Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "231"
Kraftfahrzeugkennzeichen "CI" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "CI / CIV"

Côte d'Ivoire
(Elfenbeinküste)
322.000 km2; 16,4 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Yamoussoukro, Amtssprache: Französisch.
Verfassung
- Im Juli 2000 trat eine neue Verfassung in Kraft. Die Exekutivgewalt liegt in den Händen eines gewählten Präsidenten, der durch ein Kabinett unterstützt wird, das vom Präsidenten ernannt wird. Der Präsident und die 225 Mitglieder der aus einer Kammer bestehenden Nationalversammlung werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt; es gilt allgemeines Wahlrecht für Erwachsene.
Landeskunde:
- Breite, größenteils aus dichtem Regenwald bestehende Küstenebene. Dahinter steigt das feuchttropische Land in der Nordguineaschwelle auf 1000 m, im westlichen Nimbabergland auf 1800 m an. Im Hochland Feucht- und Trockensavannen. Diese sind durch Wanderfeldbau (mit Brandrodung) und Beweidung stark verändert worden.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung gehört etwa 60 verschiedenen Stämmen an. Die Hauptgruppen sind Akan (42%), Kru/Bété (12%), Volta (10%).
- Ca. 40 % Muslime, ca. 28 % Christen, ca. 14% der Einwohner sind Anhänger von traditionellen Religionen, alle übrigen Animisten (Animismus = Glaube an die Existenz von Geistern).
- Die Analphabetenrate ist mit 51% noch ausgesprochen hoch.
Wirtschaft und Verkehr:
- Fast 50% der Erwerbstätigen leben von der Landwirtschaft. Große Bedeutung hat der Export landwirtschaftlicher Rohprodukte. Côte d'Ivoire gehört zu den größten Kaffee- und Kakaoexporteuren der Welt. Die Ausfuhr von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl ist ebenfalls beträchtlich. Die Viehzucht reicht für den Eigenbedarf nicht aus. Die Wälder liefern Mahagoni und andere Edelhölzer, sind aber in ihrem Bestand zunehmend gefährdet. Der Fischfang ist auch für den Export von Bedeutung. An Bodenschätzen werden Erdöl- und Erdgasvorkommen im Offshore-Bereich genutzt. Die Industrie beschränkt sich vor allem auf die Nahrungsmittel-, Holz- und Baumwollindustrie sowie auf Ölmühlen. Die wichtigsten Handelspartner sind die Staaten der EU, insbesondere Frankreich, und die USA.
- Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut; weniger bedeutend ist der Eisenbahnverkehr. Neben dem Hochseehafen Abidjan gibt es seit 1971 in San Pedro bei Sassandra einen zweiten modernen Hafen. Der Regierungssitz Abidjan verfügt über einen internationalen Flughafen.
Geschichte:
- Die "Elfenbeinküste", das Gebiet der heutigen Republik Côte d'Ivoire, wies bis zur Kolonialzeit keine Staatenbildung auf.
- Seit dem 15. Jh. trieben die Portugiesen mit den Küstenstämmen Handel.
- Im 17. Jh. wurden sie von den Franzosen verdrängt.
- 1843 errichtete Frankreich den Marinestützpunkt Grand-Bassam.
- 1893 wurde das Gebiet zur Kolonie Côte d'Ivoire erklärt.
- 1895 wurde Côte d'Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas.
- 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung.
- 1958 wurde es autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft.
- Am 7.8.1960 erhielt Côte d'Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Félix Houphouët-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident (bis 1990 auch Regierungschef) war. Houphouët-Boigny, der Gründer der Einheitspartei Parti Démocratique de Côte d'Ivoire (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfügte auch, dass die "Elfenbeinküste", so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 80er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d'Ivoire bezeichnet werden darf.
- 1990 Unruhen unter der Bevölkerung führten dazu, dass ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten eingeführt wurden.
- 1993 wurde H. K. Bédié (PDCI) Nachfolger Houphouët-Boignys.
- 1995 Die Präsidentschaftswahlen werden von den politischen Gegnern Bédiés, Gbagbo (FPI) und Ouattara (RDR), boykottiert. Grund: das neue Wahlgesetz, wonach nur Staatspräsident werden kann, dessen beide Elternteile seit Geburt Ivorer sind. Hierdurch wäre Ouattara ausgeschlossen worden, der den schlüssigen Nachweis der ivorischen Herkunft seines Vaters nicht erbringen konnte. Unter der Regierung Bédié verschlechtert sich das innenpolitische Klima in dem bis dahin als stabil geltenden Land. Es kommt zu erheblichen innenpolitischen Spannungen, woran die wachsende Arbeitslosigkeit, das zunehmende soziale Gefälle, die Bildungsmisere, die hohe Auslandsverschuldung, aber auch die "Ivoirité"-Ideologie ihren Anteil haben.
- 1998 Eine Änderung der präsidialen Verfassung von 1960 verlängerte die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und stärkte seine exekutiven Befugnisse.
- 1999 Der Verfall der Kakaopreise führte zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen.
- Im Dezember 1999 wurde Bédié, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrückt hatte, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General R. Gueï gestürzt.
- Juli 2000 Die Bevölkerung stimmte in einem Referendum für eine neue von der nationalistischen Ideologie der Ivorität geprägten Verfassung.
- Oktober 2000 Nach den Präsidentenwahlen erklärte das Innenministerium Gueï zum Wahlsieger, obwohl der Oppositionskandidat Laurent Gbagbo die Mehrzahl der Stimmen gewonnen hatte. Daraufhin brachen schwere Unruhen aus und Gueï musste ins Ausland fliehen. Gbagbo wurde als neuer Staatspräsident vereidigt. Die innenpolitische Lage blieb angespannt.
- Im September 2002 kam es zu einer Militärrevolte, bei der Gueï getötet wurde. Die Erhebung entwickelte sich zu einem Aufstand muslimischer Rebellengruppen gegen die Zentralregierung. Präsident Gbabgo regiert seither nur noch über die knappe Hälfte des ivorischen Territoriums. Der gesamte Norden und Teile des Westen geraten in Rebellenhand. Französische Truppen bemühten sich um eine Eindämmung des Konflikts.
- 2003 konnte in Paris ein Friedensabkommen geschlossen werden, in dem eine Regierungsbeteiligung der Rebellen vereinbart wurde.
- Im November 2004 brechen neue schwere Unruhen aus.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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