnamesen, die so genannten Boat people, versuchten, in kleinen - teilweise nicht seetüchtigen - Booten über das Südchinesische Meer aus Vietnam zu entkommen; viele kamen dabei um. Jene, die überlebten, sahen sich selbst in den Ländern, die zuvor Vietnamesen aufgenommen hatten, mit Einwanderungsverboten oder zumindest -beschränkungen konfrontiert.
Die Hilfsorganisation
Cap Anamur, benannt nach dem ersten Schiff, das im südchinesische Meer unterwegs war, wurde in dieser Zeit als Symbol für Humanität und Hilfe bekannt, da sie eine Vielzahl dieser im südchinesischen Meer unherirrenden Flüchtlinge an Bord nahm.
Die Bundesrepublik hat seinerzeit durch das Gesetz über Maßnahmen für im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen aufgenommene Flüchtlinge die Möglichkeit geschaffen, ein festgelegtes Kontingent von diesen Flüchtlingen in Deutschland aufzunehmen (vgl. Stichwort Kontingentflüchtling).
Der Begriff boat people wurde in jüngster Zeit auch auf andere Flüchtlinge übertragen, die aus Nordafrika, Albanien oder Kurdistan versuchten, mit Booten das europäische Festland zu erreichen.
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