Nigeria
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "232"
Kraftfahrzeugkennzeichen "WAN" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "NG / NGA"

Nigeria
Bundesrepublik in Westafrika, 923768 km2, 123,34 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Abuja; Amtssprache: Englisch.
Verfassung
- Die Verfassung ist von 1999. Nigeria ist eine präsidiale Bundesrepublik. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der mit weitgehenden Vollmachten ausgestattete Präsident (auf 4 Jahre direkt gewählt). Nigeria hat ein Zweikammerparlament (Legislaturperiode: 4 Jahre), bestehend aus Repräsentantenhaus (360 Abg.) und Senat (109 Mitgl.). Es besteht aus 36 Bundesstaaten und dem Hauptstadtterritorium.
Landeskunde:
- An die Küstenebene (Lagunen, Sümpfe, Mangroven) schließen sich Plateaus und Hügelländer (bis 600 m) sowie nach Norden eine Senkungszone an, der die Flüsse Niger und Benue folgen. Im Zentrum das Hochland von Bauchi (bis 1 780 m). Im Nordwesten ausgedehnte Ebenen. Im Nordosten das Tschadbecken. Höchste Erhebung: Vogel Peak (Shebshi Mountains, 2 042 m). Tropisches Klima; Feucht-, Trocken- und Dornstrauchsavanne mit Galeriewäldern, tropischer Regenwald.
Bevölkerung:
- Nigeria ist der volkreichste Staat Afrikas. Hauptgruppen sind im Norden die Hausa, Fulbe und Kanuri, im Südwesten die Yoruba, im Südosten die Ibo. Rund 50 % der Bevölkerung sind Muslime (besonders im Norden), 45 % Christen (bes. im Süden) sowie traditionelle afrikanische Religionen.
Die Mehrheit der Bevölkerung lebt auf dem Land. 44% der Nigerianer wohnen in Städten, die jedoch vielfach in ihrem Charakter mehr einem Großdorf ähneln. In ethnischer Sicht ist Nigeria ein Vielvölkerstaat, in dem mehr als 400 verschiedene Stämme und Sprachgruppen leben.
Die Spannungen zwischen Nord- und Südnigerianern sind z. T. religiös begründet. Christliche Missionen konnten nur in den südlichen, nichtislamischen Regionen wirken. Hier erhielten fast alle Kinder eine Grundschulausbildung. Aus diesem Kulturgefälle resultiert auch ein soziales und wirtschaftliches Gefälle von Süden nach Norden.
Wirtschaft und Verkehr:
- Nigeria ist der größte Erdölproduzent Afrikas, ferner Förderung von Erdgas, Bergbau: auf Zinn, Columbit, Steinkohle, Eisen u. a. Vielseitige Industrie (u. a. Erdölraffinerien, Nahrungsmittel-, chemische-, Textilindustire). Nigerstaudamm bei Kainji (Kraftwerk). Die Landwirtschaft kann den Eigenbedarf nicht decken. Angebaut werden Jamswurzeln, Maniok, Reis; für den Export Kakao, Ölpalmen, Erdnüsse, Kautschuk, Kokosnüsse, Tabak und Baumwolle. Viehzucht besonders im Norden (Nomaden); Holzwirtschaft; Fischerei.
- Obwohl das nigerianische Verkehrsnetz im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut ausgebaut ist, ist es insgesamt doch zu weitmaschig und für das Verkehrsaufkommen ungenügend. Die Binnenwasserstraßen (6400 km) spielen für den Güterverkehr eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Seehäfen sind Lagos (Apapa und Tin Can Island), Calabar, Warri, Port Harcourt und der Erdölhafen Bonny. Die Flughäfen Lagos, Kano, Calabar und Port Harcourt werden vom internationalen Luftverkehr angeflogen.
Geschichte:
- Seit dem Mittelalter bestanden auf dem Gebiet des heutigen Nigeria große Reiche.
- Das von Portugiesen entdeckte Gebiet geriet seit dem 18. Jh. unter britische Handelsvorherrschaft.
- 1914 wurde es britische Kolonie.
- 1960 Nigeria wurde unabhängig.
- 1963 wurde es Republik.
- 1966 kam es zu Militärputschen und zu schweren Ausschreitungen gegen die Volksgruppe der Ibo.
- 1967 erklärte Oberst O. Ojukwu die Unabhängigkeit der Ostregion unter dem
Namen Biafra, was zu einem blutigen Bürgerkrieg führte.
- 1970 Die Truppen Biafras wurden besiegt.
- Das Land wurde fast ausschließlich durch häufig wechselnde Militärregierungen beherrscht.
- 1999 siegte bei Präsidentschaftswahlen der ehemalige Militärmachthaber Obasanjo; seitdem allmähliche Demokratisierung.
- 2003 Bei den Präsidentschaftswahlen im April wurde Obasanjo im Amt bestätigt.
- Nigeria spielt eine aktive Rolle in der innerafrikanischen Politik (z. B. Engagement im liberianischen Bürgerkrieg). Innenpolitisch gefährden ethnische und religiöse Spannungen die gesellschaftliche Stabilität. Die Einführung der islamischen Rechtsprechung vor allem im muslimisch geprägten Norden des Landes führte zu schweren Unruhen. Bis Ende 2002 galt bereits in 12 von 36 Bundesstaaten die Scharia.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
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Deutschlands in diesem Land.