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Heilige Städte

Nadschaf und Kerbela sind nach Mekka und Medina die wichtigsten heiligen Städte der Schiiten.
In Nadschaf, rund 120 Kilometer südlich von Bagdad, ist Ali geboren. Der Schwiegersohn des Propheten Mohammed wurde im Jahr 661 ermordet und war erster schiitischer Imam. Nadschaf spielte auch eine bedeutende Rolle beim Sturz der Schah-Herrschaft im Iran 1979. Ajatollah Ruhollah Khomeni hatte die Revolution in Teheran von Nadschaf aus vorbereitet.
Auch in Kerbela - das ebenso wie Nadschaf etwa 200000 Einwohner haben soll - ist eine heilige Stätte. In der Stadt rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt liegt das Grab Husseins. Dieser Sohn Alis und Enkel Mohammeds gilt den Schiiten als Sinnbild des Guten und Gerechten.

Quelle: Südwestpresse, 03/2003

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Basra

Die Stadt Basra ist die wichtigste Metropole im mehrheitlich von schiitischen Moslems bewohnten Südirak. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz liegt am Ufer des Flusses Schatt Al-Arab, der beim Zusammenfluss von Euphrat und Tigris entsteht.
Die Stadt dient dem Irak als wichtiger Seehafen und liegt rund 100 Kilometer vom Persischen Golf entfernt.
Basra, die zweitgrößte Stadt des Landes, erlitt in zwei Golfkriegen und folgenden Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und dem irakischen Militär schwere Schäden. Sie beherbergt Ölraffinerien und chemische Industrie.
Durch allierte Luftangriffe im Golfkrieg von 1991 wurden viele Produktionsstätten, Hafenanlagen, Straße sowie die Strom- und Wasserversorgung zerstört.
Zur Zeit ist diese Stadt auf Grund des 3. Golfkrieges (leider) wieder täglich in den Medien.

Quelle: Südwestpresse, 02.04.2003

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Hintergrund Bagdad

Die Hauptstadt Iraks mit ihren rund vier Millionen Einwohnern ist das führende Industriezentrum des Landes mit Ölraffinerien, Lebensmittelherstellung, Gerbereien und Spinnereien. Stoffe, Haushaltsutensilien, Schmuck, Leder, Filz und Teppiche werden in Handarbeit hergestellt und auf Basaren verkauft, die seit jeher das Stadtbild prägen.
Bagdad wurde vom abbasidischen Kalifen al-Mansur 762 am Westufer des Tigris gegründet. Unter der Herrschaft des Kalifen Harun Rashid, bekannt aus den Märchen aus Tausendundeiner Nacht, erlebte die Stadt im 9. Jahrhundert eine Blütezeit. In dieser Zeit breitete sich die Stadt auf das Ostufer des Tigris aus. Der Niedergang Bagdads begann, als Hulagu, Enkel des mongolischen Eroberers Dschingis Khan, die Stadt 1258 plünderte. Eine weitere Plünderung folgte durch den Mongolen Tamerlane im Jahre 1401. 1508 ging Bagdad an Persien und wurde 1534 von türkischen Truppen erobert. 1623 eroberten die Perser die Stadt zurück, die dann 1638 erneut von den Türken eingenommen wurde.
Nach fast drei Jahrhunderten türkischer Herrschaft rückten 1917 die Briten in die Hauptstadt ein. 1921 wurde Bagdad Hauptstadt des neu gegründeten Königreiches Irak, das 1958 eine Republik wurde.

Quelle: morgenpost.berlin.de, 29.01.2003

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Baath-Partei

Über straff hierarchisch angeordnete Kommandoebenen werden die Losungen des Nationalkommandos unter der Leitung Saddam Husseins bis hinab an die Basis weitergegeben, die in Nachbarschaftskomitees organisiert ist. Diese Komitees schwören ihrerseits die Menschen direkt in den Wohnvierteln und Betrieben auf die Führung ein und melden alle Vorkommnisse nach oben weiter. Die Kontrolle ist perfekt.

von Sabet el Masri, AFP
Quelle: heute.t-online.de, 28.03.2003

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Ölfelder von Kirkuk und Mossul

Die Türkei befürchtet, dass die Kurden auf der Grundlage des Ölreichtums der Region ihre Unabhängigkeitbestrebungen vorantreiben und dass dies auch auf die in der Türkei lebenden Kurden ausstrahlen könnte. Für den Fall, das die Kurden Kirkuk und Mossul unter ihre Kontrolle bringen, hatte sich die Türkei den Einmarsch eigener Truppen vorbehalten. Nach türkischen Angaben sicherte US-Außenminister Colin Powell zu, dass US-Soldaten die Region unter ihre Kontrolle bringen werden.

Quelle: WELT.de/AFP/dpa 11.04.2003

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Die Bevölkerung des Irak

Die Bevölkerung des Irak unterteilt sich sowohl ethnisch als auch religiös in je zwei große Gruppen. Gut vier Fünftel der rund 24 Mio. Menschen sind Araber, knapp ein Fünftel Kurden. Etwa zwei Drittel der Iraker hängen der schiitischen und ein Drittel der sunnitischen Glaubensrichtung des Islams an. Die Araber sind in der Mehrheit Schiiten, die Kurden Sunniten. Nur drei Prozent der Iraker gehören religiösen und fünf Prozent ethnischen Minderheiten an. Die wichtigste religiöse Minderheit sind die Christen.
Schutzmacht der ethnischen Minderheit der Turkmenen ist die Türkei, die vor allem verhindern will, dass die Öl-Stadt-Kirkuk, aus der viele Turkmenen stammen, bei einer politischen Neuordnung des Irak den Kurdenparteien zufallen würde.
Die ethnische Mischung der Bevölkerung des Landes ist eine Folge der Staatsbildung nach dem Ersten Weltkrieg. Großbritannien erhielt für Mesopotamien, das bis dahin zum Osmanischen Reich gehörte, ein Völkerbundmandat. Die Kolonialmacht legte die ehemaligen Provinzen Bagdad, Basra (im Süden) und das kurdische Mosul (im Norden) zum Irak zusammen. Durch die Landflucht und staatlich verordnete Umsiedelungsmaßnahmen leben heute jedoch viele Iraker nicht mehr in ihren angestammten Siedlungsgebieten. In Bagdad sind Angehörige aller Volksgruppen und Glaubensrichtung vertreten.
Die religiöse Teilung der irakischen Bevölkerung hat erheblich frühere Wurzeln. Über die Frage der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten Mohammed spaltete sich der Islam im 7. Jahrhundert in die sunnitische und die schiitische Glaubensrichtung. Die Strömungen unterscheiden sich etwa durch ihre Vorstellung von der Vermittlung des Glaubens: Schiiten vertrauen auf einen Imam als geistlichen und weltlichen Führer, während Sunniten keinen Mittler zu Gott anerkennen. Bei den Schiiten spielen darüber hinaus die Trauer und das Märtyrertum eine zentralere Rolle.
Obwohl die schiitischen Araber im Irak die Bevölkerungsmehrheit stellen, werden sie vom Staat ebenso benachteiligt wie die Kurden. Präsident Saddam Hussein ist ein sunnitischer Araber. Diese Minderheit bestimmt die Geschicke des Landes jedoch schon seit Ende der Kolonialzeit. Sowohl die schiitischen Araber im Süden als auch die Kurden im Norden haben wiederholt rebelliert, zuletzt unmittelbar nach dem Ende des Golfkrieges von 1991. Die Aufstände wurden stets grausam niedergeschlagen.

Quelle: www.n-tv.de, 15.02.2003

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