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Biometrischer Pass

Daumen hoch für mehr Sicherheit

Patrick Batarilo

Ab November werden deutsche Reisepässe einen Funk-Chip enthalten. Darauf gespeichert: die Gesichtsmerkmale des Passinhabers. Ab 2007 sollen dann auch die Fingerabdrücke auf dem Chip erscheinen, vielleicht sogar ein Bild der Iris. Zweck des biometrischen Passes: mehr Sicherheit.


Der biometrische Pass ist ein hochgerüsteter normaler Reisepass. "Biometrisch" heißt "Lebewesen vermessend". Das Neue: Auf einem reiskorngroßen Chip im Pass wird ein digitales Foto Ihres Gesichts gespeichert, ab 2007 dann auch Ihre Fingerabdrücke, sowie voraussichtlich ein Bild Ihrer Iris - alles digital, also nicht als wirkliches Bild, sondern dem Strichcode vergleichbar. Diese Informationen werden bei der Kontrolle von einer winzigen Antenne an ein Lesegerät gesendet. Das Ganze geschieht elektronisch, der biometrische Reisepass heißt daher auch "elektronischer Reisepass" oder kurz "e-Pass".

Der Weg zum neuen Pass

59 Euro kostet der e-Pass - der alte Reisepass war für 26 Euro zu haben. Auch die neuen Pässe werden zehn Jahre gültig sein. Zum Umtausch wird niemand gezwungen. Bereits ausgegebene Pässe werden auch nach dem 1. November 2005 ihre Gültigkeit behalten.

Was passiert beim Grenzübergang?

Angenommen, Sie möchten in die Schweiz reisen. An der Grenze müssen Sie zunächst einmal wie gehabt Ihren Reisepass vorzeigen. Dann wird kontrolliert, ob der Pass auch wirklich zu Ihnen gehört - es könnte ja sein, dass jemand mit Ihrem gestohlenen Pass einreisen will. Dazu stellen Sie sich zunächst vor eine Kamera; danach legen Sie den Finger auf einen Fingerabdruckleser. Dann vergleicht die Elektronik, ob die Daten im Pass mit Ihren Daten, die gerade gemessen wurden, übereinstimmen. Ist die Übereinstimmung hinreichend groß, können Sie Ihren Urlaub in der Schweiz antreten.

Wie groß ist der Sicherheitsgewinn?

Die Pässe werden durch die gespeicherten biometrischen Merkmale   fälschungssicherer. Dass jemand dieselben oder ähnliche Merkmale hat, ist sehr unwahrscheinlich. Beispielsweise sind keine zwei Personen mit demselben Fingerabdruck bekannt.

Mögliche Probleme

Bei einer Studie der renommierten London School of Economics, an der 10.000 Freiwillige teilnahmen, versagte das System bei 20 Prozent der Fingerabdrücke. Es ist also fraglich, ob die Technik derzeit wirklich zuverlässig ist. Schwierigkeiten können bei Menschen mit kalten Händen auftreten, aber auch wenn die Hände sehr beansprucht sind.

Die Gefahr dabei: Wird der legitime Passbesitzer nicht erkannt, dann wird die Situation unangenehm für ihn und er gerät unter Rechtfertigungsdruck. Auch Manipulationen sind noch möglich. Zum Beispiel ist es Hobbybastlern in einigen Fällen gelungen, den Scanner mit Hilfe eines Gelatine-Imitats zu überlisten.

Datenschutz-Alptraum Zentraldatei

Ein weiteres Problem: Weil die Daten gefunkt werden, könnten auch Unbefugte die Informationen abfangen. Problematisch ist das, weil beispielsweise bei einem Irisscan aus dem Augenhintergrund auch Rückschlüsse auf Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck gezogen werden könnten. In manchen Fällen könnte dies zu Problemen bei Versicherungen oder beim Arbeitgeber führen. Damit das nicht passiert, werden die Daten verschlüsselt gesendet.

Datenschützer haben darüber hinaus vor allem einen Alptraum: Dass alle biometrischen Daten eines Tages in einer Zentraldatei zusammengefasst werden könnten. Das ist derzeit aber nicht geplant - der Bundesdatenschutzbeauftragte hat es verhindern können. Gäbe es eine solche Zentraldatei, dann könnte jede beliebige Kamera, die an die Zentraldatei angeschlossen ist, Sie identifizieren - jederzeit, überall.

Quelle: Extern www.ard.de/ratgeber/, 11.08.2005

 

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