Afghanistan
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "423"
Kraftfahrzeugkennzeichen "AFG" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "AF / AFG"
Afghanistan
Binnenstaat in Zentral-/ Vorderasien.
652000 km2, 24,4 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Kabul. Amtssprachen: Paschtu und Dari (Neupersisch).
Landeskunde:
- Afghanistan ist ein schwer zugängliches Hochgebirgsland; teilweise Steppe mit trockenem Kontinentalklima und spärlicher Pflanzenwelt in den Gebirgen (Hindukusch, bis 7500 m); größter Fluss ist der Helmand.
Bevölkerung:
- Die Bewohner sind zu 40% Paschtunen; 25% sind Tadschiken, 15% mongolische Hesoreh und 5% Usbeken. Der übrige Teil besteht aus Kafiren, Belutschen und Turkmenen. Rund 84% sind sunnitische Muslime, fast 15% sind Schiiten. Ungefähr 65% der Bevölkerung sind Analphabeten. Vom Einmarsch der sowjetischen Truppen 1979 bis zu den Angriffen der USA 2001 kam es immer wieder zu großen Flüchtlingsbewegungen. Mehrere Millionen Afghanen flohen ins Ausland.
Wirtschaft und Verkehr:
- Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Durch Kriegszerstörungen, Flucht und politische Wirren hat sich die wirtschaftliche Lage in den letzten Jahrzehnten noch weiter verschlechtert. Rund 1 Mio. Nomaden betreiben Zucht von Schafen, Ziegen, Kamelen und Pferden. Ackerbau ist nur auf regenreichem oder künstlich bewässertem Land möglich. 12% der Fläche sind mit Weizen, Gerste, Mais, Reis, Baumwolle und Obst bebaut. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Anbau von Schlafmohn zur illegalen Rauschgifterzeugung. An Bodenschätzen werden Erdgas, Steinkohle, Salz und Lapislazuli gewonnen; die Vorkommen von Eisen-, Kupfer-, Blei- und Silbererzen sind bislang noch nicht erschlossen. Die Industrie (Textilien, Teppiche, Lederwaren, Zement, Nahrungsmittel) beschränkt sich auf Klein- und Handwerksbetriebe. Die Energieversorgung basiert vor allem auf Wasserkraftwerken.
- Das Verkehrswesen ist rückständig. Eisenbahnen fehlen. Die wichtigste Verkehrslinie ist die durchgehend asphaltierte Straße Iran-Herat-Kandahar-Kabul-Mazar-i-Sharif. Von Kandahar aus gibt es eine Verbindung zum Indischen Ozean, von Kabul aus über den Khaibarpass nach dem pakistanischen Peshawar. 48 Flughäfen bzw. -plätze sind Grundlage des Luftverkehrs.
Geschichte:
- Seit dem 2. Jt. vor Chr. von iranischen Stämmen besiedelt.
- Vom 10. bis 12. Jh. nach Chr. war Afghanistan Mittelpunkt eines iranisch - islamischen Staates.
- Im 16. und 17. Jh. zw. Persien und den Großmoguln aufgeteilt.
- 1747 Es wurde unter Ahmed Schah Durrani ein afghanisches Reich gegründet.
- Ab 19. Jh. britisch-russische Konkurrenz um das Gebiet.
- Afghanistan konnte in 3 anglo-afghanischen Kriegen (1838/39 bis 1842, 1878-80
und 1919) seine Selbstständigkeit weitgehend behaupten.
- 1921 gelang es Emir Aman Ullah (1919-1929, seit 1926 König), die volle Unabhängigkeit des Landes durchzusetzen. Seine Bemühungen um innere Reformen stießen jedoch auf starken Widerstand, der zu seinem Sturz führte.
- 1964 erhielt Afghanistan eine relativ moderne Verfassung.
- 1973 wurde der letzte König, Mohammed Zahir Schah (1933-73), von seinem Vetter Mohammed Daud Khan gestürzt. Dieser proklamierte die Republik, machte sich zum Präsidenten und regierte diktatorisch.
- 1978 kam durch Putsch die kommunistische "Demokratische Volkspartei" unter M. N. Taraki an die Macht. Sie leitete eine radikale Umgestaltung der traditionellen Gesellschaftsstruktur ein. Dagegen erhob sich Widerstand aus der islamisch-traditionalistisch orientierten Bevölkerung, der in einen bewaffneten Aufstand überging. In der Partei kam es zu undurchsichtigen Machtkämpfen.
- Im September 1979 wurde Taraki gestürzt und ermordet.
- Im Dezember 1979 wurde sein Nachfolger H. Amin "hingerichtet". Neuer Partei- und Staatschef wurde B. Karmal. Gleichzeitig marschierten, angeblich auf Einladung der Regierung, starke sowjetische Truppenverbände in Afghanistan ein. Die Widerstandsbewegung gegen das Regime und die Besatzungsmacht blieb aktiv und gewann durch pakistanische und US-amerikanische Unterstützung an militärischem Gewicht. Über 5 Millionen Afghanen flohen nach Pakistan und Iran.
- 1986 wurde Karmal durch M. Najibullah abgelöst.
- Im April 1988 wurde zwischen Afghanistan und Pakistan mit den USA und der UdSSR als Garantiemächten ein Abkommen geschlossen, das gegenseitige Nichteinmischung und Rückkehr aller Flüchtlinge vorsah. Die UdSSR zog ihre Truppen bis Februar 1989 ab. Die Widerstandsgruppen ("Mudjahedin") waren an dem Abkommen nicht beteiligt. Sie setzten ihren Kampf gegen die Regierung Najibullah fort und bildeten eine Exilregierung.
- 1990 ließ die Regierung Najibullah die sozialistischen Elemente aus der Verfassung tilgen. Formal wurde ein pluralistisches System eingeführt.
- 1992 gelang dem Widerstand der Sturz des Najibullah-Regimes. Neuer Staatspräsident wurde B. Rabbani.
- Im April 1992 Machtübernahme durch die Mudjahedin, zwischen deren rivalisierenden Gruppierungen ein Bürgerkrieg ausbrach (Aufteilung Afghaistans in Einflusszonen versch. Kriegsherren, so genannter »Warlords«).
- 1994 Eingreifen der vor allem von Pakistan geförderten radikalislamischen Taliban, die fast ganz A. eroberten.
- 1996 Einnahme Kabuls. Die Taliban errichteten eine international isolierte Religionsdiktatur.
- Seit 1997 Islamisches Emirat Afghanistan. Militärischer Widerstand ging von der »Nordallianz« der Mudjahedin aus.
- 1999, erneut 2000 Verhängung von UN-Sanktionen gegen das Taliban-Regime. Trotz internat. Proteste ließ dieses
- 2001 die Buddha-Statuen von Bamian zerstören.
- 2001/2002 US-amerikan. Militäraktion (begleitet von einer Offensive der afghan. »Nordallianz« und unterstützt von britischen und anderen westlichen Spezialeinheiten) gegen das Stützpunktsystem des Terrornetzwerkes von Osama Bin Laden (al-Qaida) und das Talibanregime.
- Dez. 2001 Errichtung einer afghanischen Interimsregierung unter Hamid Karsai.
- Jan. 2002 Einsatzbeginn einer (unter dt. Beteiligung aufgestellten) internationalen Friedenstruppe mit UN-Mandat (ISAF).
- April 2002 Rückkehr von Exkönig Sahir Schah aus dem italischen Exil.
- Juni 2002 Loya Jirga (Große Ratsversammlung). Auf dieser wurde Karsai zum Präsidenten des Landes gewählt.
- Dezember 2003/April 2004 Auf der verfassungsgebenden Großen Ratsversammlung (Constitutional Loya Jirga) wird eine neue Verfassung verabschiedet.
- März/April 2004 Berliner Afghanistan-Konferenz bekräftigt internationales Engagement für die kommenden Jahre.
- November 2004 Hamid Karsai wird erster direkt gewählter Präsident Afghanistans.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
dieses Landes in Deutschland
Diplomatische Vertretung
Deutschlands in diesem Land.