Republik Zypern
Staatsangehörige dieses Landes benötigen zur Einreise nach Deutschland kein Visum, wenn sie im Besitz eines gültigen Nationalpasses oder Personalausweises sind (allgemeine Freizügigkeit). Die Einreise kann nur aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verweigert werden.
Staatsangehörigkeitsschlüssel "181"
Kraftfahrzeugkennzeichen "CY" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "CY /CYP"

Zypern
Republik auf der Insel Zypern, 9 251 km2, 757000 Einwohner.
Hauptstadt: Nikosia. Amtssprachen: Neugriechisch bzw. Türkisch.
Verfassung:
- Nach der formal noch gültigen Verfassung von 1960 ist Zypern eine präsidiale Republik mit zwei sich selbst verwaltenden Volksgruppen; de facto besteht Zypern jedoch aus zwei politisch, wirtschaftlich und verwaltungsmäßig getrennten Teilen, dem griechisch-zypriotischen Südteil (5 896 km2; international anerkannt) und dem türkisch-zypriotischen Nordteil (3 355 km2; als Türkische Republik Nordzypern nur von der Türkei anerkannt).
Landeskunde:
- Zypern ist die nach Sizilien und Sardinien drittgrößten Insel des Mittelmeers. Überwiegend gebirgig; zw. der Kyreniakette (im Kyparisso 1 024 m hoch) im Norden und dem Troodosgebirge (im Olympos bis 1 951 m hoch) im Süden erstreckt sich im Innern die Ebene Mesaoria, das frühere Hauptanbaugebiet des Landes; mediterranes Klima.
Bevölkerung:
- 80% der Bevölkerung sind Griechen, 19% sind Türken, daneben gibt es Armenier und libanesische Flüchtlinge. Die türkische Minderheit lebte bis zur türkischen Invasion 1974 über die ganze Insel verstreut. Seitdem bewohnen die Griechen und Türken geschlossene Siedlungsgebiete, die durch die Attila-Linie voneinander getrennt sind. Die Türken sind Muslime, die Griechen gehören der griechisch-orthodoxen Kirche an. Über 55% der Bevölkerung leben in Städten.
Wirtschaft und Verkehr:
- Nach der faktischen Teilung hat sich die Wirtschaft in beiden Teilen der Insel auseinander entwickelt. Obwohl die besten Landwirtschaftsgebiete und ein Großteil der Industrie unter türkische Herrschaft fielen, ist Nordzypern ohne die Hilfe der Türkei kaum lebensfähig; es ist noch weitgehend von der Agrarwirtschaft geprägt. Demgegenüber beträgt das Pro-Kopf-Einkommen im griechischen Landesteil, in dem der industrielle Sektor und der Fremdenverkehr stark gefördert wurden, inzwischen ein Mehrfaches des Einkommens im türkischen Bereich.
In der Landwirtschaft überwiegt der Anbau von Getreide, Kartoffeln, Wein, Zwiebeln, Südfrüchten, Tabak, Oliven, Obst und Baumwolle. Die Schaf- und Ziegenhaltung ist weit verbreitet. Die Bedeutung des Bergbaus (Kupferpyrit, Eisenpyrit, Chromite, Asbest) ist rückläufig. Die Industrie (Nahrungsmittel-, chemische, Textilindustrie, Fahrzeugbau, Baugewerbe) entwickelt sich recht gut, während das traditionelle Kleingewerbe und das Handwerk an Bedeutung verlieren. Der Fremdenverkehr ist Zyperns wichtigste Devisenquelle; meistbesuchte Reiseziele sind die Gebiete um Larnaka, Limassol und Paphos
- Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Im internationalen Flugverkehr ist Zypern (Flughafen Larnaka) als Hauptstützpunkt für viele ausländische Fluglinien von Bedeutung. Die Handelsflotte ist mit 23 Mio. BRT die sechstgrößte der Welt; wichtigste Seehäfen sind Famagusta im türkischen Teil sowie Limassol und Larnaka im griechischen Teil.
Geschichte:
- Im Altertum wurde Zypern von Griechen und Phönikern besiedelt und stand unter wechselnder Herrschaft.
- Seit 58 v. Chr. in römischem, später in byzantinischem Besitz.
- 1192 wurde Zypern Lehen eines französischen Adelsgeschlechts.
- 1489 kam es an Venedig.
- 1570/71 wurde Zypern von den Türken erobert. Durch türkische Einwanderung erhielt die Insel ein starkes muslimisches Bevölkerungselement, wodurch der bis heute fortdauernde Konflikt mit den griechisch-orthodoxen Christen begründet wurde.
- 1878 besetzte Großbritannien (bei Anerkennung der türkischen Oberhoheit) Zypern u. annektierte es 1914.
- 1925 wurde Zypern britische Kronkolonie.
- Große Teile der griechischen Zyprioten forderten seit dem 19. Jahrhundert den Anschluss (Enosis) an Griechenland. Diese anfangs gegen die türkische, später gegen die britische Herrschaft gerichteten Bestrebungen, die 1931 zu Unruhen führten, lebten nach dem 2. Weltkrieg verstärkt auf. An die Spitze der Bewegung trat das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Zypern, Erzbischof Makarios.
- Seit 1955 führte die Untergrundorganisation EOKA unter G. Grivas einen Guerillakampf gegen die britische Kolonialmacht, die mit harten Repressalien antwortete. Gleichzeitig kam es zum Konflikt zwischen den interessierten Mächten: Großbritannien wünschte den Fortbestand des Kolonialstatus, Griechenland den Anschluss, die Türkei eine Teilung der Insel.
- 1959 wurde der Konflikt durch das Londoner Abkommen zunächst beigelegt: Zypern erhielt die Unabhängigkeit, die von den drei Mächten garantiert wurde. Großbritannien wurden Militärstützpunkte zugestanden. Makarios wurde zum Staatspräsidenten gewählt.
- Am 16. 8. 1960 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung.
- Kennzeichnend für die Verfassung von 1960 blieb der institutionalisierte Dualismus von griechischer Mehrheit und türkischer Minderheit. Alle Staatsorgane wurden im Verhältnis 70 : 30 besetzt. Das Parlament wurde nach allgemeinem, gleichem, geheimem und direktem Wahlrecht bestellt, jedoch wählten beide Nationalitäten ihre Abgeordneten in gesonderten Wahlkreisen. Auch der griechische Präsident und der türkische Vizepräsident (F. Küçük) wurden getrennt gewählt.
- 1963 Als Makarios dieses System zugunsten der griechischen Mehrheit beseitigen wollte (Aufhebung des Proporzes bei Wahlen und Stellenbesetzungen), kam es zu blutigen Kämpfen zwischen den Volksgruppen. Die UNO entsandte 1964 eine Sicherheitstruppe, deren Mandat jeweils halbjährlich verlängert wurde.
- In der 2. Hälfte der 1960er Jahre beruhigte sich die Lage, doch kam eine Verständigung trotz jahrelanger Verhandlungen nicht zustande. Inzwischen entstand bei Teilen der griechischen Zyprioten Missstimmung gegen Makarios, der die Enosis-Bewegung nur noch formell zu unterstützen schien.
- Seit 1972 trat die von Grivas (gest. 1974) geführte EOKA wieder mit Terroranschlägen, jetzt gegen Regierungsmitglieder und Regierungseinrichtungen gerichtet, in Erscheinung. Gegen Makarios wandte sich auch ein Teil des Klerus.
- Am 15. 7. 1974 putschte die von griechischen Offizieren befehligte und von der Regierung Griechenlands gesteuerte Nationalgarde gegen Makarios. Makarios verließ vorübergehend das Land. Unter dem Eindruck eines drohenden Anschlusses der Insel an Griechenland landeten am 20. 7. türkische Truppen und besetzten den Nordosten der Insel, rund 40% der Gesamtfläche. Es kam zu großen Bevölkerungsverschiebungen (Flucht, Vertreibung, Umsiedlung), wodurch nahezu geschlossene Siedlungsgebiete der Volksgruppen entstanden.
- 1975 erklärte sich der türkische Teil zum "Föderativen türkisch-zypriotischen Staat", dessen Präsident R. Denktas wurde (Bestätigung im Präsidentenamt bei den Wahlen 1985, 1990, 1995 und 2000). Verhandlungen zwischen den Volksgruppen blieben ergebnislos, da die Griechen auf einem Einheitsstaat mit begrenzt autonomen Kantonen bestanden, während die Türken eine lose Föderation zweier weitgehend selbständiger Staaten forderten.
- 1977 Nach Makarios Tod folgte ihm S. Kyprianou als Präsident, der von der Türkei und den zypriotischen Türken nicht anerkannt wurde.
- 1983 Der Norden der Insel erklärte sich einseitig zur unabhängigen "Türkischen Republik Nordzypern".
- 1985 wurde durch Volksabstimmung eine Verfassung eingeführt. Die Türkei trat als Garantiemacht dem neuen Staat zur Seite, der aber international nicht anerkannt wurde.
- 1985 kam es durch UNO-Vermittlung zu Verhandlungen zwischen Kyprianou und Denktas, die ergebnislos blieben. Auch weitere UNO-Bemühungen um eine Lösung der Zypernfrage hatten keinen Erfolg. Im griechischen Teil Zyperns stieß die kompromisslose Haltung Kyprianous auf zunehmende Kritik.
- 1988 Bei der Präsidentschaftswahl erlitt er eine Niederlage. Neuer Präsident wurde der parteilose, von der linken Fortschrittspartei unterstützte Unternehmer G. Vassiliou.
- 1993 Die Präsidentschaftswahlen gewann G. Klerides (Demokratische Sammlung); er wurde 1998 im Amt bestätigt (bis 2003).
- Im gleichen Jahr nahm die EU Beitrittsverhandlungen mit Zypern auf, ohne dass die Teilungsproblematik der Insel lösbar erschien. Annäherungsgespräche unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen blieben ohne durchschlagenden Erfolg.
- 2003 konnte sich bei den Präsidentschaftswahlen im griechischen Inselteil der Oppositionskandidat T. Papadopoulos (Demokratische Partei) gegen den bisherigen Amtsinhaber Klerides durchsetzen. Eine neue Friedensinitiative der UNO, die die Schaffung eines Bundesstaates nach Schweizer Muster vorsah, scheiterte im März 2003.
- Im April 2003 öffnete die türkisch-zyprische Regierung überraschend die Grenze zwischen den beiden Inselteilen.
- 14.07.2003 Zypern ratifiziert EU-Beitritt.
- 24.04.2004 Eine Woche vor dem EU-Beitritt Zyperns haben die griechischen und türkischen Bewohner über die Zukunft der seit 30 Jahren geteilten Insel abgestimmt. Der UN-Wiedervereinigungsplan ist gescheitert.
- 01.05.2004 Zypern wird in die EU aufgenommen.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
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Deutschlands in diesem Land.