Indonesien
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "437"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RI" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "ID / IDN"

Indonesien
Inselstaat in Süd-Ost-Asien, 1,89 Mio. km2, 211,8 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Jakarta, Amtssprache: Bahasa Indonesia.
Verfassung:
- Von 1945, ergänzt 1969, Änderung 2002. Staatsoberhaupt, Regierungschef und
Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Staatspräsident. Dieser wird seit 2002 direkt vom Volk
gewählt. Gesetzgebende Gewalt beim Staatspräsident und dem Parlament. Verwaltungsgliederung: 23 Provinzen und 3 Sondergebiete.
Landeskunde:
- Indonesien ist ein Inselstaat in Süd-Ost-Asien, beiderseits des Äquators. Es umfasst
den größten Teil des Malaiischen Archipels
mit den Großen und Kleinen Sunda-Inseln (ohne Nord-Borneo) und den Molukken sowie Irian Jaya,
den Westteil Neuguineas. Überwiegend gebirgig mit steil aufragenden Faltengebirgen,
über 200 Vulkane (rund 70 tätig, u. a. Krakatau), häufig Erdbeben. Höchste Erhebung
im vergletscherten Zentralgebirge Neuguineas (in Irian Jaya), im Gunung Jaya mit 5 033 m.
Ausgedehnte Ebenen auf Ost-Sumatra, Süd-Borneo, auch Nord-Java. Tropisch-immerfeuchtes bzw.
tropisch-monsunales Klima. Der ursprünglich tropische Regenwald ist durch ungehemmten
Holzeinschlag in den letzten zwei Jahrzehnten sowie zum Teil durch verheerende
Waldbrände regional z. T. schon ganz verdrängt.
Bevölkerung:
- Auf Java und Madura leben etwa 60 % der Bevölkerung. Vorwiegend Indonesier.
Rund 6 Mio. Chinesen und ca. 360 Ethnien (Volksstämme). Es gibt mehr als 250 Regionalsprachen.
Die Überbevölkerung vor allem auf Java, Madura und Bali hat seit 1950 zu staatlich
gelenkter Umsiedlung (Transmigrasi) auf benachbarte Inseln (vor allem nach Sumatra)
geführt. 7 Millionenstädte.
Religion: überwiegend Muslime (87 %), daneben Christen (9,6 %),
Hindus (1,8 %; auf Bali rd. 90 %), Buddhisten (1 %).
Wirtschaft und Verkehr:
- Anbau von Reis, Mais, Maniok, Kautschuk,
Zuckerrohr, Kaffee, Kokospalmen, Tabak u. a.; Fischfang. Bodenschätze: Erdöl, Erdgas, Zinn,
Bauxit, Nickel u. a. Die Industrie (Erdölraffinerien, Nahrungs- und
Genussmittel-, Textil-, chemische, Reifen- u. a. Ind.) wird mit ausländ. Kapitalhilfe erweitert.
Ausfuhr: Erdöl und Erdgas, Erdölerzeugnisse, Kautschuk, Zinnerz u. a.
Haupthandelspartner: Japan, die USA, Singapur, die EG-Länder, Australien.
- Das Verkehrsnetz Indonesiens leidet vor allem unter der Weiträumigkeit und Zergliederung des Landes in einzelne Inseln. Am besten erschlossen ist Java, dessen Straßennetz fast europäischen Verhältnissen entspricht. Gute Seehäfen sind über die ganzen Küsten verteilt. Haupthäfen sind Surabaya, Tanjungperiuk bei Jakarta, Semarang und Ujung Padang. Der Personenverkehr zwischen den Inseln erfolgt überwiegend auf dem Luftweg.
Geschichte:
- Indonesien ist altes, teils hinduistisches und
buddhistisches, teils
islamisches Kulturland.
- 1602 Gründung der niederländischen Vereinigten Ostindischen Kompanie, die Indonesien nach und nach unterwarf.
- Im 19. Jh. festigte sich die niederländische Herrschaft nach heftigen Kämpfen mit einheimischen Fürsten.
- 1942-45 war Indonesien von den Japanern besetzt.
- Am 17. 8. 1945 wurde nach der Kapitulation der Japaner die Unabhängigkeit Indonesiens proklamiert, die die Niederlande nach militärischen Aktionen (1947 und 1948) vertraglich anerkannten.
- 1949 föderative Vereinigte Staaten von Indonesien.
- 1950 Umbildung in eine zentralistische Republik.
- 1954 Aufkündigung der noch bestehenden Union mit den Niederlanden.
- 1963 kam West-Neuguinea unter indonesische Verwaltung (Irian Jaya).
- 1965 nach der Niederschlagung eines Putsches durch das Militär blutige Verfolgung der Kommunisten
und der chinesischen Minderheit.
Danach Ausschaltung von Staatspräsident (1945/49 bis 1967) A. Sukarno durch General
Suharto (Präs. seit 1967/68).
Unter ihm zunächst wirtschaftliches Wachstum, aber
zunehmend Korruption und Nepotismus (Vetternwirtschaft).
- 1975 Besetzung Osttimors durch indonesische Truppen (etwa 200 000 Tote).
- 1999 Blutiger Terror nach einem Unabhängigkeitsreferendum führte dort
zur Landung einer internationalen Friedenstruppe und Errichtung einer UN-Übergangsverwaltung.
- 2002 Entlassung Osttimors in die Unabhängigkeit.
- Bereits 1998 war Suharto nach schweren inneren Unruhen zurückgetreten, Nachfolger wurde Vizepräsident J. Habibie.
- 1999 erste freie Parlamentswahlen seit 1955 und Präsidentenwahlen. Staatspräsident
wurde der islamische Gelehrte A. Wahid, der aber
keine Stabilisierung des konfliktbelasteten Landes herbeizuführen vermochte.
- 2001 Betreiben eines Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn wegen Korruptionsvorwurf.
- Am 23. 7. 2001 enthob die Beratende Volksversammlung Wahid des Amtes. Zu seiner
Nachfolgerin wurde die bisherige Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri bestimmt.
- 2002 wurde per Verfassungsänderung die direkte Volkswahl des Präsidenten eingeführt.
- Seit Ende der 1990er-Jahre Eskalation verschiedener ethnisch-religiöser Konflikte
(u. a. blutige Unruhen auf Borneo, auf den Molukken) und Sezessionsbestrebungen (z. B. Aceh, Irian Jaya).
- 2002 Ein durch die Jemaah Islamiyah auf
der Insel Bali verübter Terroranschlag forderte 202 Todesopfer.
- 2001-2004 Staats- und Regierungsoberhaupt ist Megawati Soekarnoputri.
- 10/2004 Ex-General Susilo Bambang Yudhoyono wird zum Staatspräsidenten gewählt.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.