Indien
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "436"
Kraftfahrzeugkennzeichen "IND" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "IN / IND"

Indien
Republik, rd. 3,287 Mio. km2 mit 1,027 Mrd. Einwohner.
Hauptstadt Neu-Delhi (Delhi). Amtssprache: Hindi; Englisch ist assoziierte Sprache.
Verfassung:
- Vom 26. 1. 1950 (mit Änderungen): Bundesrepublik im Rahmen des Commonwealth.
Staatsoberhaupt ist der von einem aus Mitgl. des Unionsparlaments und der Staatenparlamente
bestehenden Gremium auf 5 Jahre gewählte Präsident; er ernennt die Regierung unter Vorsitz des Premiermin.,
die dem Parlament verantwortlich ist. Das Parlament besteht aus dem Staatenrat (Oberhaus) und dem Haus des Volks (Unterhaus). Verwaltungseinteilung in 28 Gliedstaaten: Andhra Pradesh, Arunachal Pradesh, Assam, Bihar, Chhattisgarh, Goa, Gujarat, Haryana, Himachal Pradesh, Jammu and Kashmir, Jharkhand, Karnataka, Kerala, Madhya Pradesh, Maharashtra, Manipur, Meghalaya, Mizoram, Nagaland, Orissa, Punjab, Rajasthan, Sikkim, Tamil Nadu, Tripura, Uttaranchal, Uttar Pradesh, West Bengal; dazu 7 Unionsterritorien: Andamanen und Nikobaren, Chandigarh, Dadra and Nagar Haveli,
Daman und Diu, Delhi, Lakshadweep, Pondicherry.
Landeskunde:
- Den Norden nehmen Teile des Karakorum (im Saser Kangri 7 672 m) und des Himalaja (im Kangchendzönga bis 8 586 m hoch) ein. Südlich schließen sich die Ganges-Brahmaputra-Ebene und das Hochland des Dekhan (im Süden Gebirge bis 2695 m) an, das mit den West- u. Ostghats steil zu den wenig gegliederten Küsten der vorderindischen Halbinsel abfällt. Hauptflüsse: Ganges mit Nebenflüssen; Godavari, Krishna, Mahanadi. Monsunklima; Regen am stärksten an der West-Küste, in großen Teilen Indiens nicht ausreichend.
Bevölkerung:
- Die beiden ethnischen Hauptgruppen sind die Indiden und Melaniden. Indien ist nach der VR China das volkreichste Land der Erde; das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 2 %. Staatl. Maßnahmen zur Geburtenkontrolle werden regional sehr unterschiedl. akzeptiert. Die anhaltende Landflucht (rd. 27 % städtische Bevölkerung) verursacht besonders in den Ballungsräumen größte hygienische und soziale Probleme. Das im Hinduismus begründete Kastenwesen behindert noch immer die gesellschaftl. Entwicklung.
- Religion: Über 80 % Hindus, fast 12 % Muslime, rd. 2,4 % Christen, 1,9 % Sikhs, 0,7 % Buddhisten.
Wirtschaft und Verkehr:
- Noch stark agrarisch geprägter Industriestaat; Landwirtschaft z. T. mit Bewässerung; meist niedrige Erträge. Anbau von Reis, Getreide, Erdnüssen, Zuckerrohr, Baumwolle, Jute, Tabak, Tee (größter Tee-Erzeuger der Erde) u. a.; hoher Rinderbestand (aus religiösen Gründen keine Schlachtung). Zunehmend Bergbau: auf Kohle, Eisen, Mangan, Bauxit, Kupfer, Erdöl u. a.; Thoriumlager. Neben Heimind. und traditioneller Textilind. entstanden als Schlüsselindustrien Stahl- und Hüttenind., Maschinenbau, chem. u. a. Ind. mit ausländ. Kapitalhilfe; leistungsfähige Nuklear-, Rüstungs- und Weltraumtechnologie. Ausgebaut wurden die Kfz-, Elektro- und Elektronikindustrie (Hyderabad und Bangalore als Zentrum der Softwareherstellung); Wasser- und Kernkraftwerke. Ausfuhr: Tee, Jute, Textilerzeugnisse, Baumwolle, Erze, Tabak. Haupthandelspartner: USA, Großbritannien, Russland, Japan, Deutschland.
- Die Eisenbahnlinien (rund 63 000 km) verbinden vor allem die großen Seehäfen mit den Industriegebieten und wichtigsten Städten. Nur etwa die Hälfte des indischen Straßennetzes besteht aus befestigten, ganzjährig befahrbaren Straßen. Die wichtigsten Seehäfen sind Mumbai (Bombay), Calcutta, Chennai (Madras), Cochin, Vishakhapatnam und Kandla. Der Luftverkehr ist gut ausgebaut; es gibt internationale Flughäfen in Mumbai, Calcutta, Chennai, Trivandrum und Delhi.
Geschichte:
- 3. Jt. v. Chr. Beginn der Induskultur
- um 1200 v. Chr. Einwanderung der Arier, Eroberung N-Indiens
- 327-325 v. Chr. Zug Alexanders d. Gr. nach Indien
- 322 v. Chr. Candragupta begründet die Maurya-Dynastie, höchste Machtentfaltung im 3. Jh. v. Chr. unter König Ashoka
- um 50 n. Chr. Bildung des Großreiches der Kushana, zerstört im 3. Jh. durch die Sassaniden oder im 4. Jh. durch die Gupta
- 4. Jh. Gupta-Reich in N-Indien, um 500 von den Weißen Hunnen zerstört
- 4. Jh.-9. Jh. Südind. Pallava-Dynastie; rivalisiert mit der Calukya-Dynastie von Badami (6. Jh.-8. Jh. und erneut 10. Jh.-12. Jh.)
- 9. Jh. Cola-Dynastie löst die der Pallava ab
- 1206 Gründung des Sultanats Delhi
- 1336-1565 Hinduistisches Großreich Vijayanagar in S-Indien
- 1398 Einfall Timurs in N-Indien, Zerfall des Sultanats
- 1498 Landung von Vasco da Gama in Calicut
- 1526 Schlacht bei Panipat: Babur, ein Nachfahre Timurs, begründet das Mogulreich in Delhi
- 1556-1605 Höhepunkt des Mogulreichs unter Akbar
- 16./17. Jh. Europäer (Portugiesen, Niederländer, Engländer) setzen sich in Indien fest;
- 1600 Gründung der engl. Ostind. Kompanie
- 1658-1707 Unter Aurangseb erreicht das Mogulreich seine größte territoriale Ausdehnung,
wird aber instabil; Unterdrückung der Hindus, Kämpfe gegen die Marathen, die bis
zur Mitte des 18. Jh. zur Vormacht in Indien aufsteigen
- 1739 Der Perser Nadir Schah besetzt Delhi, zur Beute gehören z. B. der Pfauenthron und der Diamant Kohinoor
- 1757 Schlacht von Plassey, der Nabob von Bengalen unterliegt der Ostindischen Kompanie
- 1765 Die Ostindische Kompanie erhält vom Großmogul die Verwaltungshoheit über Bengalen, Ausgangspunkt der britischen Territorialherrschaft
- 1857/58 Sepoy-Aufstand, die Ostindischen Kompanie wird 1858 aufgelöst, Indien britische Kronkolonie
- 1876 Königin Victoria wird Kaiserin von Indien
- 1885 Gründung des Indischen Nationalkongresses
- 1920 M. Gandhi löst die Kampagne des »zivilen Ungehorsams« und den Boykott brit. Waren aus
- 1940 M. A. Jinnah fordert für die ind. Muslime einen eigenen Staat (Pakistan)
- 1947 Teilung von Indien, Großbritannien entlässt Indien und Pakistan mit dem Dominionstatus in die Unabhängigkeit; durch Flucht, Vertreibung und Unruhen Tod von etwa 1 Mio. Menschen. Der Streit um Kaschmir zw. Indien und Pakistan (erster Krieg 1947-48/49) ist bis heute ungelöst
- 1950 Indien wird Republik (Ind. Union)
- 1962 Niederlage gegen China im Grenzkonflikt um Ladakh
-
1965 Zweiter indisch-pakistan. Krieg um Kaschmir
- 1971 Krieg gegen Pakistan, die Niederlage Pakistans ermöglicht die Bildung von Bangladesh im ehemaligen Ostpakistan
- 1974 Sikkim wird assoziiert (ab 1975 Bundesstaat)
- 1984 Ermordung Indira Gandhis (Premierministerin 1966-77 und 1980-84) durch extremistische Sikhs
- 1987-1990 Erfolgloser Einsatz indischer Truppen zur Eindämmung des Bürgerkriegs in Sri Lanka
- 1991 Ermordung R. Gandhis (Premierminister 1984-89), des Sohnes Indira Gandhis; P. V. Narashima Rao wird Premierminister (bis 1996)
- 1997 K. R. Narayanan wird als erster Kastenloser Staatspräsident
- 1998 A. B. Vajpayee wird Premierminister; Indien testet (erstmals wieder seit 1974) Atomsprengsätze
- 1999 Durch Parlamentswahlen (deutl. Sieg der hinduist. Ind. Volkspartei und ihrer Koalitionspartner) Bestätigung Vajpayees als Regierungschef; erneuter Ausbruch des indisch-pakistan. Konflikts um Kaschmir
- 2001 Bislang schwerstes Erdbeben in Indien (Zentrum Gujarat); ind. Unterstützung für die von den USA gebildete Antiterrorkoalition; Terroranschlag (13. 12.) auf das Bundesparlament
- 2002 Blutige Auseinandersetzungen (wie schon 1992/93) zwischen Muslimen und Hindus; neue Eskalation des Konflikts mit Pakistan um Kaschmir; A. P. J. Abdul Kalam wird Staatspräsident
- Nähere Infos zum Kaschmirkonflikt kann man in unserem Stichwortverzeichnis nachlesen.
- 2002: Dr. A.P.J.Abdul Kalam wird Staatspräsident
- 22.05.2004: Manmohan Singh wird als neuer indischer Premierminister vereidigt
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.