Sudan
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Staatsangehörigkeitsschlüssel "276"
Kraftfahrzeugkennzeichen "-" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "SD / SDN"

Sudan
Republik in NO-Afrika, 2 505 813 km2, 29,82 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Khartoum; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Die Verfassung ist vom 1. 7. 1998. Sudan ist eine islamische Republik
mit Präsidialregime. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der Präsident (auf 5 Jahre direkt gewählt).
Gesetzgebendes Organ die Nationalversammlung. Verwaltungsgliederung: 26 Bundesstaaten
(eigene Reg. und Parlamente).
Landeskunde:
- Sudan umfasst den Ostteil der Sudanzone, im Norden Teile der Libyschen, im Nordosten die Nubische Wüste.
Flache Becken, die von Nil, Weißem Nil und Bahr el-Ghasal durchflossen und von Randgebirgen (bis 3 187 m)
begrenzt werden; im Süden liegt der Sudd. Tropisches und randtropisches, im Norden Wüstenklima.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung (Sudanesen) setzt sich aus über 50 ethnischen Gruppen zusammen Im Norden
muslimischen Sudanaraber
(rund 49 % der Bevölkerung), im Süden Christen (rund 16 %) und Anhänger traditioneller
afrikanischer Religionen.
Neben der von 50% der Bevölkerung beherrschten arabischen Amtssprache haben die meisten
Stämme ihre eigenen Sprachen und Dialekte bewahrt. Englisch ist Bildungs- und Handelssprache.
- Über ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten; der Anteil der Nomaden
wird auf 10% geschätzt. Aufgrund der anhaltenden politischen Unruhen befinden sich mehrere Millionen
Menschen auf der Flucht. Die Analphabetenquote ist mit ca. 44% noch sehr hoch. Es gibt 7 Universitäten,
darunter eine für Frauen in Omdurman.
Wirtschaft und Verkehr:
- Grundlage der Wirtschaft bildet die Landwirtschaft. Angebaut werden (zum Teil mit Bewässerung):
Baumwolle, Hirse, Weizen, Erdnüsse, Sesam, Gemüse; Gewinnung von Gummiarabikum. z. T.
nomadische Viehhaltung. Geringer Bergbau: auf Chrom-, Manganerz,
Gold, Glimmer. Erdöl- und Erdgasvorkommen sind bisher ungenutzt. Nahrungsmittel-, Leder-, Textil-,
chemische Industrie, Erdölraffinerie.
- Das Eisenbahnnetz ist weitmaschig, eingleisig und überlastet. Es gibt nur rund 4300 km
asphaltierte Straßen. Die Schifffahrt auf dem Nil hat große Bedeutung; insgesamt hat
die Republik Sudan 5300 km Binnenwasserstraßen. Einziger Hochseehafen ist Port
Sudan. Khartum besitzt einen internationalen Flughafen.
Geschichte:
- Zwischen dem 3. und 4. Nil-Katarakt bildeten sich vermutlich schon im 4. Jahrtausend v. Chr. eigenständige politische Einheiten.
- Etwa 1550-1070 v. Chr. stand das Gebiet unter ägyptischer Herrschaft.
- Im 9. Jahrhundert v. Chr. entstand das Reich Kusch.
- 745-664 v. Chr. beherrschten kuschitische Könige Ägypten.
- etwa 300 v. Chr. bis 300 n. Chr. war Meroë die Hauptstadt eines kuschitischen Reiches, in dem lange Zeit eine Eisenindustrie blühte und eine alphabetische Schrift entwickelt wurde. Mächtige Pyramiden und andere Bauwerke zeugten vom hohen Stand der Baukunst. Am Roten Meer wurden eigene Häfen gegründet, von denen aus Handel mit Arabien, Ostafrika und Indien getrieben wurde. Seit dem 1. Jahrhundert verarmte Meroë.
- Naxh 350 ließen Angriffe aus Äthiopien (Aksum) und nomadisierender Wüstenvölker das Reich in mehrere kleine Staaten zerfallen.
- 640/641 Auch nach der Eroberung Ägyptens durch die islamischen Araber hielten sich im Sudan, der jetzt Nubien genannt wurde, christliche Königreiche; Dongola wurde erst 1315, das weit südlich gelegene Aloa 1504 islamisch.
- Das Reich der Fundsch im südlichen Sudan bestand etwa von 1500 bis 1821, während der Norden in Abhängigkeit von den ägyptischen Mamluken geriet.
- In Darfur führte Sulaiman Solang (1596-1637) den Islam ein.
- Nach 1820 begann der ägyptische Vizekönig Mohammed Ali mit der Eroberung des Sudan, die 1874
abgeschlossen war.
Die Bevölkerung hatte unter der Besatzung stark zu leiden, die das Land ausbeutete
und die Sklavenjagd forcierte. Erst durch britischen Einfluss wurde der Sklavenhandel etwas
eingedämmt.
- Gegen Ägypten richtete sich der Aufstand des Mahdi Mohammed Ahmed, der 1885 Khartum eroberte.
Der Nachfolger des Mahdi, Abdallah, dehnte die Macht der Mahdisten noch weiter aus: 1888/89 unternahm er Feldzüge gegen Äthiopien, 1888 wurde die Äquatorialprovinz besetzt. 1893/94 stießen die Mahdisten mit den von Mitsiwa vorrückenden Italienern zusammen und wurden geschlagen.
- 1882 Nachdem England Ägypten besetzt hatte, wurde 1896 der britische Oberkommandierende
der ägyptischen Armee, Lord Kitchener, beauftragt, gegen den Sudan zu ziehen.
- 1898 In der Schlacht von Omdurman vernichtete eine angloägyptische Armee das Reich des Mahdi.
Ein Versuch der Franzosen, vom Kongo her in den Sudan einzudringen, wurde 1898 von Kitchener
bei Faschoda verhindert.
- 1899 wurde der Sudan angloägyptisches Kondominium, faktisch jedoch in den folgenden
Jahrzehnten von London als Kolonie behandelt. Unter den schwarzafrikanischen
Völkern der Südgebiete gewannen christliche Missionare Einfluss.
- Nach dem 2. Weltkrieg begann England den Sudan auf die Unabhängigkeit vorzubereiten.
Ägyptische Ansprüche konnten sich nicht durchsetzen.
- 1955 Erster Ministerpräsident einer autonomen Regierung des Sudan wurde Ismail Al Azhari,
Führer der Nationalen Unions-Partei.
- Am 1. 1. 1956 wurde das Land unabhängig, jedoch erwies sich das parlamentarische System
nicht als arbeitsfähig.
- 1958 wurde es durch eine Militärdiktatur des Generals Ibrahim Ferik Abboud abgelöst.
- Die Autonomiebestrebungen des christlich geprägten Südteils des Landes entfachten einen
langjährigen Bürgerkrieg.
- 1964 Ein Volksaufstand in Khartum zwang Abboud zum Rücktritt; die alten Parteien begannen
wieder um die Macht zu streiten, gestützt von religiösen Bruderschaften.
- 1969 brachte ein Staatsstreich Oberst Dschafar An Numeiri ans Ruder. Als Präsident des Revolutionsrats und Regierungschef steuerte Numeiri zunächst einen nationalistischen Linkskurs in außenpolitischer Anlehnung an Ägypten und die Sowjetunion; später arbeitete er enger mit dem Westen und den konservativen arabischen Staaten zusammen.
- 1972 konnte Numeiri den Bürgerkrieg zunächst beenden; den Südprovinzen wurde Autonomie zugestanden.
- Seit 1982 führten wirtschaftliche Schwierigkeiten zu sozialen Unruhen. Numeiri ließ die Südregion unter militärische Kontrolle stellen und sie in drei kleinere Provinzen aufteilen.
- 1983 wurde das islamische Recht (Scharia) eingeführt.
Daraufhin begann unter Führung der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (Sudanese People's Liberation Army, SPLA)
erneut ein Bürgerkrieg.
- 1985 wurde Numeiri durch Offiziere gestürzt. Das Militärregime ließ 1986 freie Wahlen zu.
- Seit 1988 regierte eine Koalition, der auch die antiwestlich eingestellten Muslimbrüder angehörten.
- 1989 bildete sich eine neue Regierung ohne die Muslimbrüder. Sie wurde im gleichen Jahr vom Militär gestürzt. Ein Kommandorat unter General O. H. A. Al Bashir übernahm die Staatsführung.
- 1991 proklamierte Al Bashir einen föderativen Staat mit der Scharia als Grundlage.
- Seit 1992 verstärkte das Regime den militärischen Druck auf die Südregion.
- 1993 ließ sich Al Bashir zum zivilen Präsidenten ernennen.
- 1994 scheiterten Friedensverhandlungen zwischen den Bürgerkriegsparteien.
- Im März 1996 fanden Präsidentschaftswahlen statt, die von Al Bashir gewonnen wurden.
- Am 24. 6. 1998 billigte die Bevölkerung in einem Referendum eine neue Verfassung. Danach ist Sudan eine islamische Republik mit Präsidialregime.
- Im August 1998 führten die USA Luftangriffe auf Ziele im Sudan durch, dem Washington die Unterstützung islamischer Terroristen zum Vorwurf machte. Als das von den Islamisten unter Führung von Hassan Al Turabi beherrschte Parlament versuchte, die Machtbefugnisse von Präsident Al Bashir einzuschränken, ließ dieser im Dezember 1999 die Volksvertretung auflösen und verhängte den Ausnahmezustand.
- Im Dezember 2000 fanden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, die von den wichtigsten Oppositionsparteien boykottiert wurden. Al Bashir wurde von der Bevölkerung im Präsidentenamt bestätigt.
- Im Juli 2002 unterzeichneten die Konfliktparteien im Bürgerkrieg, der bis dahin rund 2 Millionen Todesopfer gefordert hatte, eine Friedensvereinbarung. Die militärischen Auseinandersetzungen gingen jedoch weiter.
- Erst im Oktober 2002 konnte eine Waffenstillstandsvereinbarung getroffen werden.
- 2004 Während sich die Lage im Süden entspannte, eskalierten Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Rebellengruppen in der Region Darfur seit 2003 zu einem neuen ethnisch motivierten Konflikt, der von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet ist und eine Flüchtlingskatastrophe auslöste.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
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Deutschlands in diesem Land.