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Österreicher überlistet NSA

Die National Security Agency ist auf das Abhören von Funksignalen, Telefongesprächen und E-mails spezialisiert.

Wien - Eine Gruppe von Bürgerrechtlern aus Österreich soll nach einem Bericht von "Spiegel-Online" den US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) überlistet haben. Laut Bericht, der sich auf das Internet-Portal des deutschen Zeitschriftenverlages Heise beruft, ist es einem Angehörigen der Datenschützer-Organisation Quintessenz gelungen, sich Zugang zu einer NSA-Mailingliste zu verschaffen und umfangreiche Daten zum Thema biometrische Verfahren herunterzuladen.

Der Quintessenz-Aktivist legte sich dem Bericht zufolge vor rund einem Jahr eine Tarnidentität zu und schmuggelte sich in eine Mailingliste von Mitgliedern des Biometric Consortium ein, die sich via den elektronischen Postweg über die Technologie und die Einsatzmöglichkeiten biometrischer Verfahren wie beispielsweise den digitalen Fingerabdruck oder die Abtastung der Regenbogenhaut (Iris) des Auges austauschten. Die 1994 eingerichtete Liste war demnach zunächst bestimmten NSA-Leuten und Geschäftspartnern des Geheimdienstes sowie US-Militärs vorbehalten, wurde später aber erweitert.

Brisanter Datenbestand

Zunächst konnte der Aktivist nur den aktuellen Mailverkehr mitlesen. Wegen eines Fehlers des Administrators beim Umzug der Mailingliste auf einen anderen Server, habe dieser jedoch mit Hilfe eines eigens entwickelten Scripts den gesamten archivierten Datenbestand auch aus "der sensiblen Anfangsphase" einsehen und downloaden können. Insgesamt seien es 55 Megabyte Text und ein Megabyte Präsentationsdateien von Konferenzen gewesen, hieß es.

Quintessenz sei dabei das Material auszuwerten, und habe bereits begonnen es auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Dokumentiert seien unter anderem Reaktionen der NSA auf Erfolge im Bereich der Biometrie in Europa. Deutlich werde aus den gewonnenen Informationen auch, dass der Geheimdienst versuchte, Technologiekonzerne stärker an die USA zu binden, und versuchte, mit Druck auf internationale Organisationen patentfreie Standards in der Biometrik durchzusetzen.

"No Such Agency"

Die 1952 gegründete NSA mit Sitz in Fort Meade im US-Staat Maryland ist für das Abhören und Entschlüsseln von Funksignalen, Telefongesprächen und E-mails zuständig. Die Arbeit der rund 21.000 Beschäftigten des Geheimdienstes wird so streng geheim gehalten, dass er den Spitznamen "No Such Agency" ("Nicht existierende Behörde") trägt. Quintessenz hat nach eigenen Angaben die "Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter" zum Ziel.

Artikel vom 04.03.2005 |apa |ric

Quelle: Extern kurier.at, 04.03.2005

 

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