Kenia
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "243"
Kraftfahrzeugkennzeichen "EAK" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "KE / KEN"

Kenia
Republik in Ostafrika, ca. 582.600 km2; ca. 32 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Nairobi, Amtssprache: Kisuaheli, Englisch.
Verfassung
- Kenia ist laut der Verfassung vom 12. 12. 1963 (mit mehrfachen Revisionen) eine präsidiale Republik mit zentralistischem Aufbau. Der Staatspräsident wird auf 5 Jahre direkt vom Volk gewählt und verfügt über weit reichende Exekutivvollmachten. Er ist gleichzeitig Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Im März 2004 wurde der sogenannte Bomas-Verfassungsentwurf erstellt. Dieser sieht unter anderem die Schaffung des Amtes des Ministerpräsidenten unter Reduzierung der Kompetenzen des Präsidenten, die erhebliche Stärkung des Parlaments sowie die Dezentralisierung und Stärkung der Provinzen vor. Der Verfassungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.
Landeskunde:
- Dem Tiefland im Osten steht das Hochland im Westen gegenüber, das durch den nordsüdlich verlaufenden Ostafrikanischen Graben (Rift Valley) mit dem Turkanasee im Norden und dem Aberdaregebirge als östlicher Begrenzung sowie durch zahlreiche erloschene Vulkane (Mt. Kenya 5200 m) stärker gegliedert ist. Im Westen grenzt das Land an den Victoriasee. Das Klima ist tropisch. Kenia liegt zu beiden Seiten des Äquators. Das kühle Hochland empfängt mit Ausnahme der trockeneren Grabenzone reichlich Niederschläge und ist mit seinen fruchtbaren vulkanischen Verwitterungsböden das Hauptsiedlungsgebiet. Im trockenen Grabengebiet und auf den östlichen Ebenen gedeiht nur Dornsavanne. Im Norden Halbwüste.
Bevölkerung:
- Über 60% Bantuvölker (Kikuyu, Luhya, Kamba u. a.) sowie Niloten (Luo, Massai, Oromo, Somali). Daneben gibt es Araber, Inder und Europäer. Die höchsten Bevölkerungsdichten findet man im gut beregneten Hochland und in der südlichen Küstenregion.
- Etwa 70% der Bevölkerung sind Christen, 10% Moslems (Sunniten), 10% Anhänger von Naturreligionen, sowie Minderheiten wie Hindus und Buddhisten.
Wirtschaft und Verkehr:
- Für etwa 75 % der Bevölkerung bildet die Landwirtschaft die Existenzgrundlage. Anbau auf Mais, Weizen, Gerste, Hafer, Bohnen, Süßkartoffeln, Hirse, Zuckerrohr und an der Küste Kokosnüsse. Kaffee, Tee, Pyrethrum, Tabak, Gemüse, Südfrüchte, Schnittblumen und Sisal sind Exportgüter. Viehzucht (Rinder). Agrarprodukte stellen über die Hälfte der Gesamtausfuhr Kenias. An Bodenschätzen werden bisher Magnesit, Gold, Salz und Soda gewonnen. Die Industrie ist gegenüber den umliegenden Ländern weiter entwickelt. Es werden Agrarprodukte sowie Verbrauchsgüter (Möbel, Textilien, Schuhe, Papier u. a.) erzeugt. Fahrzeugmontage, chemische und Metallindustrie. Das Handwerk hat durch den Tourismus neuen Aufschwung genommen. Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Devisenbringer des Landes.
- Das Verkehrsnetz ist im Süden gut ausgebaut. Im Norden unterentwickelt. Ugandabahn mit Abzweigungen im westlichen Hochland. Haupthafen ist Mombasa. Gut entwickelt sind die internationalen Flugverbindungen (internationale Flughäfen gibt es in Nairobi und Mombasa) und der Inlandluftverkehr.
Geschichte:
- Seit 10. Jh. Im Küstengebiet Entwicklung der arabisch-afrikanischen Swahili-Kultur. (Das Horn von Afrika gilt als "Wiege der Menschheit".)
- 16. Jh. Erst nach Besiedlung der Küste von der arabischen Halbinsel aus tritt das Land in das Bewusstsein der Europäer: Die Portugiesen erobern Mombasa und bauen Stützpunkte entlang der ostafrikanischen Küste. Zu den ersten Europäern, die das Hinterland bereisten, gehören schwäbische Missionare.
- 1897 - 1901 Nach Erschließung durch den Bau der Uganda-Eisenbahn wird Kenia britische Siedlungskolonie.
- Ab 1902 Verteilung des fruchtbaren Hochland an weiße Siedler. Diese europäische Minderheit förderte und lenkte die wirtschaftliche Erschließung.
- 1919 erreichte sie auch Mitsprache in der Verwaltung. Die afrikanische Nationalbewegung entzündete sich, besonders unter den Kikuyu, an der Landnot.
- 1952 Mau-Mau-Aufstand, den England militärisch niederschlug. Danach wurden (1957) politische Reformen eingeleitet.
- 1963 Kenia erhält seine Unabhängigkeit.
- 60er/70er Jahre Jomo Kenyatta wird erster kenianischer Präsident. Er lehnt das Land eng an den Westen an. Phase politischer Stabilität. Gefördert durch großzügige westliche Hilfen entsteht eine konstante wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung.
- 1978 Nach dem Tod Kenyattas wird Vizepräsident Daniel Arap Moi neuer Präsident.
- Ab Mitte 80er Jahre Verschärfung politischer Fehlentwicklungen: Erstarrung des Einparteiensystem, Machtmissbrauch, Repression gegenüber oppositionellen Regungen, Korruption und Missmanagement, wirtschaftliche und soziale Probleme. Es kommt zu blutigen Unruhen.
- 1992 Nach einer Verfassungsreform, die ein Mehrparteiensystem institutionalisierte, finden erstmals nach 26 Jahren freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Aus dieser geht die bisherige Regierungspartei "Kenya African National Union" (KANU) als Sieger hervor.
- 1995 Wirtschaftliche Liberalisierung.
- 1997 Erweiterung der politischen Freiheitsräume im Vorfeld der zweiten Wahlen im Mehrparteiensystem. KANU erneut Sieger der Wahlen. Daniel Arap Moi wird wiederum als Präsident bestätigt.
- 1998 Ein Terroranschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Nairobi fordert im August weit über 200 Todesopfer.
- 1999 Im Februar sorgt die Verschleppung des Kurdenführers A. Öcalan aus Nairobi in die Türkei für internationales Aufsehen.
- 2002 "National Rainbow Coalition" (NARC), ein Zusammenschluss der bisherigen Oppositionsparteien, gewinnt die Wahlen.
Mwai Kibaki wird zum Staatspräsidenten gewählt.
- 2004 Im Juni Kabinettsumbildung und Ernennung einiger Mitglieder der Oppositionspartei KANU zu Ministern.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.