Tschechische Republik
Staatsangehörige dieses Landes benötigen zur Einreise nach Deutschland kein Visum, wenn sie im Besitz eines gültigen Nationalpasses oder Personalausweises sind (allgemeine Freizügigkeit). Die Einreise kann nur aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verweigert werden. Für die Aufnahme einer Beschäftigung gelten vorübergehend Sonderregelungen.
Staatsangehörigkeitsschlüssel "164"
Kraftfahrzeugkennzeichen "CZ" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "CZ / CZE"
Tschechische Republik
Abk. CR, auf deutsch auch Tschechien genannt.
Republik im östlichen Mitteleuropa, 78866 km2, 10,3 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Prag; Amtssprache: Tschechisch.
Verfassung
- von 1993 (letzte Änderung 2000). CR ist eine
parlamentarisch-demokratische Republik. Der
Präsident als Staatsoberhaupt (vom Parlament auf 5 Jahre gewählt) ernennt die Regierung unter
Vorsitz des Ministerpräsidenten. Zweikammerparlament.
Landeskunde:
- Die Tschechische Republik umfasst Böhmen, Mähren und Randgebiete Schlesiens. Das Land liegt im Übergangsbereich zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima. Die Gebirgsumrahmung schützt die sommerwarmen, wintermilden Beckenlandschaften vor Kaltlufteinbrüchen und wirkt als Niederschlagsfänger. Rund ein Drittel der Landesfläche werden von Wäldern eingenommen.
Bevölkerung:
- Tschechen stellen mit einem Anteil von 94% die größte Bevölkerungsgruppe (81% Böhmen, 13% Mährer), 2% sind Slowaken. Die übrige Bevölkerung setzt sich vor allem aus Polen, Deutschen, Ungarn, Roma und Ukrainern zusammen. Rund 75% der Bewohner leben in Städten. Die stärksten Bevölkerungskonzentrationen weisen der Großraum Prag und die Industriezonen Nordböhmens und -mährens auf. Seit 1990 gilt Religionsfreiheit. Größte Religionsgemeinschaft des Landes ist die katholische Kirche, zu der sich 27% bekennen; 2,5 % sind Protestanten, 2% Hussiten. 59% der Tschechen gehören keiner Religionsgemeinschaft an.
Wirtschaft und Verkehr:
- Energieintensive, auf dem Bergbau (Stein- und Braunkohle, Eisenerz u.a.)
basierende Schwerindustrie, Maschinen- und Fahrzeugbau, chem., Textil-, Baustoff-,
Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Brauereien); Landwirtschaft (Getreide- und
Hopfenanbau); Forstwirtschaft; Fremdenverkehr (Kurorte Karlsbad, Marienbad,
Franzensbad u. a.). Handelspartner: Deutschland, Slowakische Republik, Russland, Österreich u. a.
Freihafenrechte des Binnenstaates in Hamburg und Stettin. Flughafen: Prag, Brünn,
Ostrau.
- Das Verkehrsnetz ist gut entwickelt. Die Eisenbahn spielt vor allem im Güterverkehr eine bedeutende Rolle. Von den rund 128 000 km Straßen sind 498 km als Autobahnen ausgebaut. Die Binnenschifffahrt benutzt vor allem die Elbe und den Unterlauf der Moldau. Über die Elbe hat die Tschechische Republik Zugang zur Nordsee. Tschechien hat in Hamburg und Stettin Freihafenrechte. Prag verfügt über einen internationalen Flughafen.
Geschichte: (Tschechoslowakei und Tschechische Republik)
- Im 19. Jh. hatte sich eine Nationalbewegung der Tschechen und zugleich eine gegen die ungarische Herrschaft gerichtete Nationalbewegung der Slowaken entwickelt.
- 1918 Nach dem Zerfall der Donaumonarchie wurde in Prag die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ausgerufen, die sich aus Böhmen und Mähren, Teilen des österrischen Schlesien und Teilen von Ungarn (Slowakei, Karpato-Ukraine) zusammensetzte. Ab 1920 zusätzlich das Hultschiner Ländchen (Gebietsabtretung auf Grund des Versailler Vertrages).
- T. G. Masaryk wurde Staatspräsident.
- Die Tschechen besetzten die sudetendeutschen Gebiete und vertrieben die dort gebildete Regierung.
- Den Slowaken blieb die versprochene Autonomie versagt.
- Die Außenpolitik war bestimmt durch eine enge Anlehnung an Frankreich (1919), die Abwehr des ungarischen Revisionismus, die Bildung der Kleinen Entente (mit Jugoslawien und Rumänien) und ein Bündnis mit der UdSSR (1935).
- Ende 1935-38 war E. Benes Staatspräsident
- 1938 Durch das Münchener Abkommen wurden die sudetendeutschen Gebiete (etwa 26600 km2, rd. 3 Mio. Ew.) als Reichsgau Sudetenland mit dem Dt. Reich vereinigt. Die Tschechen mussten der Slowakei Autonomie gewähren, Grenzgebiete an Polen und Ungarn abtreten.
- 1939 Die Karpato-Ukraine fiel an Ungarn.
- 1939 gelang es Hitler, das Restgebiet als "Protektorat Böhmen und Mähren" dem Dt. Reich anzugliedern und einen dem deutschen Einfluss ausgelieferten "Schutzstaat" Slowakei zu errichten.
- 1945 Nach dem deutschen Zusammenbruch wurde Benes wieder Staatspräsident.
- 1945/46 Die zum Teil brutale Vertreibung der Sudetendeutschen erfolgte auf der Grundlage der "Benes-Dekrete".
- Unter Regierungen der Nationalen Front (seit 1946 K. Gottwald) bereitete die KP ihre Machtübernahme vor.
- 1948 Nach dem kommunistischen Staatsstreich wurde Gottwald Staatspräs. Innenpolitische Gegner wurden ausgeschaltet.
- Jan. 1968 Kritik von reformbemühten Kräften an Partei und Staatsführung führte zum Rücktritt von A. Novotny. Parteichef wurde A. Dubcek ("Prager Frühling").
- 21.8.1968 Die Spannungen zur UdSSR führten zur Besetzung der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Pakts (außer Rumänien).
- Die seit 1968 nie ganz zu unterdrückende Bürger(rechts)bewegung ("Charta 77") erstarkte v. a. nach der in der UdSSR eingeschlagenen Reformpolitik (ab 1985).
- Ende 1989 wurde in einer Welle von Bürgerprotesten die Ablösung der bisherigen kommunistischen Regierung erreicht.
- Zum Präsident wurde der Sprecher des "Bürgerforums" (OF) V. Havel gewählt.
- 1990 In den ersten freien Wahlen wurden Havel und das von ihm geführte "Bürgerforum" bestätigt.
- Juni 1992 Bei den Wahlen Sieg der nach Unabhängigkeit strebenden Kräfte vor allem in der Slowakei.
- Juli 1992 Die Slowakische Republik erklärte die Souveränität der Slowakei und einigte sich mit der Tschechischen Republik über den Zeitplan zur Unabhängigkeit.
- 1.1.1993 Mit Billigung des Parlaments entstanden die Tschechische Republik und die Slowakische Republik als souveräne Staaten.
- 1993 Mitglied des Europarats
- ab 1998 Beitrittsverhandlungen zur EU.
- 1999 Mitglied der NATO.
- 1993-1997 ist V. Klaus Ministerpräsident. Seit 2002: V. Spidla.
- 1993-2003 Präsident V. Havel.
- 28.02.2003 Neuer Präsident ist V. Klaus.
- 14.06.2003 Tschechien stimmt für EU-Beitritt.
- 18.06.2003 "Kritischer Blick" auf Vertreibung der Sudentendeutsche durch tschechische Regierung
- 01.05.2004 Die Tschechische Republik wird in die EU aufgenommen.
- 07/2004 Stanislav Gross wird neuer Ministerpräsident.
- 04/2005 Jiri Paroubek ist zum neuen Ministerpräsidenten ernannt worden.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.