Ungarn
Staatsangehörige dieses Landes benötigen zur Einreise nach Deutschland kein Visum, wenn sie im Besitz eines gültigen Nationalpasses oder Personalausweises sind (allgemeine Freizügigkeit). Die Einreise kann nur aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verweigert werden. Für die Aufnahme einer Beschäftigung gelten vorübergehend Sonderregelungen.
Staatsangehörigkeitsschlüssel "165"
Kraftfahrzeugkennzeichen "H" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "HU / HUN"

Ungarn
Republik im Süd-Osten Mitteleuropas, 93032 km2, 10,09 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Budapest; Amtssprache: Ungarisch.
Verfassung
- Von 1949 (1989 revidiert). Parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der vom
Parlament (Nationalversammlung) auf 5 Jahre gewählte Präsident. Die Regierungsgeschäfte führt
der dem Parlament verantwortliche Ministerpräsident.
Landeskunde:
- Überwiegend Tiefland, das von den Hauptflüssen des Landes, Donau und
Theiß, durchflossen wird. Im Norden das Ungarische Mittelgebirge (Kekes 1015 m), der
Bakonywald, im Süden das Fünfkirchener Bergland, im Süd-Westen das Transdanubische Hügelland
(bis 682 m), an der österreichischen Grenze Ausläufer der Alpen; größter See:
Plattensee; Kontinentalklima mit subtropisch-mediterranen Einflüssen.
Bevölkerung:
- 97 % Magyaren, Minderheiten
von Sinti und Roma (2 %),
Ungarndeutschen, Slowaken, Kroaten, Rumänen u. a.; über 85 % Christen.
Wirtschaft und Verkehr:
- Seit 1990 schrittweise Privatisierung der nach dem Zweiten
Weltkrieg fast ganz verstaatlichten oder kollektivierten Wirtschaft. Vielseitiger
Ackerbau, Viehzucht. Bergbau: auf Braun-, Steinkohle, Bauxit, etwas Erdöl und Erdgas;
Industrie seit 1945 ausgebaut (Maschinen-, Metall-, chem. u. a. Industrie). Ausfuhr: Maschinen,
Rohstoffe, Nahrungsmittel. Haupthandelspartner: Deutschland, Österreich, Russland, Tschechische
und Slowakische Republik, Polen, Italien. Hauptbinnenhafen und internationaler Flughafen: Budapest.
Geschichte:
- Um 896 drangen die Magyaren unter dem Großfürsten Arpad von Südrussland her in Ungarn ein.
Ihre verheerenden Einfälle in die westlichen Nachbarländer endeten
erst 955 mit dem Sieg Ottos des Großen auf dem Lechfeld.
- 975 begann die Christianisierung, die Stephan der Heilige, der
- 1001 den Titel eines apostolischen Königs erhielt, abschloss.
- Im 12. Jh. Ansiedlung von Deutschen (Siebenbürger und Zipser Sachsen).
- 1241 Einfall der Mongolen.
- 1301 Als das Haus der Arpaden ausstarb, folgten Könige aus verschiedenen Häusern,
von denen Matthias I. Corvinus (1458-90) der erfolgreichste war.
- 1526 fiel der Jagiellone Ludwig II bei Mohacs im Kampf gegen die Türken.
Darauf geriet der Hauptteil Ungarn mit Budapest unter türkische Herrschaft, während der Westen an die
Habsburger kam und Siebenbürgen ein eigenes magyarischen Fürstentum bildete.
- 1683-99 Erst durch die so genannten Türkenkriege wurde ganz Ungarn von den Türken
befreit und mit
den übrigen Ländern der österrischen Habsburger vereinigt; doch behauptete der magyarische
Adel seine alten ständ. Sonderrechte.
- Im 18. Jh. wurden die Donauschwaben (u. a. im Banat) angesiedelt. Die starke liberale und nationale
Bewegung wurde in der Revolution von
- 1848/49 (Führung L. Kossuth) niedergeworfen. Dann kam es zum Ausgleich von
- 1867, der die Sonderverf. Ungarns wieder herstellte und dem magyarischen Adel die Vorherrschaft in der
transleithan. Reichshälfte sicherte (österreichisch-ungarische Monarchie).
- Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten die Kommunisten unter Bela Kun
- 1919 vorübergehend eine Räterepublik.
- Im Vertrag von Trianon (1920) verlor Unagrn 2/3 seines Gebiets und mehr als die Hälfte
seiner Einwohner. N. Horthy wurde 1920 Reichsverweser, die Monarchie wurde
grundsätzlich aufrechterhalten.
- Aufgrund der deutsch-ital. Wiener Schiedssprüche von 1938
und 1940 erhielt Ungarn 1920 abgetretene Gebiete zurück.
- 1940 trat es dem Dreimächtepakt bei und nahm seit 1941 auf deutscher Seite am Zweiten Weltkrieg teil.
- 1946 musste Unagrn alle zurückgewonnenen Gebiete wieder abtreten. Nach der Proklamation der
Republik (1946) wurde Ungarn
- 1949 eine Volksdemokratie in enger Anlehnung an die UdSSR.
- Ein am 23. 10. 1956 in Budapest u. a. Orten ausgebrochener Volksaufstand mit dem
Ziel größerer außen- und innenpolitischer Freiheit wurde durch sowjetische Truppen
niedergeschlagen.
- Ab 1987 politische Reformprozess (durch Reformkommunisten
eingeleitet) und politische Neuordnung Ungarns auf demokratischer Basis (bis 1989/90).
- Ab Mai 1989 Abbau der Sperranlagen an der österreichisch-ungarischen Grenze.
- Sommer 1989: Fluchtbewegung von DDR-Bürgern.
- 1990 Aufnahme in den Europarat.
- 1994 Beitritt zum NATO-Programm Partnerschaft für den Frieden.
- 1998 EU-Beitrittskandidat, Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.
- 1999 Beitritt zur NATO.
- 1990-2000 Präsident: A. Göncz [Ablauf der Amtszeit], seither: F. Madl;
- 2002: P. Medgyessy wird Ministerpräsident.
- 13.04.2003: Die Ungarn stimmen in einem Referendum für EU-Beitritt
- 01.05.2004: Ungarn wird in die EU aufgenommen.
- 09/2004: Ferenc Gyurcsany wird Ministerpräsident.
- 06/2005: Laszlo Solyom wird Staatspräsident.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.