Mali
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "251"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RMM" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "ML /MLI"

Mali
Republik in West-Afrika, 1 240 192 km2, 10,98 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Bamako; Amtssprache: Französisch
Verfassung:
- Die Verfassung von 1992 ist an die französische Verfassung angelehnt und sieht eine Präsidialdemokratie vor. Der Zentralstaat ist aufgegliedert in 8 Regionen und den Distrikt von Bamako, 55 Kreise und 701 städtische und ländliche Gemeinden. Bisher besteht ein Einkammer-Parlament, die Assemblee Nationale, mit 147 Abgeordneten. Am 21.10.2001 wurde ein Conseil Regional gewählt, der quasi die Stellung eines Senates einnimmt. Seine Amtseinführung fand am 05.04. 2002 statt. Gemäß den Verfassungsbestimmungen ist die Justiz unabhängig. Der Staatspräsident ernennt den Regierungschef und die Mitglieder der Regierung.
Landeskunde:
- Den Südwesten des Landes nimmt das westsudanische Tafelland ein. In der nördlichen Landeshälfte hat Mali Anteil an der Sahara. Im Nordosten erhebt sich darüber das Gebirgsland des Adrar des Iforas.
Das Klima reicht vom wechselfeuchten Sudan mit sechs humiden Monaten bis zur vollariden Sahara. Die Feucht- und Trockensavannen mit ihren Galeriewäldern im Süden gehen über die Dornsavannen des Sahel in Halbwüste und schließlich vegetationslose Wüste im Norden über. Am Niger, der oberhalb von Timbuktu ein großes Binnendelta bildet, sind die bedeutendsten Siedlungen des Landes entstanden.
Bevölkerung:
- Etwa 80% der Bevölkerung gehören dem Islam an, 18% sind Anhänger von Naturreligionen, außerdem gibt es rund 1% Christen. Im dichter besiedelten Bereich des Niger leben Hackbau treibende Stämme (Bambara, Soninke, Malinke). Nomadische und halbnomadische Fulbe finden sich besonders im Westen von Mali an den Zuflüssen des Senegal und im Nigerbinnendelta. Das Bauernvolk der Senufo lebt vor allem im südöstlichen Landesteil. Den wüsten- und halbwüstenhaften Norden von Mali durchziehen berberische Tuareg und Mauren. Neben der Staatssprache Französisch ist als wichtigste Umgangssprache die Sprache der Bambara verbreitet, im Norden werden auch Berbersprachen und Arabisch gesprochen. Das Bildungswesen ist noch unzureichend entwickelt; die Analphabetenrate liegt bei 61%.
- Mali gehört mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 210 Dollar im Jahr zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
Wirtschaft und Verkehr:
- Die Landwirtschaft , die noch 82% der Erwerbstätigen beschäftigt, ist die wirtschaftliche Grundlage Malis. Hauptanbauprodukte sind Baumwolle (49% der Gesamtausfuhr), Erdnüsse, Reis, Maniok, Mais und Hirse. Wichtig ist die von Nomaden betriebene Viehzucht, die auch Exportgüter erbringt. Bedeutung hat auch der Fischfang in den Flüssen. An Bodenschätzen werden Gold (36% der Gesamtausfuhr), Phosphat, Kalk und Steinsalz abgebaut. Die wenig entwickelte Industrie erzeugt Nahrungsmittel, Baustoffe und einfache Verbrauchsgüter. Auch das Handwerk spielt eine wichtige Rolle.
- Das Straßennetz ist bisher nur für den Südwesten des Landes ausreichend. Wichtige Verkehrsträger sind die Eisenbahnlinie Dakar-Bamako, die Binnenschifffahrt auf dem Niger und dem Senegal und der Flugverkehr (Flughafen Bamako).
Geschichte:
- Um 1100 entstand am oberen Niger ein Großreich Mali, das sich bis ins 14. Jahrhundert weit nach Norden und Osten ausdehnte und durch Salz- und Goldhandel sehr reich wurde.
- 1235 Sundjata Keita, im 13. Jahrhundert der erste König Malis, besiegte den König des Nachbarvolkes Sosso und unterwarf den westlichen Sudan seiner Herrschaft. Unterworfene Stämme band Sundjata in seinem Großreich durch Tributherrschaft an sich, die die innere Struktur der eroberten Reiche weitgehend unangetastet ließ. Der Höhepunkt des Reiches fiel in die Regierungszeit von Kankan Musa (1312-1337), dessen Herrschaft sich von Gao am Niger im Osten bis an die Mündung des Gambia im heutigen Senegal erstreckte. In dieser Zeit galt Mali als der größte Goldlieferant der Welt.
- 15 Jh. Als das Reich zerfiel ging die Macht in diesem Gebiet zunächst an das Songhai-Reich über, das im 17. Jahrhundert Beute der Marokkaner und von Nomadenstämmen wurde.
- 1883 Die Franzosen unterwarfen das ganze Gebiet am Senegal und Niger.
- 1904 Als Französisch-Sudan wurde es ein Glied Französisch-Westafrikas.
- 1958 erhielt die französische Kolonie innere Autonomie innerhalb der Französischen Gemeinschaft und schloss sich im April 1959 mit der Republik Senegal zur Mali-Föderation zusammen.
- 1960 Als die Föderation zerfiel nahm die Republik Sudan den Namen Mali an. Unter Präsident Modibo Keita bemühte sich Mali um eine sozialistische Politik.
- 1961 Es bildete zusammen mit Ghana und Guinea die Union Afrikanischer Staaten, die sich jedoch 1963 wieder auflöste.
- 1968 Als wirtschaftliche Schwierigkeiten überhand nahmen, rissen junge Offiziere durch Staatsstreich die Regierung an sich. Präsident wurde Moussa Traore.
Dieser führte das Land mit diktatorischen Vollmachten und unter Missachtung der Menschenrechte. Er intensivierte die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich und führte Mali in die Franc-Zone zurück.
- Mitte der 1970er Jahre verhinderte die Dürrekatastrophe in der Sahelzone eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung.
- Seit Ende der 1980er Jahre geriet das Regime innenpolitisch zunehmend unter Druck. Die Opposition forderte die Demokratisierung des Landes.
- Im Januar und März 1991 kam es zu schweren Unruhen.
- Am 26.3.1991 wurde Traore vom Militär gestürzt.
- Am 12.1.1992 wurde per Referendum eine neue Verfassung angenommen. Erstmals fanden Wahlen im Rahmen eines Mehrparteiensystems statt.
- April 1992 Erster demokratisch gewählter Staatspräsident Malis wurde A. O. Konaré.
- 1992 - 96 Konflikte mit Tuareg im Norden des Landes.
- 1997 Bei den Präsidentschaftswahlen gab ihm die Bevölkerung das Mandat für eine zweite Amtszeit. Konare legte den blutigen Konflikt zwischen der schwarzafrikanischen Bevölkerungsmehrheit und den Tuareg bei und versuchte, die wirtschaftlichen Rahmendaten des Landes zu verbessern.
- 2002 Die Präsidentschaftswahlen gewann A. T. Toure.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
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Deutschlands in diesem Land.