Timor-Leste (früher Osttimor)
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "483"
Kraftfahrzeugkennzeichen "-" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "TL / TLS"

Timor-Leste
(frühere Bezeichnung Osttimor)
Staat auf dem Nord-Ost-Teil der Insel Timor (Kleine Sundainseln).
14 874 km2, 885 000 Einwohner
Hauptstadt: Dili. Amtssprache: Portugiesisch.
Verfassung
- Die Verfassung ist seit dem 20. Mai 2002 in Kraft.
Timor-Leste hat ein präsidiales Regierungssystem. Der Präsident ist Staatsoberhaupt und
gleichzeitig Oberster Befehlshaber der Streitkräfte. Er wird für 5 Jahre direkt vom Volk gewählt.
Landeskunde
- Das Land nimmt den östlichen Teil der Kleinen Sundainsel Timor
ein. Zu Timor-Leste gehört auch die Exklave Ambeno im Westen Timors sowie die Inseln
Atauro und Jaco. Der zentrale Gebirgszug ereicht im Ramelan 2960 m Höhe, die Südküste
ist stark versumpft. Es herrscht tropisches Monsunklima. Die ehemals weit verbreiteten
tropischen Regenwälder wurden vor allem durch Brandrodungsfeldbau stark dezimiert.
Heute wird der Großteil des Landes von Savannen eingenommen.
Bevölkerung
- Die Bewohner sind überwiegend Malaien und bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche.
Zahlreiche Menschen haben 1999 aus Furcht vor den gewalttätigen Auseinandersetzungen das Land verlassen.
Wirtschaft und Verkehr
- Wirtschaftsgrundlage ist der Anbau von Kaffee,
Reis, Mais, Maniok, Süßkartoffeln und Kokospalmen. Es gibt Vorkommen von Gold, Chrom, Phosphat,
Graphit und Asbest, die aber noch nicht erschlossen sind. In der Timorsee
wurden Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt.
Geschichte
- 1520 landeten Portugiesen im Zuge ihrer Expansionspolitik auf Timor.
- 1653 geriet der westliche Teil Timors in niederländischen Besitz. Den Portugiesen
verblieb der Nordosten mit Dili als Verwaltungssitz.
- 1859 schlossen Portugiesen und Niederländer zwar einen Teilungsvertrag, die gemeinsame
Grenze konnte jedoch erst 1914 rechtsgültig festgelegt werden.
- Im 2. Weltkrieg war Timor von den Japanern besetzt, danach kam der Westteil an Indonesien.
- Seit 1951 wurde der Ostteil als portugiesische Überseeprovinz von einem Gouverneur verwaltet.
- Seit 1975 zog sich Portugal schrittweise aus Timor-Leste zurück. Im Bürgerkrieg um die Machtablösung
behauptete sich die Fretilin (Frente Revolucionário do Timor-Leste Indepente,
"Revolutionäre Front für ein unabhängiges Timor-Leste") und rief die Unabhängigkeit aus.
- 1975/76 annektierte Indonesien das Gebiet und erklärte
es zur indonesischen Provinz.
Dies fand international keine Anerkennung. Die Fretilin setzte den Unabhängigkeitskampf
gegen das indonesische Militär fort. Die indonesische Annexionspolitik forderte rund 200 000 Opfer
unter der Bevölkerung.
- 1998 Erst der Rücktritt des indonesischen Staatschefs Suharto eröffnete die Möglichkeit
für eine politische Lösung.
- Im Mai 1999 unterzeichneten Indonesien und Portugal einen
Autonomieplan für die umstrittene Region.
- Am 30. 8. 1999 sprach sich eine Mehrheit (rund 78,5%) der Stimmberechtigten gegen
eine Autonomie innerhalb des indonesischen Staates und damit für die Unabhängigkeit Timor-Lestes aus.
Danach eskalierte die Gewalt. Proindonesische Milizen terrorisierten unter
Duldung der indonesischen Armee die Bevölkerung. Über 7000 Menschen verloren ihr
Leben, Hunderttausende flohen aus dem Krisengebiet.
- Im September 1999 entsandte die UNO eine multinationale Friedenstruppe
(International Force East Timor; INTERFET). Eine Übergangsverwaltung
(United Nations Transitional Administration in East Timor; UNTAET) übernahm
die legislative und exekutive Gewalt.
- Im August 2001 gewann die Fretilin Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung.
- April 2002 Aus den Präsidentschaftswahlen ging der frühere Unabhängigkeitskämpfer
J. A. Gusmão (Fretilin) als Sieger hervor.
- Am 20. Mai 2002 erhielt das Land die volle staatliche Unabhängigkeit.
- Regierungschef: Dr. Mari Alkatiri (Fretilin)
- Staatspräsident: Kay Rala Xanana Gusmão.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.