Libanon
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "451"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RL" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "LB / LBN"

Libanon
Staat an der Ostküste des Mittelmeers,
10452 km2, 3,29 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Beirut; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Die im Mai 1926 verabschiedete Verfassung wurde 1927, 1929, 1943, 1947 und 1989
in einigen Punkten geändert. Seit dem Taif-Abkommen 1989 sind die Mandate für Christen und
Muslime zu gleichen Teilen verteilt; außerdem müssen
dem Kabinett die gleiche Anzahl von Christen und Muslimen (derzeit je 15) angehören.
An der Spitze stehen der Präsident (ein Maronit), der Premierminister (ein
Sunnit)
und der Parlamentspräsident (ein Schiit). Der Präsident,
der im Parlament gewählt wird, ernennt den Premierminister und beauftragt ihn mit der Regierungsbildung.
Alle Entscheidungen des Präsidenten bedürfen der Gegenzeichnung des Premierministers.
Volksvertretung: 128 Sitze werden paritätisch zwischen Christen
und Muslimen alle vier Jahre verteilt
(64:64); 34 für Maroniten, je 27 für Schiiten und
Sunniten, 14 für Griechisch-Orthodoxe,
8 für Drusen, 8 für Griechisch-Katholiken,
5 für Armenisch-Orthodoxe, 2 für Alawiten,
je 1 für Armenisch-Katholiken, Protestanten und für sonstige Minderheiten.
Parteien spielen eine untergeordnete Rolle und setzen sich im allgemeinen aus
den jeweiligen Religionsgemeinschaften zusammen.
Landeskunde:
- Hinter einer schmalen, dicht besiedelten Küstenebene erhebt sich das weitgehend
entwaldete Gebirge des Libanon (3083 m), den das trockene, aber bei Bewässerung fruchtbare Becken
Al Beqa (um 1000 m) vom Antilibanon (2814 m) trennt. Der Küstenstreifen hat Mittelmeerklima
mit trockenheißen Sommern und mildfeuchten Wintern.
Bevölkerung:
- Die religiös sehr gemischte Bevölkerung (nach Schätzungen 40% Christen:
25% Maroniten, 7% griechisch-orthodoxe, 5% griechisch-katholische und 5% andere Christen - 60%
Moslems: 21% Sunniten,
32% Schiiten, 7% Drusen -
wenige Juden u. a.) besteht aus 93% Arabern verschiedener
Herkunft und hat sich mit Angehörigen zahlreicher anderer Völker vermischt (4,6% Armenier,
0,7% Kurden u. a.). Ungefähr 1 Mio. Libanesen leben im Ausland.
Rund 88% der libanesischen Bevölkerung leben in Städten. Libanon besitzt 5
Universitäten (davon 4 in Beirut). Mit nur rund 8% Analphabeten gehört Libanon
zu den in der Schulbildung fortschrittlichsten Ländern des Nahen Ostens.
Wirtschaft und Verkehr:
- Trotz technisierter Anbaumethoden trug die Landwirtschaft
1996 nur 12% zum Bruttoinlandprodukt bei; etwas höher war der Anteil der Industrie mit 27%.
Stärkster Faktor der Wirtschaft ist der Dienstleistungsbereich mit rund 61%.
Der Ausbruch des Bürgerkrieges 1975, der mit Unterbrechungen bis 1990 andauerte, stürzte
das Land in eine katastrophale wirtschaftliche Krise. Die libanesische Landwirtschaft,
die nur 30% der Landesfläche nutzen kann, betreibt überwiegend den Anbau von Weintrauben,
Zitrusfrüchten, Tafelobst, Gemüse, Bananen sowie Milchvieh- und Geflügelhaltung. Nur 7%
der Landesfläche sind bewaldet. Bodenschätze von wirtschaftlicher Bedeutung gibt es
im Libanon nicht. Die Industrie produziert überwiegend Verbrauchsgüter (Nahrungsmittel,
Textilien, Maschinen, Metalle und chemische Erzeugnisse) sowie Baustoffe und Erdölprodukte.
Der bedeutendste industrielle Standort ist Beirut und Umgebung.
- Das Verkehrsnetz ist mit 222 km Eisenbahn und rund 6600 km asphaltierte Straßen
gut ausgebaut. Beirut ist Verkehrsknotenpunkt des Landes und Ausgangspunkt für
die Verbindungen nach Syrien. Die wichtigsten Häfen sind Beirut und Tripoli
(Tankerhäfen).
Geschichte:
- 1516-1920 waren Libanon und Syrien eine Provinz des
Osmanischen Reiches.
-
1840 übernahm Frankreich die Schutzherrschaft über die unierten Christen.
-
1920 Nachdem das Land 1920 Frankreich besetzt und
-
1923 französisches Mandatsgebiet geworden war, lösten es die Franzosen von Syrien
und gaben ihm
-
1926 eine eigene Verwaltung.
-
1941 Nach dem Einmarsch britischer und französischer Truppen wurde Libanon nominell unabhängig.
-
1944 wurde das Mandat aufgehoben.
-
1946 zogen die fremden Truppen ab. Der "Nationalpakt" von 1943 legte auf Basis der Verfassung
von 1926 einen Ämterproporz zwischen den Religionsgruppen fest; danach
sollte der Staatspräsident maronitischer Christ, der Ministerpräsident
sunnitischer Moslem sein.
-
Seit 1967 gewannen die palästinensischen
Organisationen an Einfluss.
-
Politische und soziale Gegensätze überlagerten die konfessionellen und stellten den Nationalpakt
in Frage.
-
1975/76 kam es zum Bürgerkrieg mit oft unklaren Fronten; Hauptgegner waren christliche Milizen
-
einerseits, linke Moslems und Palästinenser andererseits.
-
1976 Als "Friedenstruppe" der Arabischen Liga besetzte syrisches Militär
große Teile des Landes. Die palästinensischen
Freischärler benutzten Libanon zunehmend als Operationsbasis für militärische und
terroristische Aktionen gegen Israel, das mit Vergeltungsmaßnahmen
reagierte.
-
1978 Einmarsch israelischer Truppen im Südlibanon).
-
1978 wurden UN-Truppen im Südlibanon stationiert, denen es jedoch nicht gelang, das Grenzgebiet
zu kontrollieren.
-
Im Juli 1982 marschierten die Israeli mit starken Verbänden in Libanon ein und zwangen die
über 5000 in Beirut eingeschlossenen Freischärler zum
kontrollierten Abzug in andere arabische Staaten.
-
Im September 1982 verübten christliche Milizen der Phalange unter den Augen
der israelischen Besatzer ein Massaker in zwei Beiruter
Palästinenserlagern.
-
1982 wurde A. Gemayel Nachfolger des seit 1976 amtierenden Staatspräsidenten E. Sarkis.
-
1985 zog Israel seine Truppen aus Libanon ab. Es behielt allerdings
im Süden des Landes eine Sicherheitszone unter Kontrolle der von ihm unterhaltenen
Südlibanesischen Armee. Nach dem israelischen Abzug kehrten PLO-Verbände
nach Libanon zurück. Immer wieder flammten Bürgerkriegskämpfe zwischen den unterschiedlichen
Parteien auf, in die zunehmend Miliz-Organisationen
(Amal, Hizbollah) eingriffen.
-
1987 besetzten syrische Truppen West-Beirut, um dort tobende
Straßenkämpfe zu beenden.
-
1988 ernannte Präsident Gemayel unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit den christlichen
General M. Aoun zum Chef einer Militärregierung. Die Wahl eines neuen Präsidenten kam
nicht zustande. Aoun versuchte vergeblich, seine Macht zu etablieren.
-
1989 beschloss das Parlament im saudi-arabischen Tai'f ein
Dokument für nationale Eintracht; danach sollten u. a. Moslems
und Christen künftig gleich viele Parlamentsabgeordnete stellen.
-
1989 Der im November zum Präsidenten gewählte R. Muawad wurde nach wenigen Tagen ermordet.
Sein Nachfolger wurde E. Hraoui, der zu weit gehender Zusammenarbeit mit
Syrien bereit war.
-
1990 Im August beschloss das Parlament die in Tai'f vereinbarte Verfassungsreform.
-
1990 Im Oktober wurden die Truppen Aouns endgültig geschlagen.
-
1991 wurden die Milizen der verschiedenen Gruppierungen größtenteils entwaffnet.
-
Am 22. 5. 1991 schloss Libanon mit Syrien einen Vertrag der
Bruderschaft, der Kooperation und der Koordination, durch den Libanon praktisch
zu einem syrischen Protektorat wurde.
-
1992 Nach den von den Christen boykottierten Parlamentswahlen wurde der Unternehmer R. Al Hariri
neuer Ministerpräsident. Er konzentrierte die Regierungspolitik auf den
wirtschaftlichen Wiederaufbau des durch den Bürgerkrieg schwer geschädigten Landes.
-
1996 Bei den Parlamentswahlen wurde die Regierung von Rafik Al Hariri im Amt bestätigt.
-
1998 Im Oktober wurde General Emile Lahoud zum neuen Präsidenten gewählt.
Er ernannte den früheren Ministerpräsidenten Salim Al Huss zum neuen Regierungschef
-
2000 Im Mai zog Israel sich aus dem seit 1985 besetzten Südlibanon zurück.
Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Wirtschaftspolitik der Regierung begünstigte
bei den Parlamentswahlen im August/September 2000 die Opposition.
Die von R. Al Hariri geführte Wahlallianz Liste der Würde ging als Sieger aus der Abstimmung hervor.
Al Hariri wurde erneut Ministerpräsident.
- Juni 2003 In den Nahost-Friedensprozess kommt mit dem direktem Engagement von US-Präsident Bush Bewegung.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.