Israel
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland zum Zwecke eines Kurzaufenhaltes keines Aufenthaltstitels, wenn Sie im Besitz eines Nationalpasses sind und die Vorausetzungen von Artikel 5 SDÜ erfüllen (§ 4 Abs. 1 AufenhG, § 15 AufenthV). Während des visumfreien Aufenthalts ergibt sich der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit aus § 17 AufenthV. Staatsangehörige dieses Staates können auch für einen Aufenthalt, der kein Kurzaufenthalt ist, visumfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich darin aufhalten. Ein erforderlicher Aufenthaltstitel kann im Bundesgebiet eingeholt werden (§ 41 AufenthV).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "441"
Kraftfahrzeugkennzeichen "IL" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "IL / ISR"

Israel
Republik in Vorderasien (Naher Osten), 20 991 km2
6,08 Mio. Einwohner (ohne die unter israelischer Verwaltung stehenden arabischen Gebiete);
Hauptstadt: Jerusalem. Amtssprachen: Hebräisch, Arabisch.
Die Fläche von 20 991 km2 schließt das 1967 eingegliederte Ost-Jerusalem ein,
nicht aber die Golangebiete, auf die 1981 die israelische Rechtsprechung ausgedehnt wurde.
Ausgeschlossen sind auch das 1967 annektierte Westjordanland und der Gazastreifen.
Der größte Teil des Gazastreifens und verschiedene Gebiete im Westjordanland
wurden ab 1994 unter palästinensische Selbstverwaltung gestellt.
Verfassung:
- Israel ist eine parlamentarisch-demokratische Republik. Eine Verfassung ist
seit der Staatsgründung 1948 nicht zustande gekommen, hauptsächlich wegen der
Uneinigkeit zwischen religiösen und nichtreligiösen Parteien.
Das staatsrechtliche Gefüge hat darunter nicht gelitten; es wird geregelt durch
einzelne "Grundgesetze" (z. B. über Präsidentenamt, Knesset, Regierung, Armee, Grundeigentum),
denen weitere folgen sollen. Die Anerkennung der allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte
ist durch einfache Gesetze gesichert.
- Gesetzgebendes Organ ist das Einkammerparlament, die Knesset (120 Abgeordnete).
Sie wählt den Staatspräsidenten (auf fünf Jahre), der überwiegend repräsentative Funktionen hat,
und den Staatskontrolleur, der Legalität und ordnungsgemäße Durchführung der öffentlichen
Aufgaben überwacht. An der Spitze der Regierung, die der Knesset verantwortlich ist,
steht der Ministerpräsident. Die durch eine Wahlrechtsreform 1992 eingeführte direkte
Volkswahl des Regierungschefs wurde 2001 wieder abgeschafft.
- Das israelische Parteiensystem ist außerordentlich zersplittert, wozu auch das
bestehende Verhältniswahlrecht mit 1%-Sperrklausel beiträgt. Parteispaltungen,
Fusionen und Blockbildungen sind häufig. Die Israelische Arbeiterpartei dominiert
das linke Spektrum. Der Likud ist die stärkste Kraft im bürgerlich-konservativen Lager.
Laizistisch-liberale Positionen vertritt die
Schinui-Partei. Religiöse Parteien sind
u. a. die Schas-Partei, die Nationalreligiöse Partei und die Vereinigte Thora-Liste.
- Höchste gerichtliche Instanz ist das Oberste Gericht, das auch oberstes Verwaltungsgericht ist.
Religiöse Instanzen der einzelnen Religionsgemeinschaften sind für Ehe- und Familienrecht zuständig.
Landeskunde:
- In der Nordhälfte Israels lassen sich drei große, nordsüdlich ziehende
Landschaftszonen unterscheiden: Küstenebene, Bergland und Jordangraben; eine Sonderstellung nimmt
der Negev, der wüstenhafte Süden, ein.
Die durchweg sandige, flache Küste wird weithin von einem Dünenstreifen gesäumt,
hinter dem sich die eigentliche, nach Norden schmaler werdende Küstenebene erstreckt,
die Hauptsiedlungszone des Landes. Das 600 bis über 1000 m hohe Bergland besteht aus
den drei Hauptabschnitten Judäa, Samaria und Galiläa (von Süden nach Norden). Der See
Genezareth im Jordangraben ist das Hauptwasserreservoir Israels, während das Tote
Meer mit seinem stark salzhaltigen Wasser Rohstoffe für die chemische Industrie liefert.
Im zentralen Negev, einem stark abgetragenen, von Trockentälern durchzogenen
Faltengebirgsland, erreichen einige Berge über 1000 m.
Das Klima ist mittelmeerisch. Der Negev und das Gebiet des Toten Meeres sind wüstenhaft.
Wald bedeckt nur etwa 6% der Landesfläche, davon ist der größere Teil in den letzten
Jahrzehnten aufgeforstet worden.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerungszahl ist von 1948 bis 2001 von 915 000 auf
6,2 Mio. (davon 4,8 Mio. Juden) gestiegen, vor allem durch Einwanderung.
Neben 80% Juden verschiedener Herkunft
gibt es 15% islamische Araber,
2,1% Christen und über 1% Drusen sowie einige Tscherkessen und Angehörige
der jüdischen Sekten der Karäer und Samaritaner.
Trotz der umfangreichen ländlichen Neuansiedlung leben über 90 % der Bevölkerung (92 % der Juden und 68 % der Araber)
in Städten und städtischen Gemeinden, fast 25 % allein im Großraum von Tel Aviv. 6,3 %
der Juden leben in Genossenschaftssiedlungen (2,8 % in Kibbuzim, 3,5 % in Moshavim).
Über 200 jüdische Dörfer und Siedlungen in den besetzten Gebieten haben insgesamt
rund 200 000 Einwohner. Die arabische Bevölkerung der besetzten Gebiete beträgt
2,7 Mio. (1997), auf den 1981 de facto annektierten Golanhöhen wohnen 16 000 Drusen.
Israel hat seit 1948 über 2 Millionen jüdische Einwanderer (davon 50 % aus Asien und Afrika) aufgenommen.
Staatssprache ist das (Neu-)Hebräische (Iwrit); das Arabische ist im öffentliche Leben gleichberechtigt.
Die Religionsgemeinschaften genießen als staatlich anerkannte Körperschaften praktisch
uneingeschränkte Selbständigkeit und nehmen in manchen Bereichen, vor allem in der
Rechtsprechung, auch staatliche Aufgaben wahr.
Wirtschaft und Verkehr:
- Nur 20,1 % der Fläche sind für eine intensive landwirtschaftliche
Nutzung geeignet. Ländliche Siedlungsformen herrschen vor, darunter Kibbuzim. Anbau,
teilweise mit Bewässerung: Getreide, Weintrauben, Zitrusfrüchte, Erdnüsse,
Baumwolle u. a.; Viehzucht. Bodenschätze: Stein-, Kali- und Bromsalze, Phosphate,
Erdgas; Nahrungsmittel-, Textil-, Metall-, chemische, feinmechanische u. a.
Industrie, Diamantschleiferei. Fremdenverkehr. Die Einfuhr (besonders Rohstoffe und
Anlagegüter) überwiegt gegenüber der Ausfuhr (besonders Zitrusfrüchte, Diamanten,
Geflügel). Haupthandelspartner: USA, Großbritannien, Deutschland.
- Das Verkehrsnetz ist gut entwickelt, vor allem das Straßennetz. Die Eisenbahn hat geringere Bedeutung. Die Handelsflotte hat ihre Hauptstützpunkte in den Häfen von Haifa, Ashdod und Elat. Der internationale Zentralflughafen ist Ben-Gurion bei Tel Aviv, dem Inlandsverkehr dienen Flughäfen in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Elat u. a.
Geschichte:
- 1947 Aufteilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in
zwei Staaten (für Jerusalem internationaler Status) laut UNO-Beschluss, arabische Staaten lehnen den Plan ab
- 1948
Am 14. 5. wird der Staat Israel proklamiert,
am 15. 5. greifen Truppen Ägyptens, Transjordaniens,
Libanons, Syriens und des
Irak Israel an (1. Israelisch-Arabischer Krieg)
- 1949 Waffenstillstand, Israel behält besetzte Gebiete (Galiläa, West-Jerusalem)
-
1956 Während der Suezkrise greift Israel Ägypten an
-
1967 Ägypten, Syrien und
Jordanien greifen im Juni Israel an (Sechstagekrieg). Israel besiegt die
arabischen Armeen und besetzt das Westjordanland, die Golanhöhen, den Sinai, den Gazastreifen
und Ost-Jerusalem. - Die palästinensische Befreiungsbewegungen
beginnen mit Terroraktionen.
-
1973 Im Jom-Kippur-Krieg (Oktober) wehrt Israel den ägyptischen und syrischen Angriff ab
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1979 Friedensvertrag mit Ägypten, Rückgabe der Sinaihalbinsel an Ägypten
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1982 Einmarsch in den Libanon zur Bekämpfung palästinensischer Terrorgruppen (Rückzug 1985 bzw. Mai 2000)
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1987 Beginn der ersten Intifada (bis 1993/94)
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1991 Irakische Raketenangriffe auf israelische Städte während des 2. Golfkrieges
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1992 I. Rabin wird Ministerpräsident
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1993 E. Weizman wird Staatspräsident; Gaza-Jericho-Abkommen, Beginn des Nahostfriedensprozesses
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1994 Autonomieabkommen mit der PLO für den
Gazastreifen und Jericho (1995 für Westjordanland)
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1994 Abschluss eines Friedensvertrages mit Jordanien
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1995 S. Peres wird nach der Ermordung von I. Rabin (durch einen jüdischen Extremisten) Ministerpräsident
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1996 bis Mai 1999 Unter Ministerpräsident B. Netanyahu (Likud) kommt der Nahostfriedensprozess zum Stocken
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1999 E. Barak (Israelische Arbeitspartei) wird Ministerpräsident; neue Friedenspolitik
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2000 Rücktritt E. Weizmans, M. Katsav wird Staatspräsident;
zweite Intifada
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2001 A. Scharon (Likud) wird Ministerpräsident; Kurswechsel und neue Gewalteskalation im Nahostkonflikt (palästinens. Selbstmordattentate und militärische Gegenmaßnahmen Israels).
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2002 Fortgesetzte militärische Aktionen Israels zur Terrorbekämpfung (Selbstmordattentate);
Auszug der Arbeiterpartei aus der Regierung.
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2003 Bei den Neuwahlen im Januar 2003 wurde der Likud zur stärksten parlamentarischen Kraft.
Scharon blieb Regierungschef an der Spitze einer Koalition aus Likud, Schinui-Partei und
zwei kleineren Rechtsparteien.
- Juni 2003 In den Nahost-Friedensprozess kommt mit dem direktem Engagement von US-Präsident Bush Bewegung.
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Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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