Angola
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "223"
Kraftfahrzeugkennzeichen "ANG" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "AO / AGO"

Angola
1.246.700 km km2; ca. 13 - 14 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Luanda, Amtssprache: Portugiesisch.
Verfassung
- Am 06.12.2002 einigten sich Regierung und UNITA auf wichtige Grundprinzipien einer neuen, zu erarbeitenden Verfassung (u.a. Einkammersystem; Einrichtung eines Konsultativbeirats hoher Persönlichkeiten, Ernennung der Provinzgouverneure durch Präsidenten entsprechend den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen).
Landeskunde:
- Das Zentrum Angolas ist das 1000-2000 m hohe Hochland von Bié (Serra Upanda 2610 m), das sich als Lundaschwelle nach Nordosten zieht und nach Westen stufenförmig zum schmalen Küstentiefland abfällt. Nach Südosten senkt es sich zur Kalahari, nach Norden zum Kongobecken. Zu Angola gehört die Exklave Cabinda nördlich der Kongomündung. Bei mäßig feuchtem, tropischem Klima wächst im Nordwesten nahe der Küste Regenwald, sonst vor allem Trockenwald und Savannen, im Südosten und Südwesten besonders Dornsavanne.
Bevölkerung:
- Überwiegend Bantuvölkern. Ca. 37 % Ovimbundo, 25 % Mbundu, 13 % Kongo, 2 % Mulatten, Weiße Minderheit (meist Portugiesen). 1998 waren noch rund 58% der Bevölkerung Analphabeten.
- ca. 55-65% Katholiken, ca. 10-20% Protestanten, der Rest der Bevölkerung Naturreligionen.
Wirtschaft und Verkehr:
- Ca. 75 % der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Tropische Pflanzungswirtschaft auf Kaffee, Sisal, Zucker und Tabak (größtenteils für den Export). Die Fischereiwirtschaft ist von großer Bedeutung. Das Erdöl macht 88% der Exportgüter aus, gefolgt von Diamanten, Mangan, Kupfer, Gold, Silber, Eisen und Asphalt. Industrie: Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte, Bodenschätze (Erdöl), Fischfangprodukte. Die Industrie hat durch den Bürgerkrieg starke Einbußen erlitten.
- Straßennetz: ca. 77 000 km. Davon etwa 20 000 km asphaltiert. Während der Regenzeiten sind die Straßenverhältnisse schlecht. Drei große und mehrere kleinere Eisenbahnen. Die bedeutendste ist die Benguelabahn von Lobito nach Katanga mit Verbindung über Sambia und Simbabwe bis nach Mosambik. Der Inlandluftverkehr hat erhebliche Bedeutung. Die Haupthäfen Luanda, Lobito und Namibe sind bereits modern ausgebaut, Benguela ist der größte Fischereihafen.
Geschichte:
- 7.-9. Jh. Einwanderung von Bantu-Volksgruppen.
- 1483 Landung des portugiesischen Seefahrers Diogo Cão. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Nordwesten zum Kongo-Königreich. In den folgenden Jahren Errichtung von Handelsstationen in der Kongomündung und entlang der Küste.
- 1576 Gründung des Reich von Luanda.
- Angola wird - mit einem kurzen holländischen Zwischenspiel von 1641 bis 1648 - portugiesische Kolonie.
- Bis etwa 1860 war Angola das wichtigste Sklavengebiet für die Transporte nach Brasilien. Insgesamt sollen zwischen 1519 und 1867 weit über 10 Mio. AfrikanerInnen als SklavInnen in die "Neue Welt" verschifft worden sein, ein Großteil von ihnen kam aus der Region des Kongo-Deltas und Angola.
- 1898 und 1914 einigten sich das Deutsche Reich und Großbritannien über eine Aufteilung Angolas, jedoch blieb die Kolonie durch den 1. Weltkrieg Portugal erhalten.
- Nach 1945 lenkte Portugal weiße Siedler in großer Zahl nach Angola.
- 1951 wurde Angola (wie alle portugiesischen Kolonien) zum Bestandteil des Mutterlandes erklärt.
- Seit 1956 wurden afrikanische Nationalbewegungen in Angola aktiv, zunächst vor allem die auf die Bakongo gestützte Union der Völker Angolas (UPA). Größere Aktivität entfalteten später andere Organisationen, besonders die von Brazzaville aus operierende Volksbefreiungsbewegung (MPLA), die Front für die Nationale Befreiung Angolas (FNLA) und die in Sambia auftretende Nationalunion für totale Unabhängigkeit (UNITA).
- 1965-75 Unabhängigkeitskrieg der verschiedener Bewegungen (MPLA, FNLA und UNITA - in Cabinda auch die Frente de Libertação do Enclave de Cabinda - FLEC -, die für die Unabhängigkeit Cabindas kämpft) gegen die portugiesische Kolonialmacht.
- Am 11.11.1975 wird schließlich die Unabhängigkeit der Volksrepublik Angola proklamiert. Schon vor dieser Proklamierung begann der Bürgerkrieg zwischen den drei Befreiungsbewegungen, der mit einigen Unterbrechungen 27 Jahre andauern wird.
- Die marxistisch-leninistische MPLA siegte mit Hilfe kubanischer Truppen gegen die beiden anderen Bewegungen. Die MPLA rief die Volksrepublik Angola aus. Erster Staatspräsident wurde A. Neto. Die MPLA reorganisierte sich 1978 als marxistisch-leninistische Einheitspartei. Nach Netos Tod (1979) übernahm dessen Amt J. E. dos Santos. Die UNITA setzte mit südafrikanischer Unterstützung im Süden Angolas ihre Guerillatätigkeit fort. An der Grenze zu Namibia kam es häufig zu Zusammenstößen zwischen angolanisch-kubanischen und südafrikanischen Truppen.
- 1988 einigten sich Angola, Kuba und Südafrika auf den Abzug der kubanischen Truppen aus Angola, um den Bürgerkrieg zu beenden.
- 1990 wurde die Umwandlung der Volksrepublik in die Demokratische Republik Angola beschlossen.
- 1991 kam es zum Friedensschluss zwischen der UNITA und der Regierung.
- 1992 Nach dem Sieg der MPLA bei den Parlamentswahlen nahm die UNITA den bewaffneten Kampf wieder auf.
- 1994 unterzeichneten die Konfliktparteien eine neue Friedensvereinbarung.
- Bis Mitte 1998 gelang jedoch keine endgültige Beilegung der militärischen Auseinandersetzungen. Die UNITA weigerte, die von ihr kontrollierten Gebiete im Norden Angolas, in denen sich große Diamantenvorkommen befinden, der Zentralregierung zu unterstellen.
- Dezember 1998 Präsident dos Santos ordnete eine neue Offensive gegen die UNITA an.
- 1999 gelang es der UNITA weite Teile des Staates unter ihre Kontrolle zu bringen.
- Die Regierung erklärte inzwischen das Friedensabkommen von 1994 für ungültig. Hunderttausende flohen aus den umkämpften Gebieten. Der Bürgerkrieg verhinderte, dass 2000 Parlamentswahlen durchgeführt werden konnten.
- 02/2002 fiel der UNITA-Führer J. Savimbi in einem Gefecht mit Armeeeinheiten. Danach kam es zu einer Annäherung zwischen UNITA und Regierung.
- 04/2002 wurde ein Friedensabkommen zwischen militärischer UNITA und Regierungsstreitkräften unterzeichnet.
- 08/2002 Der militärische Flügel der UNITA wird offiziell aufgelöst. Ein Teil der UNITA-Kämpfer wird in die angolanischen Streitkräfte (FAA) integriert, der Rest demobilisiert.
- 12/2002 Regierung und UNITA einigen sich auf Kernelemente einer zukünftigen Verfassung. Unter anderem. wird das Festhalten am Einkammersystem, die Schaffung eines Konsultativbeirats hoher Persönlichkeiten und die Ernennung der Provinzgouverneure durch den Präsidenten entsprechend den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen vereinbart.
- 12/2002 Einstimmige Aufhebung aller Sanktionen gegen die UNITA durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
- 01/2003 Angola gehört als nichtständiges Mitglied für zwei Jahre dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an.
- 08/2004 Knapp vier Millionen Binnenvertriebene sind in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt. Die UN gehen davon aus, dass ein Großteil der verbliebenen ca. 300.000 Binnenvertriebenen nicht mehr zurückkehren will.
- 08/2004 Die regierende MPLA schlägt Wahltermin im September 2006 vor.
- Der Bürgerkrieg in Angola ist (hoffentlich für immer) beendet. Dennoch wirken in vielen Provinzen die Folgen des langjährigen Krieges nach (Minenfelder!).
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
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