Türkei
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Staatsangehörigkeitsschlüssel "163"
Kraftfahrzeugkennzeichen "TR" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "TR / TUR"

Türkei
Republik in Kleinasien und Südost-Europa.
779452 km2, ca. 71 Millionen Einwohner.
Hauptstadt: Ankara; Amtssprache: Türkisch.
Verfassung
- Nach der Verfassung von 1982 (letzte Änderung 1999) ist die Große Nationalversammlung
(Einkammerparlament) das gesetzgebende Organ. Sie besteht aus 550
Mitgliedern, die in direkter Wahl auf fünf Jahre gewählt werden.
Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet
haben.
Regierungschef ist der Ministerpräsident, der die Mehrheitspartei bzw.
die Mehrheitskoalition repräsentiert. Staatsoberhaupt ist der vom
Parlament für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählte Präsident. Er
ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die Minister.
Eine Wiederwahl des Präsidenten ist nicht möglich.
Das türkische Rechtswesen wurde 1923 nach italienischem (Strafrecht) und
nach schweizerischem Vorbild (Privatrecht) gestaltet. Nach der
Verfassung von 1982 entscheidet das Verfassungsgericht über die
Verfassungsmäßigkeit der vom Parlament verabschiedeten Gesetze. Das
Kassationsgericht ist die letzte Berufungsinstanz. Daneben gibt es eine
große Zahl nachgeordneter Zivil- und Militärgerichtshöfe.
Landeskunde:
- Kleinasien (Anatolien) ist ein 900 bis 1200 m hohes steppenhaftes Hochland,
von Bergzügen und Vulkanen durchsetzt und von Gebirgen umrahmt (Pontisches Gebirge, Taurus). Tekton.
Bewegungen halten noch an (Erdbeben). Im Osten Hochgebirge mit dem Ararat (5137 m über dem Meeresspiegel).
In Ostthrakien Mittelgebirgslandschaft. Hauptflüsse: Kizilirmak, Euphrat und Tigris.
In Inneranatolien kontinentales Klima, in der westlichen Küstenregion Mittelmeerklima.
Bevölkerung:
- Am dichtesten ist der europäische Teil besiedelt, im asiatischen Teil nimmt die Bevölkerungsdichte nach Osten ab. 75 Prozent der Einwohner leben in Städten (2000), während es 1945 nur 25 Prozent waren. Die während der letzten Jahrzehnte verstärkt stattfindende Abwanderung aus ländlichen Regionen in die großen Städte zog weit reichende soziale Konsequenzen nach sich. Die größten Städte des Landes sind Istanbul mit 8,27 Millionen Einwohnern (1997), die Hauptstadt Ankara (2,94 Millionen), Izmir (2,13 Millionen), Adana (1,13 Millionen) und Bursa (1,10 Millionen).
- Außer den Kurden (20% der Bevölkerung, die hauptsächlich im Südosten des Landes leben) gibt es kleine Minderheiten von Arabern, Tscherkessen, Armenier, Georgier und Griechen.
- Ca. 99% der Bevölkerung sind Moslems. Davon ca. 70 % Sunniten. Die zweitgrößte islamische Religionsgruppe sind mit ca. 25 -30 % die Aleviten). Des weiteren etwa 1% Christen verschiedener Bekenntnisse.
- Zahlreiche Arbeitnehmer aus industriearmen Gebieten der Türkei sind/waren zeitweise/dauernd in Deutschland und anderen Ländern beschäftigt.
Bildung und Schulwesen:
- In der Zeit der Gründung der Republik waren über 90 Prozent der
Bevölkerung Analphabeten. Atatürk leitete ein umfassendes
Bildungsprogramm ein, und in der ersten Verfassung wurde eine allgemeine
Schulpflicht für die Grundschule und der gebührenfreie Besuch aller
staatlichen Schulen verankert. Es besteht allgemeine Schulpflicht für
die Dauer von 8 Jahren (1998). Durch die systematische Förderung des
Bildungswesens konnte der Alphabetisierungsgrad auf 96,7 Prozent
angehoben werden (2001). In einigen ländlichen Gebieten ist die
Ausstattung mit Bildungseinrichtungen noch gering.
Der Zugang zu den Universitäten der Türkei ist einem strengen
Auswahlverfahren unterworfen. Zu den wichtigsten Hochschuleinrichtungen
gehören die Universität Istanbul (1453 gegründet), die Universität der
Ägäis (1955) in Izmir, die Universität Ankara (1946) und die Technische
Universität des Nahen Ostens (1956) in Ankara.
Wirtschaft und Verkehr:
- Starkes wirtschaftliches Gefälle zwischen dem industriell
entwickelten Westen und dem strukturschwachen, agrarisch ausgerichteten Osten.
Anbau von Getreide, Zuckerrüben; für die Ausfuhr: Trauben, Südfrüchte, Baumwolle, Tabak, Haselnüsse,
Tee; Viehzucht (Schafe, Ziegen). Bergbau: auf Kohle, Erdöl, Baryt, Chrom-, Kupfer- u. a. Erze.
Wichtigster Industriezweig ist die Textil-, des Weiteren Nahrungsmittel-, Eisen- und
Stahl-, chemische u. a. Industrie.
Hydrotechnisches Projekt (Südostanatolienprojekt) = Bewässerungs- und Energiegewinnungsprogramm
im Flussgebiet von Euphrat und Tigris (Errichtung von 22 Dämmen und 19 Wasserkraftwerken).
Für die Energieversorgung ist die Nutzung der Wasserkraft von steigender Bedeutung.
Ausfuhr: landwirtschaftliche und Bergbauerzeugnisse. Haupthandelspartner: Deutschland, die USA,
Italien, Frankreich. Fremdenverkehr.
- Straßen- und Eisenbahnnetz sind trotz raschen Ausbaus vor allem im Osten und im Landesinneren noch recht weitmaschig. Nach Istanbul sind die wichtigsten Häfen am Mittelmeer Izmir, Mersin, Iskenderun, am Schwarzen Meer Zonguldak, Samsun, Giresun und Trabzon. Die führenden Flughäfen sind Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya. Dem Inlandflugverkehr stehen weitere 16 Flughäfen zur Verfügung.
Geschichte:
- Um 552 ältestes türkisches (Nomaden-)Reich in Mittelasien gegründet.
- 11. Jh. Verschiedene islamische Turkstämme erobern einzelne Regionen des Oströmischen Reiches. Dieses wurde auch Byzantinische Reich, nach der Hauptstadt Byzanz (weiterer Name: Konstantinopolis, heute Istanbul) genannt.
- Um 1300 Der Türke Osman I. rief zum Glaubenskampf gegen die Byzantiner auf. Er verdrängte Byzanz aus West-Kleinasien und legte den Grundstein zum Osmanischen Reich.
- 14./15. Jahrhundert Dieses Reich dehnte sich über die Balkanhalbinsel aus.
- 1389 Sieg über die Serben auf dem Amselfeld.
- 1453 Sultan Mehmed II. (1451-81) eroberte Konstantinopel, das er zur Hauptstadt erhob.
- 1517 Selim I. (1512-20) nahm nach der Eroberung Syriens und Ägyptens die Kalifenwürde an.
- 1520-66 Höhepunkt der türkischen Macht unter Süleiman II., der 1526 und 1541 den Hauptteil Ungarns eroberte und 1529 erstmals Wien belagerte. Auch das Nordufer des Schwarzen Meers, Armenien, Mesopotamien, Arabien, Tripolitanien, Tunesien, Algerien kamen unter türkische Herrschaft oder Oberhoheit.
- Ab 1683 wurde das türkische Großreich in Europa durch die Türkenkriege Österreichs und Russlands zurückgedrängt; gleichzeitig verfiel es im Innern.
- Im 19. Jahrhundert erkämpften sich die christlichen Balkanvölker (Griechen, Serben, Rumänen, Bulgaren)
ihre Unabhängigkeit.
- 1878 nahm Österreich-Ungarn Bosnien und Herzegowina in Besitz.
- 19 Jh. In Ägypten ging der türkische Einfluss immer mehr zurück.
- 1894-96 und 1909 blutige Armenierverfolgungen.
- 1911/12 Italien eroberte Tripolitanien.
- 1912/13 Die Balkankriege beschränkten die europäische Türkei auf Ostthrakien.
- Die Reformpartei der Jungtürken riss 1908 die Herrschaft an sich.
- Im Ersten Weltkrieg stand die Türkei auf der Seite der Mittelmächte.
- 1915/16 Völkermord an den Armeniern (Zwangsdeportation in die syrische und irakische Wüste).
- 1917/18 bis 1921 weitere Massaker.
- 1920 Im Vertrag von Sevres wurde die Türkei auf
Anatolien beschränkt und musste die griechische
Herrschaft in Smyrna (Izmir) anerkennen.
- 1921/22 Mustafa Kemal Pascha (später Atatürk) vertrieb an der Spitze der Nationaltürken die
Griechen und Alliierten aus Kleinasien.
- 1923 Im Frieden von Lausanne erreichte Atatürk, dass die Türkei im Wesentlichen
ihre heutigen Grenzen erhielt.
- 1922 wurde Sultan Mehmed VI. entthront.
- 1923 wird die Republik ausgerufen und Atatürk zum Präsidenten gewählt.
- 1924 Das Kalifat wird abgeschafft.
Atatürk führte viele Reformen nach europäischem Vorbild durch.
- Im Zweiten Weltkrieg erklärte die Türkei erst im Februar 1945 Deutschland den Krieg.
- 1952 trat die Türkei der NATO bei.
- 1955 Die Türkei schloss den Bagdadpakt mit Großbritannien, Irak, Iran und Pakistan.
- Im März 1959 ein zweiseitiges Sicherheitsabkommen mit den USA.
- 1959 Nach Ausscheiden Iraks trat an die Stelle des Bagdadpakts die CENTO.
- 1960 Militärputsch. Nach Verabschiedung einer neuen Verfassung (1961) Regierung von S. Demirel
(ab 1965; 1971 durch die Armee zum Rücktritt gezwungen).
- 1974 Nach Wahlen und Lockerung des Ausnahmezustands putschte 1980 das Militär erneut.
- 1982 billigte die Bevölkerung eine neue Verfassung, durch die die Türkei wieder eine
parlamentarische Demokratie wurde.
- 1974 besetzten türkische Truppen den nördlichen Teil von Zypern.
- Ab 1991/93 verstärkte militärische Bekämpfung der nach Unabhängigkeit
strebenden Kurden,
besonders der PKK in Südostanatolien und in
Nordirak.
Nach Hochverratsprozess und Todesurteil gegen PKK-Generalsekretär A. Öcalan (1999) gab die
PKK offiziell den bewaffneten Kampf auf.
- 1996-97 Die zunehmende Islamisierung unter Ministerpräsident N. Erbakan wurde unter
dem Druck des Militärs gestoppt.
- Ab 1999 Annäherung zwischen Griechenland und der Türkei (Zypernfrage);
- Ende 1999 Status eines EU-Beitrittskandidaten.
- 2002 Reformpaket zur Erfüllung der Kriterien für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen.
- Februar 2001 Politische Streitigkeiten zwischen Sezer und Ministerpräsident Ecevit lösten eine
schwere Finanz- und Wirtschaftskrise aus.
- Am 3. Oktober 2001 verabschiedete das Parlament eine weit reichende
Verfassungsreform, die einen beachtlichen Schritt auf dem Weg zur
weiteren Demokratisierung des Landes bedeutet. So wird die Todesstrafe
zwar nicht abgeschafft, aber für die Zukunft im Wesentlichen auf
Terrordelikte beschränkt. Die Verfassung garantiert nun die
Gleichstellung von Mann und Frau. Darüber hinaus wird der nach wie vor
große Einfluss des Militärs beschnitten: Dem bisher vom Militär
dominierten Nationalen Sicherheitsrat werden künftig neun Zivilisten und
nur fünf Militärs angehören, seine Beschlüsse werden nicht mehr bindend
sein.
- 2002 Nachdem die Regierungskoalition durch
Parteiwechsel von Abgeordneten und Ministerrücktritte sowie den schlechten Gesundheitszustand
Ministerpräsident Ecevits in eine schwere Krise geriet, entschied das Parlament, vorgezogene
Neuwahlen anzusetzen. Außerdem beschlossen die Volksvertreter die Abschaffung der Todesstrafe
in Friedenszeiten, um den angestrebten EU-Beitritt der Türkei zu erleichtern.
- November 2002 Die Wahlen gewann die erst 2001 gegründete Partei für Gerechtigkeit und
Entwicklung (AKP) unter Führung von Recep Tayyip Erdogan mit überwältigender Mehrheit.
Die bisherigen Regierungsparteien scheiterten an der 10-Prozent-Hürde.
- Erdogan übernahm 2003 das Amt des Ministerpräsidenten. Das ungelöste Zypern-,
Kurdenproblem, der
Irakkonflikt und vor allem evtl. EU-Beitrittsverhandlungen bestimmen die Außen- und Innenpolitik der neuen Regierung.
- Staatspräsident: Seit 2000 A. N. Sezer.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.