Algerien
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Staatsangehörigkeitsschlüssel "221"
Kraftfahrzeugkennzeichen "DZ" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "DZ / DZA"

Algerien
Republik in Nordafrika, 2 381 741 km2, 31,19 Mio. Einwohner.
Hauptstadt Algier; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Die Verfassung stammt aus dem Jahre 1996. Algerien ist eine Präsidialrepublik, gegliedert in 48 Bezirke (Wilayate) mit beschränkter Selbstverwaltung.
Landeskunde:
- Hinter der 1000 km langen Küste am Mittelmeer erhebt sich der Tellatlas, an den sich südlich die Hochebene der Chotts (abflusslose Salzseen) anschließt. Darauf folgt der Saharaatlas (im Jabal Shilyah 2328 m), der steil zur Sahara abfällt. Die Wüste nimmt 85% der Fläche Algeriens ein. Schuttbedeckte Stufenlandschaften, die Hammadas, wechseln mit flachen Feinkiesflächen (Serir) und weiten Sanddünenfeldern (Ergs) ab. Im Südosten erhebt sich die Sahara im Ahaggargebirge (Tahat) auf 3003 m. Das Atlasgebiet hat Mittelmeerklima. An der Küste gedeiht Macchie, im Gebirge ein lichter Wald aus Korkeichen, Aleppokiefern, Zedern und Wacholder.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung besteht vorwiegend aus Arabern und aus verschiedenen Berberstämmen, die zum Teil arabisiert sind, teilweise ihre Lebensweise und Kultur noch erhalten haben (vor allem Kabylen, Tuareg und Mzabiten). Die Zahl der Europäer sank nach Erlangung der Unabhängigkeit bis auf etwa 20 000. Der Islam sunnitischer Richtung ist Staatsreligion. Staatssprache ist Arabisch, daneben ist Französisch Verkehrs- und Bildungssprache. Die verschiedenen Berberdialekte (Tamazight, Kabylisch u. a.) werden in den Siedlungsgebieten der Berber gesprochen. Das jährliche Bevölkerungswachstum Algeriens betrug 1990-1998 durchschnittlich 2,6%. Der Anteil der städtischen Bevölkerung (1998: 58%) nimmt ständig zu. Die Analphabetenrate ist trotz allgemeiner Schulpflicht noch sehr hoch; sie beträgt für Frauen 46% und für Männer 26%.
Wirtschaft und Verkehr:
- Anbau von Frühgemüse, Getreide, Wein, Ölbäumen, Südfrüchten, in den Oasen Dattelpalmen. Viehzucht; Fortswirtschaft. Bergbau: auf Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Phosphate, Zinkerz, Bleierz, Kupfererz, Quecksilber, Uranerz, Kieselgur, Schwerspat; nicht erschlossene Vorkommen an Mangan, Antimon, Bauxit, Wolfram und Zinn. Erdöl- und Erdgaswirtschaft, Eisen- und Stahl-, Bau-, Nahrungs- und Genussmittel-, Holz- und Papier- sowie Textil- und Bekleidungsindustrie; Ausfuhr: Erdöl und -gas (95 %), Eisenerze, Phosphate, Datteln. Haupthandelspartner: Frankreich. Hafen: Algier, Annaba (vor allem für Phosphate und Eisenerz), Oran (vor allem für Agrarerzeugnisse), Arzew und Bejaia (vor allem für Erdöl und Erdgas).
- Das Verkehrsnetz ist im Norden gut ausgebaut; nach Süden nimmt die Verkehrsdichte schnell ab. Das algerische Teilstück der Transsaharastraße ist auf überwiegend befestigten Straßen durchgehend befahrbar. Wichtigster Verkehrsträger für den Fern- und Massengutverkehr ist die Eisenbahn. Die wichtigsten Häfen sind Algier, Annaba, Ouahran (Oran) und die Erdölhäfen Arzew, Bjaďa und Skikda. Internationale Flughäfen bestehen in Algier, Ouahran (Oran), Annaba und Constantine.
Geschichte:
- Algerien ist das alte Numidien, das im Altertum zeitweise zum Reich der Karthager gehörte und dann römische Provinz (Numidia, im Westen Mauretania) wurde.
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429-534 gehörte die Küste zum Wandalenreich. Anschließend folgten die Byzantiner.
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670-690 Die islamischen Araber "entrissen" den Byzantinern
das Land.
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Vom 11. bis 13. Jahrhundert gehörte Algerien zum Reich der Almoraviden und Almohaden. Algerien zerfiel in unabhängige Stammesgebiete; die Küstenstädte betrieben Seeraub.
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1509/1510 Um der Seeräuberplage Herr zu werden, besetzten die Spanier Oran, Algier u. a. Städte.
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1519 Cheir ed-Din Barbarossa unterstellte Algerien der türkischen Oberhoheit, die es durch die Deis regieren ließen.
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Erst 1708 wurden die Spanier von Dei Ibrahim aus dem ganzen Land vertrieben.
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1830 landete ein französisches Heer bei Algier. Im Westen Algeriens gründete darauf Abd Al Kader ein neues islamisches Staatswesen, das einen Teil der Stämme einte und dessen Autonomie von den Franzosen zunächst anerkannt wurde.
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1847 jedoch musste Abd Al Kader sich ergeben.
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Die Franzosen eroberten das ganze Land und drangen allmählich nach Süden in die Sahara vor. Unter Napoleon III. versuchten sie, Algerien als ein eigenständiges "arabisches Königreich" zu verwalten. Nach der Niederwerfung eines Kabylen-Aufstands 1871 wurden weite Landflächen enteignet und mit Europäern besiedelt. Diese forderten den Anschluss Algeriens an das französische Mutterland und verweigerten den islamischen Algeriern die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung.
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Am 26. 8. 1881 ordnete ein Dekret die Eingliederung ("rattachement") der algerischen Verwaltung in die französische an.
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Um 1900 eroberte Frankreich auch die Sahara vollständig. In Nord-Algerien entwickelten die Europäer eine moderne Wirtschaft, u. a. auf der Grundlage des Weinbaus, jedoch verarmten die Massen der Landbevölkerung immer mehr.
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1912 führte Frankreich die Wehrpflicht auch für Moslems ein, im 1. Weltkrieg kämpften bereits zahlreiche Algerier im französischen Heer.
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Nach 1919 erwarteten viele Algerier politische Reformen, die ihnen eine Aufnahme in die französische Nation erleichtern würden. Als die europäischen Siedler solche Assimilations-Maßnahmen verhinderten, formierten sich in Algerien die ersten nationalistischen Gruppen, insbesondere
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1930 die traditionsbewussten Ulemas und unter den algerischen Arbeitern in Frankreich der "Nordafrikanische Stern" (französisch Etoile Nord-Africain, Abkürzung ENA), der die volle Unabhängigkeit Algeriens forderte. Frankreich unterdrückte den algerischen Nationalismus.
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1942 landeten amerikanische und britische Truppen in Algerien, worauf de Gaulle die Führung des "Freien Frankreich" übernahm.
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1943 forderte Ferhat Abbas begrenzte Selbstregierung. Darauf ließ sich de Gaulle nicht ein. Stattdessen versprach er im Gesetz vom 7. 3. 1944 den Moslems das volle französische Bürgerrecht. Die IV. Republik erfüllte diese Hoffnung aber nicht.
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Am 1. 11. 1954 begann im Auresgebirge der Aufstand der Nationalen Befreiungsfront (FLN) und ihrer Armee (ALN).
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1958 Ihre politische Spitze wurde in Tunis zur Provisorischen Regierung der Algerischen Republik (GPRA) proklamiert; Ferhat Abbas übernahm das Amt des Ministerpräsidenten im Exil.
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Frankreich versuchte den Aufstand zunächst brutal niederzuschlagen ("Schlacht um Algier" 1957), jedoch blieb die FLN im Untergrund bestimmend für das algerische Volk.
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Am 13. 5. 1958 brachten die europäischen Siedler und französischen Offiziere durch Putschdrohung die IV. Republik zum Scheitern, dadurch kam de Gaulle wieder an die Macht. Dieser bot Algerien am 16. 9. 1959 die Selbstbestimmung an und leitete Verhandlungen mit der FLN ein.
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Am 18. 3. 1962 kam in Evian der Waffenstillstand zustande, Putschversuche der radikalen "Geheim-Armee" (OAS) der europäischen Siedler wurden unterdrückt.
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Am 3. 7. 1962 wurde die unabhängige Republik Algerien ausgerufen. Die FLN übernahm als Einheitspartei die Führung des neuen Staates, Ahmed Ben Bella leitete als Staatschef eine "sozialistische" Politik unter Hinwendung zur Sowjetunion ein, ohne jedoch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Frankreich aufzukündigen.
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Am 19. 6. 1965 stürzte der Armeechef Houari Boumedienne Ben Bella und übernahm selbst die Regierung.
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Seit Mitte der 1970er Jahre entwickelten sich erhebliche Spannungen mit Marokko in der Westsahara-Frage.
- 1979 Nach dem Tode Boumediennes wurde Bendjedid Chadli Präsident. Innenpolitisch sah er sich in den 1980er Jahren mit dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus konfrontiert.
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1989 trat eine neue Verfassung in Kraft.
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1991 Nach dem Sieg der Islamischen Heilsfront bei den Parlamentswahlen trat Chadli zurück. Ein vom Militär beherrschter Oberster Staatsrat verbot die Heilsfront, die nun das Regime mit Terrorakten aus dem Untergrund bekämpfte.
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1992 Der Staatsratsvorsitzende M. Boudiaf fiel einem Attentat zum Opfer. Nachfolger wurde A. Kafi.
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Im Januar 1994 endete die Amtszeit des Staatsrats. General L. Zeroual wurde zum neuen Staatspräsidenten berufen.
- 1995 durch Direktwahl im Amt bestätigt.
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Inzwischen eskalierten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen dem Regime und den Islamisten (bis 2000 über 80 000 Tote).
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1996 In einem Referendum billigte die Bevölkerung eine Verfassungsreform, auf deren Grundlage im Juni 1997 Parlamentswahlen stattfanden, die von der neu gegründeten Nationaldemokratischen Sammlungsbewegung (RND) gewonnen wurden. Eine Stabilisierung der innenpolitischen Lage wurde damit allerdings nicht erreicht.
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Im September 1998 verkündete Zeroual seinen Rücktritt vom Amt des Staatschefs. Aus vorgezogenen Präsidentschaftswahlen ging
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im April 1999 Abdulaziz Bouteflika, Kandidat der früheren Einheitspartei FLN, als Sieger hervor, nachdem die anderen sechs Bewerber wegen angeblicher Wahlfälschung ihre Kandidatur zurückgezogen hatten. Eine von Bouteflika propagierte Politik der nationalen Versöhnung, die den Konflikt mit den Islamisten beilegen sollte, blieb ohne durchschlagenden Erfolg.
- 2001 brachen in der Kabylei Unruhen der Berber aus, die die Verbesserung ihrer sozialen Lage und kulturelle Autonomie forderten. Als Reaktion darauf wurde die Berbersprache Tamazight zur zweiten Amtssprache erklärt.
- Mai 2002 Die von der Opposition teilweise boykottierten Parlamentswahlen gewann die FLN.
- Frühjahr 2003 In Algerien werden deutsche Touristen von der Salafisten-Gruppe GSPC entführt. Durch dieses Ereignis rücken die "inneren Konflikte" Algeriens wieder in unsere Medien.
- April 2004 Wiederwahl des Präsidenten Abdelaziz Bouteflika.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.