Kongo (Republik Kongo)
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "245"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RCB" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "CG / COG"

Kongo (Republik Kongo)
342.000 km2; ca. 3 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Brazzaville, Amtssprache: Französisch.
Verfassung
- Verfassung vom 09.08.2002, in der umfassende Grundrechte, aber auch Bürgerpflichten normiert sind. Präsidialregime mit weitreichenden Rechten der vom Staatspräsidenten ausgeübten Exekutive. Er wird vom Volk auf sieben Jahre gewählt, einmalige Wiederwahl ist zulässig. Er ernennt die Minister und entlässt sie. Der Präsident kann vom Parlament nicht abgewählt werden; er selbst kann das Parlament aber auch nicht auflösen. Er kann jedoch vor dem Obersten Gerichtshof wegen Hochverrats angeklagt werden.
Landeskunde:
- Kongo wird im Osten und Südosten vom Kongo und seinem Nebenfluss Ubangi begrenzt. Die Hauptstadt Brazzaville liegt am Pool Malebo, einer seeartigen Erweiterung des Kongo. Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, liegt am gegenüberliegenden Ufer.
Das Land liegt beiderseits des Äquators und hat daher tropisches Klima. Nach der schmalen Küstenebene erhebt sich das Land zu einem Hochplateau, das an der Grenze zu Gabun bis zu 1040 m ansteigt. Der größte Teil des Landes ist von Regenwald bedeckt.
Bevölkerung:
- Ca. 98% Bantus (Bakongo, Téké, Mbochi, Kouyou). Ca. 2 % Pygmäen, Europäer. Der Süden ist dichter besiedelt als der Norden des Landes. Rund die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich zum Christentum; daneben sind traditionelle afrikanische Glaubensvorstellungen verbreitet.
Wirtschaft und Verkehr:
- In der Landwirtschaft überwiegt der tropische Wanderhackbau, der zumeist der Selbstversorgung dient. Einige moderne Großbetriebe liefern Kaffee, Kakao, Ölfrüchte und Tabak für den Export. Die Viehzucht kann den Inlandbedarf nicht decken. Die Wälder erbringen wertvolle Edelhölzer für den Export. Bedeutendstes Ausfuhrprodukt ist Erdöl; außerdem werden an Bodenschätzen noch Blei- und Zinkerz, Diamanten sowie etwas Gold gewonnen. Die Energieversorgung wird zu 99% durch Wasserkraftwerke sichergestellt. Die Industrie beschränkt sich in erster Linie auf die Verarbeitung von Agrarprodukten.
- Das Straßennetz umfasst 12 800 km. Es handelt sich überwiegend um nichtbefestigte Nebenstraßen und Pisten. Im Norden sind der Kongo und einige Nebenflüsse die einzigen Verkehrswege. Eine Eisenbahn verbindet den Hafen Pointe-Noire mit Brazzaville. Internationale Flughäfen sind in Brazzaville und Pointe-Noire.
Geschichte:
- Vor der Entdeckung durch Europäer gab es eine Reihe kleiner Königreiche nördlich des Kongoflusses.
- 1880 schloss der französische Forschungsreisende S. de Brazza mit dem König der Bateke im Namen Frankreichs einen Vertrag, der ihm erlaubte, wenige Jahre später das Land nördlich des Kongo zu besetzen.
- 1888 mit Gabun vereinigt.
- 1891 wird es zur Kolonie Französisch-Kongo (Mittelkongo) erklärt.
- 1910 wurde das Land Teil der französischen Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Hauptstadt war Brazzaville.
- Nach dem 2. Weltkrieg war die Kolonie Überseeterritorium innerhalb der Französischen Gemeinschaft.
- 1957 erhielt das Gebiet Autonomie. Nachdem der Zusammenschluss der verschiedenen Territorien aufgelöst worden war, wurde Kongo als Kongo-Brazzaville am 15. 8. 1960 unabhängige Republik in der Französischen Gemeinschaft.
- 1963 wurde der erste Staatspräsident F. Youlou gestürzt; es folgten verschiedene Umsturzversuche.
- 1969 wurde Staatspräsident A. Massemba-Débat abgesetzt, die Staatsführung übernahm ein Nationaler Revolutionsrat mit M. Ngouabi an der Spitze.
- 1969 Unter Ngouabi wurde Kongo zur Volksrepublik erklärt. Das Regime knüpfte enge Verbindungen mit den kommunistischen Staaten - so holte es kubanische Militär- und Zivilberater ins Land -, blieb aber assoziiertes Mitglied der EG. Im angolanischen Bürgerkrieg diente Brazzaville der Sowjetunion als Nachschubbasis für die MPLA.
- 1977 wurde Ngouabi ermordet.
- 1979 wurde dessen Nachfolger J. Yhombi-Opango gestürzt. Seitdem war Oberst D. Sassou-Nguesso Staats- und Parteichef, der, ungeachtet eines 1981 mit der Sowjetunion geschlossenen Freundschaftspaktes, eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Westen verfolgte.
- 1990 Die von Sassou-Nguesso eingeleitete Demokratisierung gewann rasch an Eigendynamik. Die bisherige Einheitspartei PCT (Kongolesische Arbeiterpartei) verzichtete auf ihr Machtmonopol und sagte sich vom Marxismus los.
- 1991 tagte eine Nationalkonferenz, die die Umbenennung des Landes in Republik Kongo beschloss.
- 1992 trat eine neue präsidiale Verfassung in Kraft. Es fanden freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. P. Lissouba von der L'union panafricaine pour la démocratie sociale wurde zum Staatspräsidenten gewählt.
- 1997 Spannungen zwischen Anhängern Sassou-Nguessos und regierungsnahen Kräften entluden sich in blutigen Auseinandersetzungen, die zum Sturz Lissoubas und zur erneuten Machtübernahme Sassou-Nguessos führten.
- 1998/99 Im militärischen Konflikt mit den Milizen Lissoubas behielten die Regierungstruppen die Oberhand.
- Im Januar 2002 stimmte die Bevölkerung für eine neue präsidiale Verfassung, die die Herrschaft Sassou-Nguessos zementierte. Dieser wurde im März 2002 in umstrittenen Wahlen im Präsidentenamt bestätigt.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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