Tunesien
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "285"
Kraftfahrzeugkennzeichen "TN" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "TN / TUN"

Tunesien
Republik in Nordafrika, 163610 km2, 9,59 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Tunis; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Die Verfassung ist von 1959 (zuletzt 1999 ergänzt). Tunesien ist eine präsidiale Republik. Der Präsident wirde alle 5 Jahre direkt gewählt. Einkammerparlament.
Landeskunde:
- Tunesien ist im Norden gebirgig und hat im Osten buchtenreiche Küste mit fruchtbaren Küstenebenen. Im Innern sind Steppen und im Süden große Salzsümpfe und Wüste. Im Norden mediterranes und im Süden Wüstenklima.
Bevölkerung:
- Die Bewohner sind fast ausschließlich Araber, daneben gibt es kleinere Gruppen von Berbern. Die Zahl der Europäer (vor allem Franzosen, Italiener und Malteser) ist in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen.
99% der Bevölkerung gehören dem sunnitischen Islam an, der Staatsreligion ist.
Über 70% der Bewohner leben im Küstenbereich; der Anteil der städtischen Bevölkerung liegt bei 63%. - Die Staatsuniversität in Tunis (gegründet 1960) wird durch die beiden neuen Universitäten (gegründet 1986) in Sfax und Sousse entlastet. Die Analphabetenrate beträgt für Männer 21%, für Frauen 42%.
Wirtschaft und Verkehr:
- Anbau von Getreide, Wein, Oliven, Südfrüchten. Im Süden Datteln (in Oasen). Gewinnung von Alfagras und Kork. Viehzucht (Schafe u. a.) und Küstenfischerei. Bergbau: Phosphate, Erdgas und Erdöl, ferner Eisen-, Blei- und Zinkerz. Wollspinnerei und Teppichweberei. Nahrungsmittel-, Eisen- und Stahl-, Zement- u. a. Industrie, sowie Erdölraffinerie. Fremdenverkehr an der Küste und auf der Insel Djerba.
- Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut (1996: 23 100 km). Der Eisenbahnverkehr dient vor allem der Beförderung der Bergbauprodukte. Die wichtigsten Häfen sind Tunis-Goulette, Bizerte, Sousse, Sfax und der Erdölhafen As Sahirah. Internationale Flughäfen gibt es in Tunis, Djerba, Monastir und Tozeur.
Geschichte:
- Aus phönizischen Kolonien entstand im Altertum in Tunesien das Reich von Karthago.
- 146 v. Chr. wurde dieses Reich von den Römern zerstört und zur Provincia Africa gemacht wurde.
- 439-533 n. Chr. wurde Tunesien von Wandalen,
seit 533 von Byzanz beherrscht.
- Ende des 7. Jahrhunderts eroberten die islamischen Araber das Land und gründeten in Kairouan eine Militärkolonie.
- Seit dem 9. Jahrhundert herrschten verschiedene Dynastien,
seit 1226 die Hafsiden,
die 1574 Tunesien an die Türken verloren.
- 1705 begründete Hussain Ben Ali, ein türkischer Offizier, die Bei-Dynastie der Hussainiden, die von der Türkei nur nominell abhängig war.
- 1871 erkannte die Türkei die Unabhängigkeit Tunesiens an.
- 1881 Um den Besitz Algeriens zu sichern und um den Italienern zuvorzukommen, zwang Frankreich im Bardo-Vertrag den Bei, Tunesien der französischen Schutzherrschaft zu unterstellen.
- Während der Kämpfe in Nordafrika im 2. Weltkrieg (1942/43) sympathisierte der Bei Mohammed Al Munsaf mit den Deutschen und Italienern; er wurde nach der Kapitulation der deutschen und italienischen Truppen im Mai 1943 durch Mohammed Al Amin ersetzt.
- Nach dem Krieg forderte die Neo-Destour-Partei Habib Bourguibas die Unabhängigkeit, die nicht gewährt wurde.
- 1953 kam es zu blutigen Unruhen.
- 1955 erlangte Tunesien die innere Autonomie, am 20. 3. 1956 die volle Unabhängigkeit. Bourguiba wurde Ministerpräsident.
- 1957 setzte er den Bei ab und machte sich zum Staatspräsidenten (seit 1975 auf Lebenszeit).
- Bis 1963 behielt Frankreich den Stützpunkt Bizerte.
- Ein 1974 vereinbarter Zusammenschluss mit Libyen wurde von Tunesien widerrufen.
- 1987 wurde Bourguiba wegen krankheitsbedingter Amtsunfähigkeit abgesetzt. Neuer Präsident wurde Z. A. Ben Ali. Oppositionsparteien wurden zugelassen, doch behielt die Regierungspartei Konstitutionelle Demokratische Sammlung (RCD; früher Neo-Destour) ihre beherrschende Position. Die außenpolitische Orientierung nach Westen und soziale Spannungen stärkten die Position des islamischen Fundamentalismus.
- Bei den Wahlen 1994 und 1999 bestätigten die Wähler Ben Ali im Präsidentenamt. Sein autoritärer innenpolitischer Kurs zielte auf eine rigorose Unterdrückung regierungskritischer bzw. islamistisch-fundamentalistischer Strömungen.
- Eine 2002 per Referendum beschlossene Verfassungsrevision hob die Beschränkung der Regierungszeit des Staatsoberhauptes (bisher nur zweimalige Wiederwahl möglich) auf.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.