Kambodscha
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "446"
Kraftfahrzeugkennzeichen "K" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "KH / KHM"

Kambodscha
Staat in Südostasien, 181035 km2, 11,2 Mio. Einwohner.
Hauptstadt Phnom Penh; Amtssprache: Khmer.
Verfassung
- Kambodscha ist eine konstitutionelle Monarchie mit einer Nationalversammlung und einem
Senat als zweiter Kammer. Das kambodschanische Königshaus verfügt weiterhin über Einfluss,
selbst wenn König Sihanouk laut Verfassung keine Macht zukommt.
Landeskunde
- Den Kern Kambodschas bildet die gebirgsumrandete Aufschüttungsebene (Reisanbau) um den Mekong und den See Tonle Sap (besonders fischreich), von Hügeln durchsetzt. Tropisches Monsunklima; reichliche Niederschläge besonders im Westen. Verbreitet Waldgebiete (Edelhölzer).
Bevölkerung
- Die überwiegend buddhistische Bevölkerung (90 %) besteht aus dem staatstragenden Volk der Khmer, daneben aus Vietnamesen sowie aus Chinesen, Lao und den islamischen Cham. Rund 80% aller Einwohner leben im Tiefland am Mekong und um den Tonlé-Sap; nur 16% wohnen in Städten. Die Analphabetenrate ist mit 61% noch ausgesprochen hoch.
Staatsreligion ist - bei Toleranz gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften -
der Buddhismus.
Wirtschaft und Verkehr
- Kambodschas Wirtschaft wurde durch den Indochina-Konflikt erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der seit 1980 begonnene Wiederaufbau des wirtschaftlich völlig ruinierten Landes wurde durch politische Unruhen immer wieder unterbrochen. Die Landwirtschaft ist mit Abstand der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes. Lebensgrundlage ist der Anbau von Reis. Der Wald liefert u. a. Teak, Mahagoni und Ebenholz. In seinen Gewässern hat Kambodscha das bedeutendste Fischreservoir Südostasiens. Für die Versorgung der Bevölkerung wird insbesondere die Zucht von Schweinen und Geflügel gefördert. An Bodenschätzen gibt es Phosphate, Edelsteine und Eisenerz. An der Küste wird Meersalz gewonnen. Die wenig entwickelte Industrie hat durch den Krieg weitere Rückschläge erlitten. Alle größeren Unternehmen sind verstaatlicht worden.
- Die wichtigsten Fernstraßen sind die Verbindungen der Hauptstadt Phnom Penh mit Ho Chi Minh (früher Saigon), dem Golf von Thailand, Thailand und Angkor. Die wichtigsten Verkehrswege sind die Wasserstraßen. Haupthäfen sind der Binnenhafen Phnom Penh und der Seehafen Kompong Som. Internationaler Flughafen ist Pochentong bei Phnom Penh.
Geschichte
- Im Gebiet von Kambodscha bestanden seit dem 6. Jahrhundert n. Chr. Reiche der Khmer.
- 1887 wurde das Königreich der Khmer dem französischen Indochina einverleibt.
- 1953/54 erhielt Kambodscha die staatliche Unabhängigkeit.
- Dem politischen Druck Chinas auf die Staaten Indochinas suchte das Königreich Kambodscha durch Neutralitätspolitik zu begegnen.
- 1970 weitete sich der Vietnamkrieg nach Kambodscha aus.
- 1975 kapitulierten die kambodschanischen Regierungstruppen vor den kommunistischen Roten Khmer, die die Macht übernahmen. Die kommunistische Regierung unter Pol Pot suchte Kambodscha
zu einem reinen Agrarstaat umzugestalten (Zwangsumsiedlung der Stadtbevölkerung aufs Land)
und errichtete ein Terrorregime, dem etwa 2 Mio. Menschen zum Opfer fielen (Killing Fields).
- 1979 wurden die Roten Khmer im Zuge einer
vietnamesischen Militärintervention gestürzt.
Danach Proklamation der VR Kampuchea, gegen die sich eine Widerstandskoalition aus Kommunisten
und Nichtkommunisten stellte.
- 1989 Rückzug der vietnamesischen Truppen.
- 1989 erfolgte durch Verfassungsänderung die Umbenennung in Staat Kambodscha.
- 1990 unterbreitete der UN-Sicherheitsrat einen Friedensplan.
- 1991 schlossen die 4 Bürgerkriegsparteien ein Friedensabkommen. Prinz Norodom
Sihanouk wurde zum Präsidenten des Obersten Nationalrats gewählt.
- 1992-93 unterstand Kambodscha einer UN-Übergangsverwaltung (UNTAC).
- Bei den Wahlen im Mai 1993 erhielten die Royalisten die Mehrheit. Aufgrund der neuen Verfassung (Wiedereinführung einer konstitutionellen Monarchie)
wurde Sihanouk im September 1993 zum König gewählt.
- Der 1994 wieder aufgeflammte Bürgerkrieg mit den Roten Khmer erlosch
durch deren inneren Zerfall (1997/98).
- Im Juli 1997 gelangte der vormalige kommunistische Ministerpräsident Hun Sen
durch einen Putsch an die Macht. Seine Partei (CPP) wurde bei den Wahlen vom Juli 1998
stärkste politische Kraft.
- 1999 wurde Kambodscha Mitglied der ASEAN.
- 2003 Aus den Wahlen ging wiederum die CPP als stärkste Partei hervor, die Sam Rainsy Partei konnte ihre Oppositionsrolle vor allem in den Städten weiter ausbauen.
- Premierminister: HUN Sen (CPP).
- Staatsoberhaupt: König Norodom Sihanouk.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
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