Kamerun
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "262"
Kraftfahrzeugkennzeichen "-" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "CM / CMR"

Kamerun
Staat in Zentralafrika, 475442 km2, 15,42 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Yaoundé; Amtssprachen: Französisch, Englisch.
Verfassung:
- Das Parlament hat im Dezember 1995 einen von Präsident Biya vorgelegten Verfassungsentwurf beraten und beschlossen. Diese Verfassung trat mit ihrer Verkündung durch Präsident Biya am 18.01.1996 in Kraft. Sie sieht bei Aufrechterhaltung des Einheitsstaats mit seiner Präsidialverfassung nach französischem Vorbild eine gewisse Dezentralisierung vor, die Schaffung einer zweiten Parlamentskammer (Senat) sowie die Festsetzung der Amtszeit des Staatspräsidenten auf sieben Jahre mit einmaliger Wiederwahlmöglichkeit.
Landeskunde:
- Kamerun grenzt an den Golf von Guinea und reicht nach Nordosten bis zum Tschadsee. Flache Küstenniederung mit reichen Niederschlägen (tropischer Regenwald), im Innern meist Hochland (Savanne), im Westen vulkanisch (Kamerunberg 4 070 m).
Bevölkerung:
- Zu den ältesten Bewohnern zählen die rund 10 000 Pygmäen, die als Wildbeuter in den Wäldern des Südens und Südostens leben. Bantuvölker treiben in der Waldzone des Südens ebenso wie die Sudanvölker der nördlichen Savannen Wanderhackbau. Außerdem leben im Norden Fulbe und Araber als Viehzüchter und Händler. Von den rund 20 000 Europäern in Kamerun leben mehr als die Hälfte in Douala. Rund 53% aller Einwohner sind Christen verschiedener Konfessionen, 22% Muslime und 25% Anhänger von Naturreligionen.
Wirtschaft und Verkehr:
- Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Angebaut werden Mais, Hirse, Maniok; für den Export Kakao, Kaffee, Baumwolle, Bananen, Erdnüsse, Kautschuk. Vieh- und Forstwirtschaft, Fischerei. Erdölförderung vor der Küste, sonst wenig entwickelter Bergbau. Aluminiumwerk, Erdölraffinerie, Verarbeitung von Agrarprodukten und Holzindustrie.
- Der Ausbau des bereits recht guten Verkehrsnetzes macht rasche Fortschritte. 1974 wurde die Trans-Kamerun-Bahn bis Ngaoundére fertig gestellt, sie wird noch bis N'Djaména (Republik Tschad) weitergebaut und soll vor allem die wirtschaftliche Entwicklung des Hinterlandes fördern. Der Haupthafen Douala ist durch Eisenbahnen mit den anderen größeren Städten verbunden und hat einen internationalen Flughafen. Kribi ist der Hafen für den Holzexport. Weitere internationale Flughafen gibt es in Yaoundé, Garoua und Bafoussam.
Geschichte:
- 1472 entdeckte der portugiesische Seefahrer Fernando Póo als erster Europäer auf einer Indienfahrt die nach ihm benannte Insel (heute Bioko) vor der Küste Kameruns. Die Kontakte der Portugiesen mit den Eingeborenen beschränkten sich jedoch auf den gelegentlichen Austausch von Waren.
- Seit Ende des 16. Jahrhunderts erschlossen holländische Kaufleute die Seewege nach Afrika und Indien. Aber auch sie schreckten vor dem feucht-heißen Küstenklima Kameruns zurück und unterließen eine Kolonisation.
- Ende des 18. Jahrhunderts kamen die Küstenregion politisch unter britischen Einfluss. Von Bioko aus gründeten Baptistenmissionare die ersten Siedlungen auf dem Festland. Das Interesse der Briten galt besonders dem Handel.
- 1884 Als der britische Konsul Hewett mit dem Auftrag nach Douala kam, Kamerun zum britischen Protektorat zu machen, musste er feststellen, dass die einheimischen Häuptlinge schon mit dem Deutschen G. Nachtigal Verträge abgeschlossen hatten und damit unter dem Schutz des Deutschen Reichs standen. Der Bau von Verkehrswegen und die Errichtung von Militär- und Verwaltungsposten im ganzen Land ermöglichten bald eine effektive Verwaltung, wobei aber besonders im islamischen Norden die einheimischen Autoritäten so weit wie möglich belassen wurden.
- 1911 wurde die deutsche Kolonie Kamerun auf Kosten Französisch-Äquatorialafrikas erweitert.
- Im 1. Weltkrieg eroberten die Alliierten Kamerun. Entsprechend dem britisch-französischen Teilungsvertrag von 1916 zogen sich die Briten in den westlichen Teil zurück, während Frankreich die übrigen neun Zehntel des Landes besetzte.
- 1919 wurde Westkamerun Völkerbundmandat, und im gleichen Jahr wurde es an die britische Kolonie Nigeria angegliedert, das Mandat Französisch-Kamerun (Ost-Kamerun) jedoch eigenständig verwaltet.
- 1946 Die UN vergab Kamerun als Treuhandgebiet an Großbritannien und Frankreich mit der Auflage, das Land auf seine volle Unabhängigkeit vorzubereiten.
- 1958 erhielten die Bewohner Französischkameruns die Autonomie. Die Außen- und Verteidigungspolitik blieben bis zur Verleihung der vollen Unabhängigkeit am 1. 1. 1960 in französischen Händen.
- Durch ein Plebiszit in Britischkamerun wurde der Forderung nach Wiedervereinigung Rechnung getragen. Der Norden Westkameruns entschied sich für den Verbleib bei Nigeria, der Süden für den Anschluss an die Republik Kamerun.
- So wurde am 1. 10. 1961 die Bundesrepublik Kamerun ausgerufen.
- Erster Staatspräsident des unabhängigen Kameruns wurde A. Ahidjo.
- 1972 hob er die bundesstaatliche Ordnung auf und schuf einen zentralistischen Einheitsstaat. Nach Ahidjos Rücktritt übernahm verfassungsgemäß der bisherige Premierminister P. Biya die Präsidentschaft.
- 1990 Gegen das repressive Regime Biyas richteten sich blutige Demonstrationen. Im selben Jahr wurde ein Gesetz über die Einführung eines Mehrparteiensystems verabschiedet.
- 1992 fanden freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Die Opposition bezichtigte den Wahlsieger Biya der Stimmenfälschung. Es kam erneut zu Ausschreitungen.
- 1995 wurde Kamerun Mitglied des Commonwealth.
- 1997 Bei den Präsidentschaftswahlen bestätigte die Bevölkerung Biya im Amt des Staatspräsidenten.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.