Ruanda
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "265"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RWA" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "RW / RWA"

Rwanda / Ruanda
Republik in Zentralafrika, 26338 km2, 7,23 Mio. Einwohner
Hauptstadt: Kigali. Amtssprachen: Kinyaruanda, Französisch, Englisch.
Verfassung:
- Im Mai 2003 haben 93 Prozent der Ruander bei einer Volksabstimmung einer neuen
Verfassung zugestimmt. Sie sieht u.a. ein Mehrparteien-System und freie Wahlen vor.
Landeskunde:
- Rwanda liegt auf einer gebirgigen Hochfläche und umfasst im Westen den östlichen Kiwusee;
im Nordwesten die Virungavulkane (im Karisimbi 4 507 m); wechselhaftes tropische Klima.
Bevölkerung:
- 90 % Hutu (Bantu),
9 % Tutsi (Hima), etwa 1 % Twa (Pygmäen).
Etwa die Hälfte der Einwohner sind Christen (überwiegend Katholiken, 13% Protestanten),
10% Muslime und der Rest Anhänger von
Naturreligionen. Die meisten Menschen
leben in ländlichen Streusiedlungen, während der Verstädterungsgrad mit 6% noch
ausgesprochen niedrig ist. Trotz allgemeiner Schulpflicht liegt die
Analphabetenrate noch bei 33%.
Wirtschaft und Verkehr:
- Rwanda ist ein Agrarland. Anbau von Mais, Maniok, Jamswurzel, Hirse, Bohnen,
Bataten, Kochbananen, für den Export Kaffee, Tee, Pyrethrum. Viehzucht.
Bergbau: auf Zinn, Wolfram, Gold, Beryll, Columbit u. a. Bedeutende Methanvorkommen
im Kiwusee (bisher wenig genutzt). Die Industrie verarbeitet landwirtschaftliche Produkte.
- Das verhältnismäßig dichte Straßennetz ist größtenteils nur
zu den Trockenzeiten befahrbar. Eine Eisenbahn gibt es nicht. Kigali und
Cyangugu besitzen internationale Flughäfen.
Geschichte:
- Wahrscheinlich im 14. Jahrhundert begannen die Tutsi, ein
Volk von Rinderhirten, in das Gebiet des heutigen Rwandas einzuwandern. Sie
dominierten bald die dort bereits ansässigen Hutu-Ackerbauern und
errichteten seit dem 15. Jahrhundert einen aristokratischen Staat mit dem Mwami (König) an der Spitze.
- 1890 Durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag wurden die deutschen Besitzansprüche auf
Rwanda anerkannt. Zusammen mit Burundi bildete es das Grenzgebiet der Kolonie
Deutsch-Ostafrika.
- Während des 1. Weltkriegs fiel das Territorium an Belgien. Die Belgier
verwalteten beide Länder als Ruanda-Urundi zunächst als Mandat des Völkerbundes.
- Seit 1946 als Treuhandgebiet der UNO (wirtschaftlich mit Belgisch-Kongo verbunden).
- Die Kolonialmächte begnügten sich mit indirekter Herrschaft, ohne den Gegensatz
zwischen den Hutu, die die Masse der Bevölkerung stellten, und den
Tutsi, zu beheben.
- Seit 1959 traten die Spannungen zwischen den Hutu und der TutsiTutsi-Minderheit
offen zu Tage.
- 1960 Die "Partei der Hutu-Emanzipation" (Parmehutu) gewann die ersten Wahlen.
- 1961 erklärte sie den Mwami (König) der Tutsi Kigéri V. für
abgesetzt und rief die Republik aus.
Der Mwami floh mit 60 000 Tutsi nach Burundi.
- 1962 wurde die Staatenunion getrennt, Rwanda wurde unabhängige Republik.
- Staatspräsident war 1962-1973 der Parmehutu-Führer G. Kayibanda.
- 1963 versuchten die emigrierten Tutsi
vergeblich eine Restitution der alten Machtverhältnisse.
Daraufhin kam es zu blutigen Ausschreitungen gegen die in Rwanda verbliebenen
Tutsi.
- 1973 brachen erneut Kämpfe zwischen den verfeindeten Bevölkerungsgruppen aus. Im selben Jahr
wurde Kayibanda von General J. Habyarimana gestürzt; dieser wurde zum Präsidenten
gewählt (Wiederwahl 1983 und 1988) und gründete 1975 die Einheitspartei MRND.
- 1990 drang von Uganda aus eine Rebellenarmee von im Exil lebenden
Tutsi (Front patriotique
rwandais, FPR) in Rwanda ein und verwickelte die Regierungstruppen in schwere Kämpfe.
Vor diesem Hintergrund leitete Habyarimana politische Reformen ein.
- Am 10. 6. 1991 trat eine neue Verfassung in Kraft. Die MRND verlor ihren Status als Einheitspartei.
In der Zwischenzeit gingen die Kämpfe mit dem FPR weiter.
- 1993 beschloss der Weltsicherheitsrat die Entsendung einer UN-Friedenstruppe.
- Nachdem Habyarimana im April 1994 zusammen mit dem burundischen Präsidenten bei einem
wahrscheinlich durch ein Attentat verursachten Flugzeugabsturz ums Leben kam, brachen in
Rwanda schwere Unruhen aus, die zum Massenmord an der
Tutsi-Minderheit und an
gemäßigten Hutus eskalierten.
Die Massaker forderten rund 1 Million Todesopfer.
Gleichzeitig kam es zu einer Flüchtlingskatastrophe. Französische Interventionsstreitkräfte
leisteten humanitäre Hilfe. Inzwischen konnte der FPR den Bürgerkrieg zu seinen Gunsten
entscheiden und die Macht in Rwanda übernehmen.
- Im Juli 1994 wurde in Zusammenarbeit mit gemäßigten Hutu-Politikern
eine Regierung
der nationalen Einheit als provisorische Exekutive eingesetzt. Das Amt des
Staatspräsidenten übernahm der Hutu P. Bizimungu.
Für die strafrechtliche Verfolgung des Völkermords setzte der UN-Sicherheitsrat
in Arusha (Tansania) ein Kriegsverbrechertribunal ein.
- Seit 1996 Durch die Rückkehr von Flüchtlingen
aus Uganda, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo brachen in Rwanda immer wieder blutige Konflikte aus.
- 1998/99 Rwandische Truppen unterstützten in der Demokratischen Republik Kongo
die Rebellion gegen den dortigen Machthaber L. Kabila.
- 2000 trat Präsident Bizimungu zurück. Die Nationalversammlung wählte P. Kagame,
einen Tutsi, zu seinem Nachfolger.
- Während die Innenpolitik von der Aufarbeitung des Völkermords
der 1990er Jahre bestimmt wurde, beherrschten die Konflikte in der Demokratischen
Republik Kongo weiterhin die Außenpolitik.
- 2003 stimmte die rwandische Bevölkerung in einem Referendum für
eine neue Verfassung und bestätigte Kagame bei Präsidentschaftswahlen im Amt.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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