Argentinien
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland zum Zwecke eines Kurzaufenhaltes keines Aufenthaltstitels, wenn Sie im Besitz eines Nationalpasses sind und die Vorausetzungen von Artikel 5 SDÜ erfüllen (§ 4 Abs. 1 AufenhG, § 15 AufenthV). Während des visumfreien Aufenthaltes ergibt sich der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit aus § 17 AufenthV.
Staatsangehörigkeitsschlüssel "323"
Kraftfahrzeugkennzeichen "RA" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "AR /ARG"

Argentinien
Staat in Südamerika, 2,78 Mio. km2, 37,03 Mio. Einwohner.
Hauptstadt Buenos Aires. Amtssprache: Spanisch.
Verfassung:
- Nach der am 24. 8. 1994 in Kraft getretenen Verfassung (Revision des Grundgesetzes von 1853)
ist Argentinien präsidiale Republik. Der Staatspräsident ist Chef der
Exekutive und Oberbefehlshaber der Armee. Er wird für eine Amtszeit von
vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist
seit der Verfassungsreform möglich. Die Legislative wird vom Kongress
ausgeübt, der aus zwei Kammern (Senat und Abgeordnetenhaus) besteht.
Die stärksten Parteien sind die Radikale Bürgerunion (Unión Cívica Radical) und die Peronisten (Partido Justicialista). Die Rechtsprechung orientiert sich vorwiegend am französischen Code civil.
Landeskunde:
- Der größere östliche Teil ist Flachland, meist Grasland (Pampa, Gran Chaco), jetzt zum Teil Getreidefluren und Fettweiden, nur im Nordosten bewaldet. Der Westen wird von den Anden (Aconcagua 6959 m) eingenommen, Im Süden (Patagonien) karge Steppen. Klima: warmgemäßigt bis kühlgemäßigt, trocken.
Bevölkerung:
- Argentinien ist nach Brasilien der volkreichste Staat Südamerikas, liegt jedoch mit
einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 1,4% mit an letzter Stelle in Lateinamerika.
Über 90% der Bevölkerung sind Weiße vorwiegend spanischer und italienischer Herkunft,
daneben rund 500 000 Deutschstämmige. Die Anzahl der Mestizen wird auf maximal 2 Mio.
und die der Indianer auf 35 000 geschätzt, wobei die Indianer vorwiegend im Gran Chaco
und in der Gebirgsregion leben. 91% der Argentinier sind katholisch. Obwohl die
Landwirtschaft noch relativ bedeutend ist, leben 89% der Einwohner in Städten. Etwa 70%
der Bevölkerung leben in Zentralargentinien auf nur 22% der Gesamtfläche des Landes
(im Bundesdistrikt und in den Provinzen Buenos Aires, Santa Fé und Córdoba). Es gibt
31 Universitäten und darüber hinaus Hoch- und Fachschulen. Der Anteil der Analphabeten
an den über 15-Jährigen beträgt 3%.
Wirtschaft und Verkehr:
- In der östlichen Pampa Ackerbau und Viehzucht (Rinder). Im trockenen Westen Schaf- und Rinderzucht und Bewässerungsfeldbau (auch Wein). Im Norden Waldnutzung, Zuckerrohr- und Baumwollanbau. Im Süden Schafzucht. Reiche Fischgründe; Erdölgewinnung; Nahrungsmittel-, Maschinen-, Textil-, Schwerindustrie. Ausfuhr: Fleisch, Getreide, Wolle.
- Das Verkehrsnetz ist in der Pampa und dem zentralen Andenvorland dicht und gut ausgebaut, in den übrigen Teilen aber ausbaubedürftig. Die Eisenbahn ist mit einem Streckennetz von 33 326 km ein wichtiger Verkehrsträger. Die Binnenschifffahrt beschränkt sich im Wesentlichen auf das Flusssystem des Paraná und den Uruguay. Wichtigster Hafen im Überseeverkehr ist Buenos Aires. Eine große Bedeutung kommt dem Luftverkehr zu. Buenos Aires verfügt neben mehreren Flugplätzen auch über den internationalen Flughafen Ezeiza.
Geschichte:
- 1516 J. D. de Solís entdeckt die Mündung des La Plata.
- 1536 nahm Pedro de Mendoza das Gebiet für Spanien in Besitz.
- 1776 Einrichtung des Vizekönigtums Río de la Plata, Hauptstadt Buenos Aires.
- 1810-1816 Unabhängigkeitsbewegung.
- 1816 Der Kongress von Tucumán erklärt die Unabhängigkeit der "Vereinigten Provinzen des Río de la Plata".
- 1825 Konföderation der 14 La-Plata-Provinzen; Paraguay, Bolivien und Uruguay werden selbstständig.
- 1829-1852 Diktatur von J. M. de Rosas.
- 1855 Beginn der Masseneinwanderung aus Europa, wirtschaftlicher Aufschwung.
- 1943-1946 Militärdiktatur.
- 1946-1955 Autoritäre Regierung von J. D. Perón. Perón war 1946 zum Präsidenten gewählt worden. Er wurde 1948 und 1951 wieder gewählt.
Zusammen mit seiner Gattin Eva (Evita) Perón und gestützt auf die Arbeiter und die besitzlosen Schichten
führte er kühne wirtschaftliche und soziale Reformen durch, die jedoch an der
falschen Einschätzung der wirtschaftlichen Möglichkeiten Argentiniens scheiterten.
- 1955 wurde Perón durch einen Militärputsch gestürzt.
- In der folgenden Periode war das Militär die bestimmende Kraft. Versuche, zur Zivilregierung
zurückzukehren (Präsident A. Frondizi 1958-1962, U. Illía (1963-1966), endeten mit neuen Putschen.
Auch innerhalb der herrschenden Militärkreise kam es zu häufigem Machtwechsel. Eine Stabilisierung
der Wirtschaft wurde nicht erreicht. Die peronistische Bewegung durfte sich zwar nicht
als Partei betätigen, blieb aber ein wichtiger politischer Faktor, vor allem in
den Gewerkschaften. Die 1973 vom Militär zugelassenen Wahlen gewann der Peronist H. Cámpora,
der nach wenigen Wochen zurücktrat, um Neuwahlen zu ermöglichen. In diesen
siegte der aus dem Exil zurückgekehrte Perón; er wurde erneut Staatspräsident.
- 1973-1974 Perón wieder Staatspräsident.
- 1974 Nach seinem Tod folgt ihm seine Witwe Isabella Perón bis 1976.
- 1976 Militärputsch.
- 1982 Niederlage im Falklandkrieg gegen Großbritannien, Rückkehr zur Demokratie.
- 1989 C. S. Menem wird Staatspräsident.
- 1995 Wiederwahl Menems.
- 1998 Endgültige Beilegung des Grenzkonflikts mit Chile.
- 1999 F. De la Rúa wird Staatspräsident.
- 2001 Wirtschafts- und Finanzkrise (seit 1995) weitet sich zur Staatskrise aus. Rücktritt von De la Rúa. E. Duhalde neuer Staatspräsident.
- 2002 Zahlreiche Programme zur Neuordnung der Staatsfinanzen und zur Wiederbelebung der Wirtschaft.
- 2003 Nach anhaltenden Protesten gegen die Regierung setzte Duhalde für April vorzeitig
Präsidentschaftswahlen an. Den ersten Wahlgang gewann der frühere Präsident Menem knapp
vor seinem peronistischen Parteirivalen N. Kirchner. Da Menem zur Stichwahl nicht
mehr antrat, fiel die Präsidentschaft an den von Duhalde protegierten Kirchner.
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Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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