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Pilotprojekt auf dem Frankfurter Flughafen

Schily: Biometrische Grenzkontrolle macht Reisen sicherer und einfacher

Bundesinnenminister Otto Schily hat heute auf dem Flughafen Frankfurt/Main das Pilotprojekt "Automatisierte und Biometriegestützte Grenzkontrolle" in Betrieb genommen. Für das Passieren der Grenze genügt - bei nochmals verbesserter Sicherheit - der Blick in die Kamera. Durch eine Iriserkennung werden die Reisenden überprüft. Schily: "Lbiometrie.html macht das Reisen nicht nur sicherer, sondern auch einfacher". Das neue Verfahren wird zunächst für sechs Monate erprobt.

Dazu erklärte Bundesinnenminister Schily:

"Wir wollen durch das Pilotprojekt am Frankfurter Flughafen Erkenntnisse über biometrischer Verfahren im grenzpolizeilichen Alltag sammeln.Durch den Einsatz von Biometrie können wir große Sicherheitsgewinne erreichen. Deutschland wird diese wachsenden Möglichkeiten noch mehr als bisher für die Innere Sicherheit nutzen. Überall dort, wo die Täuschung über die eigene Identität zu strafbarem Handeln genutzt wird, bietet sich der Einsatz moderner biometrischer Verfahren an. Wenn es uns durch modernste Technik gelingt, einen Teil der Grenzkontrollen automatisiert durchzuführen, verbessern wir die Sicherheit und ersparen den Reisenden zugleich lange Warteschlangen bei der Grenzkontrolle."

Interessierte Personen können seit heute im Non-Schengenflugverkehr ohne manuelle Grenzkontrolle aus- und einreisen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

Diese Daten werden bei nachfolgenden Grenzübertritten zum Nachweis der Teilnahmeberechtigung und zur biometrischen Authentifizierung benötigt. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz wird das Verfahren begleiten.

"Es muss sicher sein, dass ein hinterlegtes biometrisches Merkmal bei der automatischen Grenzkontrolle absolut korrekt abgeglichen werden kann. Die Iriserkennung gilt derzeit als das sicherste biometrische Verfahren. Deshalb haben wir sie für das Pilotprojekt auf dem Frankfurter Flughafen ausgewählt. Dennoch wurde bereits in der Ausschreibung für das Projekt vorsorglich bestimmt, die biometrische Komponente gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt austauschen zu können", so Schily.

Mit der Verabschiedung des Terrorismusbekämpfungsgesetzes Ende 2001 hat Deutschland die gesetzlichen Grundlagen für die Aufnahme biometrischer Merkmale in Pässe und Personaldokumente geschaffen. Bundesinnenminister Schily hat sich auf europäischer Ebene für die Nutzung biometrischer Merkmale zur Verbesserung der Sicherheit eingesetzt. Die EU-Kommission will bereits in der ersten Jahreshälfte einen Vorschlag machen, wie Biometrie für europäische Pässe genutzt werden kann.

"Bei der Einführung biometrischer Verfahren sind noch nicht alle technischen Fragen abschließend geklärt. Insbesondere die Untersuchungen zur Sicherheit, Verlässlichkeit und Langzeiteignung laufen noch. Nach heutigem Stand sind manche Verfahren, etwa mit Fingerabdruck, für die Suche in großen Dateien besonders geeignet. Andere, wie zum Beispiel die Iriserkennung, eignen sich besser für automatisierte Kontrollen, wie hier am Frankfurter Flughafen. Von dem Pilotprojekt erwarten wir eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus bei Grenzkontrollen, Erkenntnisse über die Einsetzbarkeit biometrischer Verfahren im grenzpolizeilichen Wirkbetrieb und Hinweise auf die Akzeptanz biometrischer Kontrollen bei Reisenden", so der Bundesinnenminister.

Quelle: BMI-Pressemitteilung Nr. 034, Veröffentlicht am 12. Februar 2004

 

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