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Artikel aus PC Professionell Ausgabe 2/2005
Autoren: Uli Ries, Jörg Geiger
Lkw-Maut, Arbeitslosengeld II, elektronische Gesundheitskarte, Reisepässe mit biometrischen Daten an IT-Großbaustellen mangelt es in Deutschland nicht. Mit jedem neuen Projekt verlängert sich die Liste der offenen Fragen und Probleme.
Beispiel Biometrie-Pass: Rund 670 Millionen Euro soll es kosten, die Deutschen mit Reisepässen auszustatten, die RFID-Chips (Radio Frequency Identification) integriert haben. Darauf werden biometrische Merkmale gespeichert: Ein digitales Foto und ein Fingerabdruck sollen den Pass seinem Inhaber eindeutig zuordnen und das Ausweisdokument fälschungssicher machen.
Ab Ende 2005 sollen die Ausweise ausgegeben werden, die pro Jahr weitere 610 Millionen Euro an laufenden Kosten verursachen. Silke Slotar von den Grünen rechnet zudem mit 130 Euro, die jeder Bürger für den neuen Pass zahlen muss knapp 100 Euro mehr als heute und damit über der Grenze des Zumutbaren.
Neben der Finanzierung sind auch wichtige technische Details weitgehend unklar. So weiß das Innenministerium Ende 2004 noch nicht, wie die Daten vom Passamt ermittelt und anschließend zur Bundesdruckerei übermittelt werden. Ebenfalls offen ist in Otto Schilys Ministerium, wie die Lesegeräte für die Pässe aussehen und wer sie baut. "Darüber machen wir uns Anfang 2005 Gedanken, nachdem die technischen Spezifikationen durch die EU abgesegnet sind", bestätigt Schily-Sprecher Dirk Inger gegenüber PC Professionell. Insgesamt keine guten Voraussetzungen, um die Pässe in großen Stückzahlen zum avisierten Termin an die Bürger ausgeben zu können.
Quelle:
www.vnunet.de, 23.01.2005
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